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Til Schweiger legt nach: „Habe mich 90 Minuten durch diesen ‚Tatort‘ gequält“

  • In München stellte Filmemacher Til Schweiger das neue Online-Schulungsprogramm „Meet your Master“ vor.
  • Im Streit um den Murot-„Tatort“ vom Sonntag legte er im RND.de-Interview noch mal nach.
  • „Habe mich 90 Minuten durch diesen ‚Tatort‘ gequält“, sagte Schweiger.
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München. Im neuen Online-Schulungsprogramm „Meet your Master“ von Heiner Lauterbach sind Sie als Filmemacher dabei. Was können Interessierte da von Ihnen lernen?

Ich habe zwar als Schauspieler angefangen, dann aber meine eigenen Drehbücher geschrieben und bin dann auch noch zum Produzieren und Inszenieren gekommen. Ich schneide meine Filme und wirke entscheidend bei der Bildgestaltung mit. Einer meiner wichtigsten Tipps an junge Schauspieler lautet: „Nicht jammern. Machen.“ Nicht darauf warten, dass der Schauspielagent anruft, oder auf ihn schimpfen, weil man keinen Job hat. Mich fragen junge Schauspieler oft: „Kennst du eine bessere Agentur?“ Dann antworte ich immer: „Es gibt keine bessere Agentur!“ Es gibt Agenturen, die viele berühmte Leute haben. Aber die Frage ist, ob man dahin will. Denn die kümmern sich in erster Linie um ihre besten Pferdchen im Stall. Wenn man sich als junger Schauspieler meine Masterclass anguckt, lernt man, dass ich nicht nur dagesessen habe und darauf gewartet habe, dass mich ein Agent zu einem Casting schickt. Ich habe meine eigenen Geschichten geschrieben. Dazu ermuntere ich die jungen Schauspieler. Die entscheidende Aussage ist: „Nimm dein Glück selber in die Hand und sitz nicht nur rum und warte, dass was passiert.

War es früher leichter oder schwerer, Schauspieler zu werden?

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Ich hatte es damals schon schwerer. Als ich angefangen habe, gab es eigentlich gar keine Filmindustrie in Deutschland. Da gab es mal einen Film wie „Männer“ mit Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht oder später „Der bewegte Mann“ mit mir. Dass so viele deutsche Filme gedreht werden wie in den letzten Jahren, gab es damals nicht.

Sie können in Ihrer Masterclass also einiges an Wissen weitergeben …

Auf jeden Fall. Ich habe auch schon in russischen Filmhochschulen doziert, und das ging manchmal fünf Stunden. Und dann haben die gesagt: „Jetzt werde langsam mal fertig.“ Und ich habe gefragt: „Wie? Jetzt schon?“ Die fünf Stunden kamen mir vor wie eine Stunde. (lacht)

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Wurden Sie von einer deutschen Filmhochschule denn noch nie zum Dozieren eingeladen?

Nein. In Deutschland gibt es halt dieses Denken zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit, aber das ist mir egal. Wenn mich jemand fragen würde, würde ich bestimmt nicht Nein sagen. Wladimir Klitschko hat einen Studiengang in St. Gallen, in dem er sein gesamtes Boxwissen auf die freie Wirtschaft anwendet. Vor dem Abschlussjahrgang habe ich drei Stunden über Erfolg doziert. Das habe ich sehr gerne gemacht und es war superspannend. Wenn mich jemand einlädt und ich Zeit habe, gehe ich gerne hin. Aber mich hat keiner eingeladen.

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Wie sieht es denn mit einer eigenen Filmhochschule aus?

Das habe ich schon so oft vorgehabt. Gerade nachdem ich bei Wladimir war und gesehen habe, was er da bei den Leuten bewirkt hat. Ich habe lauter strahlende Menschen gesehen. Die waren alle zwischen 40 und Mitte 50. Das waren lauter ausgebrannte Führungskräfte, die in diesem Studiengang gelernt haben. Die waren alle nicht glücklich mit ihrem bisherigen Leben und wollten noch mal was Neues machen. Die sagen sich: „Ich habe die Eier in der Hose und probiere es jetzt einfach mal.“ Ich war eine Zeit lang dran, an einer eigenen Hochschule, aber ich habe einfach zu viel zu tun. Ich bräuchte einfach jemanden, der das gnadenlos für mich umsetzt.

Apropos gnadenlos, aktuell sorgt Ihre jüngste „Tatort“-Kritik für Schlagzeilen …

Ich habe einmal was dazu rausgehauen, aber muss das eigentlich nicht weiter kommentieren, denn das steht für sich. Alle schreiben schon wieder: „Til Schweiger pestet …“ Aber ich verstehe nicht, was daran pesten sein soll, wenn ich den Journalisten direkt anschreibe und ihn frage, was er genommen hat, als er diese Kritik verfasst hat? Ich habe mir wirklich die Mühe gemacht, und habe mich 90 Minuten durch diesen „Tatort“ gequält. Ich habe mich ja nicht hingesetzt, um den scheiße zu finden.