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Satiriker Serdar Somuncu über Thüringen-Wahl: „Die FDP ist erledigt, die AfD lacht sich ins Fäustchen“

  • Satiriker Serdar Somuncu sieht die AfD nach der Thürigen-Wahl als Gewinnerin und vergleicht die Partei mit dem Aufstieg Erdogans in der Türkei.
  • „Es gibt in der Türkei einen, der hat ähnlich wie die AfD angefangen und hatte irgendwann 30 Prozent“, sagt Somuncu.
  • Man könne die AfD nicht ewig ignorieren, weil sie so immer stärker werde, und am Ende habe sie eine absolute Mehrheit, so der Künstler.
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Der umstrittene Satiriker Serdar Somuncu hat der „Neuen Presse“ ein langes Interview zur Thüringen-Wahl gegeben. Darin greift er vor allem FDP-Chef Christian Lindner immer wieder scharf an: „Die FDP ist schon lange nicht mehr glaubwürdig. Sie ist von links nach rechts gesprungen. Sie hätte der AfD den Rang streitig machen können, wenn sie rechtzeitig auf deren Positionen gegangen wäre. Das aber hat sich Lindner lange nicht getraut, weil sein Vorgänger Guido Westerwelle darin ein großes Tabu gesehen hat.“ Nun stünde die FDP wieder am selben Punkt, so der Satiriker. „Sie könnten eine AfD light werden und schlagen daher in alle Richtungen um sich. Bei Lindner ist das Phänomen, dass er so unglaublich kurzsichtig und infantil agiert. Schon der Ausstieg aus den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene war ja ein Eigentor, wie man es nicht besser hätte schießen können...“

Damit spielt Somuncu auf das berühmte Lindner-Zitat „Besser nicht regieren, als falsch zu regieren“ an: „Man hätte auch sagen können: Nicht reden ist besser, als dummes Zeug zu schwatzen. Lindner hat unglaublich viel zu allem zu sagen, aber wenn es darauf ankommt, zu tun, was richtig ist, versagt er regelmäßig.“

Somuncu: „Die AfD muss regieren“

Dass sich die CDU öffentlich gegen die AfD wehre, sei „eine Kampagne wie damals die mit den „roten Socken“. Das ist Teil des Versuchs der etablierten Parteien, die AfD zu ignorieren. Was ich für einen großen Fehler halte: Die AfD muss regieren.“ Nur so würde sie sich reduzieren, glaubt der Satiriker. „Leute wie Höcke, Gauland und Weidel grinsen über beide Ohren, weil sie genau wissen, dass sie nichts tun müssen, um bei den nächsten Wahlen noch einmal fünf Prozent mehr zu bekommen.“

Man könne die AfD nicht ewig ignorieren, weil sie so immer stärker werde, und am Ende habe sie eine absolute Mehrheit, so der Künstler. „Ich kann Ihnen als Deutscher aus eigener Erfahrung sagen: Es gibt in der Türkei einen, der hat ähnlich wie die AfD angefangen und hatte irgendwann 30 Prozent, und jetzt hat er mehr als 50 Prozent der Stimmen. Der heißt Erdogan und sitzt fest auf seinem Thron.“ Die bevorstehenden Neuwahlen in Thüringen werden vor allem für FDP und CDU desaströs enden: „Sie haben offensichtlich viel zu spät gemerkt, welchen Schaden sie anrichten. Durch ihre Entscheidung wird der Schaden nur größer. Die FDP ist erledigt. Die AFD lacht sich ins Fäustchen, die CDU hat spannende Wochen vor sich, und Bodo Ramelow ist sprichwörtlich mit einem blauen Auge davongekommen.“

RND/kiel

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