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#StopAsianHate: Wie die K-Pop-Band BTS den Blick auf Rassismus gegen Asiaten lenkt

  • Die südkoreanische Boyband BTS spricht sich offen gegen Rassismus gegenüber asiatischstämmigen Menschen aus.
  • Der Hashtag #StopAsianHate wird daraufhin zum Appell während der Corona-Pandemie.
  • Die Botschaft: Stoppt den Asiatenhass.
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„Wir erinnern uns daran, wie wir als Asiaten Diskriminierung ausgesetzt gewesen sind. Wir haben ohne Grund Beschimpfungen erfahren und sind für unser Aussehen verspottet worden. Wir sind sogar gefragt worden, warum Asiaten Englisch sprechen.“ Diese Zeilen würde man zunächst nicht von einer Popgruppe erwarten, die rund um den Globus von Millionen Fans förmlich vergöttert wird, die vielen jungen Menschen als Stilikone gilt und zu den erfolgreichsten Bands der Welt gehört.

Doch in diesem Brief, den die südkoreanische Boygroup BTS am Dienstag per Twitter an die Welt gerichtet hat, zeigen sich die sieben jungen Männer so verletzlich wie jeder, der rassistisch angefeindet wird. So ist das Hashtag unter dem Tweet, der schon rund eine Million Mal geteilt wurde, nicht nur wie gewöhnlich ein digitales Aktenzeichen, sondern auch ein Appell: #StopAsianHate, stoppt den Asiatenhass.

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Rassismus gegen Asiaten nimmt in der Pandemie zu

In den vergangenen Wochen wurde wieder viel über Rassismus gegenüber Personen asiatischer Abstammung diskutiert. Auslöser dafür war ein Amoklauf Mitte März im US-Bundestaat Atlanta gewesen, wo ein junger Mann acht Menschen erschoss, die überwiegend asiatischer Abstammung waren. BTS sprechen jetzt auf Twitter nicht nur den Hinterbliebenen der Opfer ihr Beileid aus, sondern berichten auch von ihren persönlichen Rassismuserfahrungen. „Wir senden unser tiefstes Mitgefühl all denjenigen, die ihre Liebsten verloren haben“, beginnen die Sänger ihre öffentliche Erklärung und fügen hinzu: „Wir fühlen Trauer und Wut.“ Und weiter: „Unsere eigenen Erfahrungen sind unbedeutend im Vergleich zu den Ereignissen der letzten Wochen. Aber diese Erfahrungen reichen aus, um uns ohnmächtig werden zu lassen und unser Selbstwertgefühl zu gefährden.“

Der Brief der K-Pop-Band kommt in einer Zeit, in der antiasiatischer Rassismus immer sichtbarer wird. Vor einer Woche veröffentlichte das britische Magazin „The Economist“ eine Untersuchung aus den USA, der zufolge seit Beginn der Pandemie rund 40 Prozent der Menschen mit asiatischen Wurzeln Situationen erlebt haben, in denen sich Mitmenschen in ihrer Nähe unwohl zu fühlen schienen. 30 Prozent haben Witze oder Beleidigungen mit Bezug auf ihr Aussehen erfahren, ein Viertel fürchtet, Opfer von Angriffen zu werden.

Kein allein US-amerikanisches Phänomen

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Das Phänomen ist allerdings kein allein US-amerikanisches. Auch in Europa werden Fälle von antiasiatischem Rassismus sicht- und hörbarer. So berichtete Christoph Nguyen, Politikwissenschaftler an der FU Berlin und Experte für Integrations- und Rassismusforschung, schon im vergangenen Herbst von einer in Deutschland während der Pandemie durchgeführten Umfrage über die Wahrnehmung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Ngu­yen zufolge wurden Menschen mit asiatisch interpretierter Abstammung zuvor oft als Vorzeigemigranten gesehen, die gut gebildet und integriert seien. Mit dem Beginn der Pandemie sei dieses eher positive Bild aber getrübt worden. Asiatisch aussehenden Menschen werde vermehrt eine Mitverantwortung für den Ausbruch der Corona-Pandemie gegeben und in ihnen eine Gefahr erkannt.

Laut der Studie „Soziale Kohäsion in Krisenzeiten“ von mehreren deutschen Universitäten haben 80 Prozent der befragten Personen mit asiatischem Aussehen seit Beginn der Pandemie verbale und körperliche Angriffe erlebt. Die Hälfte berichtet, die Fälle, in denen sie Diskriminierung erfahren hätten, habe zugenommen. So könnte ein klares Statement von so prominenten Gruppen wie BTS ein wichtiges Zeichen sein.

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