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70 Jahre auf dem Thron, aber viele Sorgen: Das könnte 2022 den britischen Royals bringen

2022 feiert Queen Elizabeth ihr 70. Thronjubiläum. Sorgenfrei wird das Jahr für die Monarchin wahrscheinlich trotzdem nicht werden.

London. Es könnte so schön sein für Queen Elizabeth II. (95) und die Royal Family 2022 – das bedeutet: Seit sagenhaften 70 Jahren sitzt die Königin mittlerweile auf dem Thron. Geplant sind große Feierlichkeiten. Sogar einen einmaligen Feiertag erhalten die Briten zu diesem Anlass spendiert. Hinzu kommt ein runder Geburtstag – Schwieger-Enkelin Herzogin Kate wird 40. Der königlichen Familie winkt ein „annus mirabilis“, ein wunderbares Jahr. Dies soll das „annus horribilis“ 2021, das Schreckensjahr, vergessen lassen.

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Der Tod ihres Ehemanns Prinz Philip kurz vor dessen 100. Geburtstag hat die Queen schwer getroffen. Der ewige Streit um den ausgewanderten Enkel Prinz Harry (37) und seine Ehefrau Meghan (40) belastet die Familienbande enorm. 2022 könnte im Zeichen der Versöhnung stehen, so schreiben es jedenfalls die britischen Boulevardblätter – und so sehnt es die von Corona und Brexit erschöpfte Bevölkerung herbei. Harry und Meghan sollen zu den zentralen Feierlichkeiten des Platin-Jubiläums eingeladen sein.

Prinz in Missbrauchs-Skandal verwickelt

Doch längst ist nicht alles eitel Sonnenschein im Hause Windsor. Der Hauptgrund ist Prinz Andrew (61). Seit mehr als zwei Jahren gilt der zweitälteste Sohn der Queen als „enfant terrible“ des Königshauses und lässt sich kaum noch in der Öffentlichkeit blicken. Denn Andrew ist tief in den Missbrauchsskandal um den verurteilten und mittlerweile gestorbenen US-Millionär Jeffrey Epstein verwickelt, mit dem er einst befreundet war. Epstein soll zahlreiche minderjährige Frauen sexuell missbraucht und an andere Männer weitergegeben haben.

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Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre verlangt Schadenersatz von dem Prinzen, weil er sie als 17-Jährige mehrfach missbraucht haben soll. Der Queen-Sohn weist die Vorwürfe zurück, aber in New York geht der Fall vor Gericht: Das Hauptverfahren könnte im Herbst 2022 beginnen, wie der zuständige Richter Anfang November sagte.

Auf seine Mutter kann Andrew zählen. Demonstrativ verbrachte er Wochen an ihrer Seite auf dem königlichen schottischen Landsitz Balmoral, in einem tragikomischen Versuch, die Zustellung der Klage aus den USA zu verhindern. Auch die britischen Medien, die regelmäßig vom Hof mit Informationen gefüttert werden, wissen von keinem bösen Wort der Queen.

Keine Untersuchung gegen Prinz Andrew

Dieser Rückhalt bietet aber auch Anlass für Kritik: Denn die schweren Vorwürfe gegen Andrew werden bisher nicht vom Königshaus untersucht. Als anonyme Quellen in der „Times“ Mobbingvorwürfe gegen Herzogin Meghan erhoben, ließ der Palast hingegen sofort ermitteln.

Und damit zum nächsten Unruheherd: Der Streit um Harry und Meghan ist längst nicht ausgestanden, sondern hat sich zuletzt wieder zugespitzt. Die Rassismusvorwürfe und Anschuldigungen des Paares, der Palast habe sich nicht um die suizidale und überforderte Herzogin gekümmert, hängen noch immer als dunkle Wolke über dem Palast und belasten auch die Verbindung Harrys zu seinem älteren Bruder Prinz William (39). Die Beziehung zwischen Vater und Sohn soll mittlerweile auf des Messers Schneide stehen.

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Konflikte zwischen Harry und Charles

Aktueller Anlass ist ein Skandal um einen Geschäftsmann, der von Charles im Gegenzug für hohe Spenden einen prestigeträchtigen Titel verliehen bekam. Ein enger Vertrauter des Thronfolgers musste zurücktreten. Nun ließ Harry mitteilen, er habe schon früh vor dem Unternehmer gewarnt – britische Medien kritisierten, damit sei er seinem Vater in den Rücken gefallen.

Ob da noch viel Raum für Versöhnung bleibt? Dass Harry und Meghan ihre im Juni geborene Tochter nach dem familieninternen Spitznamen der Queen Lilibet nannten, galt als Friedensgeste. Doch noch haben weder Urgroßmutter Elizabeth noch Opa Charles das Kind kennengelernt. Die junge Familie lebt mit Lilibets älterem Bruder Archie in den USA, die Pandemie verhinderte bisher einen Familienurlaub in der alten Heimat. Nun warten die Briten gespannt, ob das Mädchen im Jubiläumsjahr in Gegenwart der Königin getauft wird.

Damit zum dritten belastenden Thema vor dem Platin-Jubiläum. Wie es der Queen tatsächlich geht, ist weitestgehend unklar. Mittlerweile ist die Monarchin 95 Jahre alt, und langsam machen sich Sorgen um die Gesundheit des Staatsoberhaupts breit. Zwar zeigen Fotos der wenigen persönlichen Audienzen die Queen stets lächelnd und aufrecht, sie wirkt äußerst rüstig. Doch Auftritte vor TV-Kameras oder sogar vor der Öffentlichkeit gab es seit Wochen nicht.

Ärzte verordnen Ruhe

Erst zeigte sich die Queen ohne akute medizinische Gründe mit Gehstock, das gab es noch nie. Dann verbrachte sie sogar eine Nacht im Krankenhaus, angeblich aus praktischen Gründen. Mehrere Reisen wurden abgesagt, ihre Ärzte verordneten Ihrer Majestät wochenlang Ruhe. Doch dann musste sie auch einen der wichtigsten Termine im royalen Kalender streichen, die traditionelle Gedenkfeier in Erinnerung an die gefallenen Weltkriegssoldaten.

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Zuletzt gab es hoffnungsvolle Berichte: Die Queen habe ihrer Familie mitgeteilt, dass sie wie gehabt das gemeinsame Weihnachtsfest ausrichten werde. Die Royals wollen dafür auf ihrem ostenglischen Landsitz Sandringham zusammenkommen.

Termine erst wieder im Februar

Die Queen werde am 17. Dezember dorthin aufbrechen, ob mit dem Helikopter oder wie üblich dem Zug stehe noch nicht fest, berichtete der „Mirror“. „Die Queen hat allen gesagt, dass es ihr schon viel besser gehe“, hieß es aus dem Palast. Ansonsten lässt es die Königin ruhig angehen. Erst im Februar, so ist zu hören, wolle sie wieder Termine wahrnehmen.

RND/dpa

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