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  • „Rust“: Alec Baldwin erschießt Kamerafrau am Set - so lief der Drehtag ab

Vor Baldwins Schuss: So lief der Drehtag laut Polizeiprotokollen bei „Rust“ ab

  • Am vergangenen Donnerstag starb die Kamerafrau Halyna Hutchins bei dem Dreh des Films „Rust“ durch einen Schuss von Schauspieler Alec Baldwin.
  • Doch wie kam es zu diesem Vorfall?
  • Durch veröffentlichte Zeugenaussagen lässt sich nun der verhängnisvolle Drehtag rekonstruieren.
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Während Hollywood noch immer schockiert und in Trauer nach dem tödlichen Schuss am Set von „Rust“ ist, bei dem die Kamerafrau Halyna Hutchins um Leben kam, versucht die Polizei noch immer zu klären, warum sich der tödliche Schuss aus der Waffe, die Schauspieler Alec Baldwin in den Händen hielt, lösen konnte. Einblicke gibt nun ein Polizeiprotokoll, das vom zuständigen Sheriffbüro des Santa Fe County im US-Bundesstaat New Mexico veröffentlicht wurde. Mit diesem ausführlichen Schreiben hat der Ermittler einen Durchsuchungsbeschluss beantragt.

Durch die Aussagen des Regisseurs Joel Souzas und eines Kameramanns lassen sich nun so die Geschehnisse des Drehtages am 21. Oktober vor dem verhängnisvollen Schuss rekonstruieren.

6.30 Uhr: Arbeitsbeginn am Set

Laut der Aussage von Regisseur Joel Souza begann der Drehtag bereits um 6.30 Uhr am Donnerstagmorgen. Normalerweise treffe sich die Filmcrew und frühstücke gemeinsam am Set. Doch habe es an diesem Tag Verzögerungen gegeben, da ein Kamerateam gekündigt hatte. „Joel [Souza] sagte, dass der Tag länger als gewöhnlich dauerte, da sie ein anderes Kamerateam engagierten, um zu helfen und sie nur eine Kamera für die Dreharbeiten zur Verfügung hatten“, heißt es im Protokoll.

Seine Aussagen decken sich mit denen eines Kameramannes, den die Polizei ebenfalls um eine Aussage bat. Auch er habe zunächst mit der Crew früh gefrühstückt. Sechs Personen hätten bei der Produktion gekündigt und in einem Brief ihren Unmut über die Abläufe zum Ausdruck gebracht. Es soll Probleme mit der Bezahlung und Unterkunft gegeben haben.

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Hollywoodrequisiteur: „Scharfe Munition hat am Set nichts verloren“
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Hollywoodrequisiteur Guillaume Delouche kann sich nicht erklären, wie es zum Tödlichen Unfall am Filmset mit Alec Baldwin kommen konnte.  © AFP

Verzögerungen am Vormittag wegen Kündigungen

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Am Vormittag sei laut Aussage des Regisseurs nicht gedreht, sondern nur geprobt worden. Durch seinen Job habe er sich vor allem auf die Kameras und Bildschirme konzentriert. Der befragte Kameramann gab an, dass sehr viel Arbeit angestanden habe – wegen der Kündigungen der sechs Kolleginnen und Kollegen. Geprobt wurde in einer hölzernen Kirche an der Bonanza Creek Ranch. Ein Setting, das bereits für mehrere Westernfilme als Kulisse diente.

Souza stand laut Aussageprotokoll hinter Halyna Hutchins und beobachtete den Kamerawinkel durch die Linse. In seiner Aussage gibt Souza an, dass drei Personen am Set mit Waffen in Berührung kamen: die Waffenmeisterin, der Regieassistent und der Schauspieler, der die Waffe vor der Kamera nutze.

12.30 Uhr: Mittagspause

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Gegen 12.30 Uhr sei die Crew zum Mittagessen gegangen – dafür habe sie in einem Shuttle das Filmset verlassen. Nach dem Mittagessen sei die Probe für die Szene wieder aufgenommen worden. Laut Polizeiprotokoll habe der Regieassistent eine von drei für den Dreh vorgesehenen Requisitenwaffen genommen, die aufgrund von Corona-Vorschriften außerhalb der Kirche auf einem Wagen lagen. Er habe, wie auch Souza in seinem Statement bestätigte, „Cold Gun“ gerufen, dadurch sei laut Polizeiprotokollen den Anwesenden deutlich gemacht worden, dass sich keine scharfe Munition in der Waffe befindet. Laut Polizeibericht wusste der Regieassistent nicht, dass sich scharfe Munition in der Waffe befunden habe. Souza habe sich selbst nicht um die Waffe gekümmert, sondern aufgrund seines Jobs als Regisseur die Bildschirme und Kameras im Blick gehabt.

Er beschreibt in seiner Aussage, dass Baldwin auf einer hölzernen Bank in der Kirche saß und laut Drehplan die Waffe auf die Kamera richten sollte. Dann habe der Regisseur ein Geräusch wie von einem Peitschenschlag und einen lauten Knall gehört.

Der befragte Kameramann gab in seinem Protokoll an, dass er nach dem Mittag zum Set zurückgekehrt sei und dann noch einmal für fünf Minuten die Kirche verlassen habe. Als er wieder die Kirche betreten habe, seien Souza, Hutchins und Baldwin bereits im Besitz der Waffe gewesen.

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Kameraposition wurde kurz vor dem Schuss noch einmal verändert

Die Kameraposition sei kurz vor dem Schuss noch einmal verändert worden, weil ein Schatten von außen auf die Szene fiel. Der Schauspieler habe gerade noch erklärt, wie er in der Szene die Waffe herausholen würde und wo sein Arm zu sehen sein würde, als er die Pistole aus dem Halfter genommen habe. Dann habe es einen lauten Knall gegeben.

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Laut Souza sagte Hutchins, die die Funktion als „Director of Photography“ innehatte, dass sie ihre Beine nicht mehr spüren könne und dass sie an ihren Bauch gefasst habe. Er habe Blut an ihr gesehen und dann festgestellt, dass auch er blute. Laut der Aussage des Kameramannes wurde Hutchins von Sanitätern vor Ort versorgt. Sie habe blutend auf dem Boden gelegen.

Polizei traf gegen 14 Uhr ein

Laut Medienberichten traf die Polizei um 14 Uhr am Filmset ein. Hutchins starb noch während des Transports in einem Helikopter an ihren Schussverletzungen. Der Regisseur Joel Souza wurde in ein örtliches Krankenhaus gebracht und schon am Folgetag, dem Freitag, aus dem Krankenhaus entlassen. Er wurde durch einen Schuss an der Schulter verletzt.

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