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„Tatort“-Star Karin Hanczewski: „Die #MeToo-Debatte war und ist sehr wichtig“

  • Von der Kommissarin zur Verbrecherin: In der neuen ZDF-Serie „#heuldoch“ spielt „Tatort“-Star Karin Hanczewski eine feministische Einbrecherin.
  • Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht die 38-Jährige über die Handlung, die sich satirisch mit der Geschlechterrolle befasst.
  • „Die #MeToo-Debatte war und ist sehr wichtig. Die männlichen Figuren dürften nicht verharmlost werden, und das Lachen muss einem auch an einigen Stellen im Hals stecken bleiben“, sagt Hanczewski.
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Die meisten dürften Karin Hanczewski hauptsächlich als Kriminaloberkommissarin Karin Gorniak aus dem Dresdner „Tatort“ kennen. In der neun, satirischen Miniserie „#heuldoch – Therapie wie nie“ (ZDF) wechselt sie nun die Seiten und ist erstmals als Verbrecherin zu sehen.

Frau Hanczewski, stimmt es, dass Menschen schwerer sind, wenn sie tot sind? Diese These wird in Ihrer neuen, satirischen Miniserie „#heuldoch – Therapie wie noch nie“ aufgestellt.

(lacht) Das kann ich Ihnen leider nicht beantworten, weil unsere Schauspielkollegin beim Drehen dieser Szene Gott sei Dank noch lebte. Aber es gibt diesen Film „21 Gramm“, in dem behauptet wird, dass ein Mensch, wenn er stirbt, 21 Gramm leichter wird.

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Viele kennen Sie hauptsächlich als „Tatort“-Kommissarin. Nun spielen Sie die feministische Einbrecherin und Fastmörderin Lin. Ist es das erste Mal, dass Sie auf die andere Seite des Gesetzes wechseln?

Eine Verbrecherin habe ich bisher noch nicht gespielt. Aber ich habe solche Rollenangebote sehr gern. Als ich die Lin angeboten bekommen habe, haben wir viel über das Drehbuch diskutiert. Die #MeToo-Debatte war und ist sehr wichtig. Die männlichen Figuren dürften nicht verharmlost werden, und das Lachen muss einem auch an einigen Stellen im Hals stecken bleiben. Wenn das nicht passiert, haben wir etwas falsch gemacht. Satire ist ein hervorragendes Stilmittel, mit dem man auf Missstände hinweisen kann. Alle Figuren haben Dreck am Stecken.

Insgesamt wird sehr eindringlich auf die Thematik #MeToo eingegangen, ohne dass es belehrend wirkt.

Es ist ein Versuch, mit dieser Thematik umzugehen und irgendwie zu verarbeiten. Es zeigt bestimmte Situationen, Figuren und Machtstrukturen auf teilweise recht bissige Weise auf.

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Seit 2016 sind Sie Teil des ersten weiblichen Ermittlerteams beim „Tatort“. Die Serie wird diesen Monat 50 Jahre alt. Was würden Sie sich für die Zukunft für Ihre Fälle wünschen?

Ich mag es, wenn die Geschichten besonders sind, es keine 0815-Handlungen sind und wenn Menschen und Beziehungen im Vordergrund stehen. Unser „Tatort“ hat sich sehr entwickelt. Am Anfang waren die Filme eher lustig erzählt, seit „Das Nest“ werden wir immer düsterer. Und die Zuschauer scheinen das zu mögen. Ich bin auf unsere nächsten Filme gespannt. Mit jedem Film bekommen wir die Chance, unsere Figuren und Beziehungen noch komplexer zu erzählen.

Wobei ich finde, dass Ihnen das in der Vergangenheit bereits öfter schon gelungen ist. Zum Beispiel beim Fall „Das Nest“, in dem es um einen Serienmörder ging.

Das stimmt. Ich mochte den Fall sehr und Alex Eslam ist einfach ein fantastischer Regisseur. So viel positives Feedback habe noch nie nach einem „Tatort“ bekommen. Das können wir gerne wiederholen. (lacht)

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