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“Sonnyboy des Kabaretts”: Böhmermann teilt uralte Zeitungskritik über Dieter Nuhr

  • Als 18-Jähriger schrieb Jan Böhmermann als freier Lokaljournalist für die Bremer Zeitung “Die Norddeutsche”.
  • Einen alten Artikel aus dieser Zeit hat der Satiriker nun ausgegraben und veröffentlicht.
  • Darin rezensiert der junge Böhmermann den jungen Dieter Nuhr - und beschreibt ihn als “Sonnyboy des Kabaretts”.
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Bremen. Lange bevor er im Radio und schließlich im Fernsehen erfolgreich wurde, übte sich Jan Böhmermann als Journalist. Anekdoten aus dieser Zeit als freier Mitarbeiter bei der Bremer Tageszeitung “Die Norddeutsche” (”Weser-Kurier”) erzählt Böhmermann häufig in seinem Podcast “Fest und Flauschig”. Seinerzeit besuchte der Satiriker Kulturveranstaltungen und verfasste anschließend Rezensionen für den Lokalteil der Zeitung.

Wie genau diese Artikel damals aussahen, davon können sich Fans seit Samstag auf Böhmermanns Twitter-Profil überzeugen. Der Satiriker teilte am Vormittag einen selbst verfassten Beitrag aus dem Jahr 1999 – damals war Böhmermann 18 Jahre alt. Sein Thema: ein Auftritt von Kabarettist Dieter Nuhr beim Moskito Kabarettfestival in Böhmermanns Heimatort Vegesack.

Schon in den ersten Zeilen des uralten Artikels wird klar, dass Böhmermann alle Regeln und Floskeln des Lokaljournalismus perfekt beherrscht: Der Kabarettist Dieter Nuhr habe “sein Publikum fest im Griff”, heißt es da etwa – der Saal im Kito sei “restlos ausverkauft” gewesen und Nuhr sie erst “nach zwei langen Zugaben von der Bühne gelassen” worden.

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“Sonnyboy und Schwiegersohn”

Den Kabarettisten beschreibt Böhmermann in dem Artikel so: “Dieter Nuhr, eine durchtrainierte Kombination aus Sunnyboy und Schwiegersohn, ist einer der ganz großen im knallharten Kabarettgeschäft.” (Den Begriff “Sonnyboy” schreibt Böhmermann an dieser Stelle tatsächlich mit “u” statt mit “o”). Seine Routine mache sich bemerkbar, “jedoch ausschließlich im positiven Sinne”. Und es sei kaum verwunderlich, dass Nuhr “schon vor dem Witz zu schmunzeln” anfange.

Nuhrs Programm im Moskito zeichne “sich vor allem durch Modernität aus”, schreibt Böhmermann weiter. “Wo andere Kabarettisten nach verstaubten Gagarchiven stöbern, konzentriert sich Dieter Nuhr auf den heutigen Alltag.” Der “hart auf die 40 zugehende Kabarettist” habe “einen unverwechselbaren Redestil” und schaffe “mit einer Mischung aus freundlichem, rheinischem Akzent und einer sympathischen Ausstrahlung eine geradezu familiäre Atmosphäre”.

Nuhr immer wieder in der Kritik

Ob Böhmermann eine solche Kritik über Dieter Nuhr auch heute noch schreiben würde? Vermutlich nicht: Der Kabarettist stand in den vergangenen Monaten immer wieder in der Kritik, etwa wegen seiner Witze über die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Zu Beginn der Corona-Pandemie spielte Nuhr diese auf seinem Twitter-Account herunter. Auch Böhmermann kritisierte Nuhr häufiger in seinem Podcast.

Vor einigen Tagen hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft einen Beitrag von Dieter Nuhr von seiner Website entfernt. Nuhr warf der DFG daraufhin vor, “den Ideologen im Netz” nachzugeben, die Forschungsgemeinschaft stellt den Beitrag daraufhin wieder online.

Seinen alten Zeitungsartikel aus dem Jahr 1999 kommentierte Böhmermann am Samstag so: “Am 16. November 1999 habe ich Dieter Nuhr mit dieser Lobeshymne in ‘Die Norddeutsche’ zum Star gemacht. Solche Artikel würde der Schwarze Block heutzutage gar nicht mehr erlauben in Deutschland.”

RND/msc

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