• Startseite
  • Promis
  • „The Crown“-Star Gillian Anderson: „Ich bin kein Freund der Monarchie“

„The Crown“-Star Gillian Anderson: „Ich bin kein Freund der Monarchie“

  • Gilian Anderson spielt in der neuen „The Crown“-Staffel die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher.
  • Im RND-Interview erzählt die 52-Jährige, warum sie kein Fan von Thatcher ist und was sie von der Monarchie hält.
  • Außerdem erklärt Anderson, wieso sie ihren Partner, den Regisseur Peter Morgan, anfangs nicht kennenlernen wollte.
|
Anzeige
Anzeige

„Es gibt ein paar Dinge im Leben, zu denen man Ja sagen muss, bevor einen die Angst übermannt“, sagt Gillian Anderson. Als ihr die Rolle einer Sextherapeutin angeboten wurde, lehnte sie erst ab, um dann später doch bei „Sex Education“ einzusteigen. Bei „The Crown“ (ab 15. November, Netflix) war es genau umgekehrt. Da sagte der ehemalige „Akte X“-Star „ohne Zögern“ zu: Doch als der Tag immer näher rückte, an dem sie als strenge englische Premierministerin vor der Kamera stehen musste, da sei sie fast gestorben.

Frau Anderson, vor dem Erfinder und Produzenten von „The Crown“ brauchten Sie doch keine Angst zu haben. Peter Morgan ist schließlich Ihr Lebensgefährte.

Ich weiß schon, was als nächste Frage kommt. Nein, Peter hat mir die Rolle nicht zugespielt. Schön wär’s gewesen. Ich musste für die Rolle ganz normal bei einer Audition vorsprechen. Es gab keine Vorzugsbehandlung.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Wie und wo haben Sie und Peter sich kennengelernt?

Wir wurde von einer befreundeten Schauspielerin verkuppelt, mit der ich in New York am Broadway aufgetreten bin. Sie wollte mich unbedingt mit ihm zusammenbringen, weil sie überzeugt war, dass wir perfekt zueinanderpassen würden. Doch ich wollte nicht.

Warum denn nicht?

Ich hatte allerlei Dinge in meinem Kopf, die gegen ihn sprachen. Er war zu reich, zu gebildet, zu intelligent, zu ernst. Ich bin von Natur aus ein albernes Ding und eine Idiotin. Ich war überzeugt, es passt hinten und vorne nicht. Doch meine Bekannte hat nicht lockergelassen und ich habe mich dann nach meiner Rückkehr nach London auf ein Dinner mit Peter eingelassen.

Und es offenbar nicht bereut.

Nein. Peter hat sich als ein sehr witziger Typ entpuppt, mit dem man herumalbern kann. Wir haben sogar herausgefunden, dass ich Jahre zuvor schon einmal in einem Film mitgespielt habe, für den er das Drehbuch geschrieben hatte. Wir waren sogar beide auf der Premiere von „Der letzte König von Schottland“ – allerdings hatten wir beide damals andere Partner und haben uns nicht wirklich gesehen. Wie klein die Welt ist, in der wir leben.

Und jetzt spielen Sie wieder eine Rolle, die Peter Ihnen auf den Leib geschrieben hat. Wie viel „Eiserne Lady“ steckt in Gillian Anderson?

Also wenn ich mich einmal für etwas entschieden habe, dann ist es sehr schwer, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Und ich entscheide mich oft sehr schnell und weiß, was ich will. In diesen Punkten sind wir uns sehr ähnlich.

Das Stream-Team Was läuft bei den Streamingdiensten? Was lohnt sich wirklich? Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. gibt‘s jetzt im RND-Newsletter „Stream-Team“ – jeden Monat neu.
Anzeige

Haben Sie Margaret Thatcher als Premierministerin erlebt?

Nein, ich war elf, als sie gewählt wurde, und wir sind in dem Jahr aus England weggezogen.

Nach all dem, was Sie heute über Thatcher wissen, hätten Sie für sie gestimmt, wenn Sie alt genug gewesen wären?

Das ist eine sehr gute Frage. Eventuell hätte ich sie wählen können, einfach weil sie die erste Premierministerin des Landes war. Doch wiedergewählt hätte ich sie nicht. Der Zustand des Landes nach ihrer ersten Amtsperiode hätte das unmöglich gemacht.

Egal ob man ihre Politik mochte oder nicht, Thatcher war eine mächtige Frau, die sich in einer Männerdomäne durchsetzen musste. Fanden Sie das imponierend?

Anzeige

Wenn sie eine Feministin gewesen wäre, dann schon. Doch sie hat anderen Frauen nicht wirklich geholfen aufzusteigen. In elf Jahren als Premierministerin hat sie nur eine einzige Frau in ihrem Kabinett gehabt.

In der Serie wird gezeigt, dass Thatcher die Queen nicht wirklich leiden konnte. Was halten Sie von Elizabeth II.?

Ich bin grundsätzlich kein Freund der Monarchie. Aber ich schätze es sehr, wie viel Stabilität und Sicherheit die Queen für ihr Land bringt. Das ist, besonders in schwierigen Zeiten wie diesen, eine sehr gute Sache.

Was ist passiert, als Sie sich zum ersten Mal in voller Maggy-Thatcher-Montur im Spiegel gesehen haben?

Es waren gemischte Gefühle. Auf der einen Seite fand ich es lustig, insbesondere weil ich unter dem Kleid eine extra Polsterung trug. Auf der anderen Seite habe ich mich echt auch etwas erschrocken. Ich sah zum Fürchten echt aus.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen