Queen macht sich in Zoom-Call über sich selbst lustig

  • Die britische Königin Elizabeth II. hat mit Australien telefoniert.
  • Per Zoom schaute sie sich eine neue Statue von sich selbst an.
  • Dabei zeigte die Monarchin ihre humorvolle Seite.
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Sydney. Wie reagiert man auf seine eigene Statue? Peinlich berührt? Schockiert, weil dies bedeutet, dass man eigentlich bereits tot oder zumindest dem Tode geweiht ist? Wer sich auf solch eine nicht ganz einfache Lebenssituation vorbereiten will, der sollte sich den Zusammenschnitt eines Zoom-Telefonats anschauen, den die britische Königsfamilie über ihren offiziellen Twitter-Account veröffentlicht hat. Denn darin zeigt die Queen mit viel Raffinesse, wie sich eine solch peinliche Situation brillant entschärfen lässt.

Von Windsor Castle nach Australien

Dass die Queen mit Australien telefoniert, kommt so häufig nicht vor. Meist meldet sich das britische Königshaus im Fall schlimmer Naturkatastrophen bei den einstigen Kolonien – die 16 Staatsbesuche in den vergangenen Dekaden mal ausgenommen. Südaustralien schaffte es nun aber, auf den Terminkalender der 94-jährigen Monarchin gesetzt zu werden, die wegen der Pandemie seit Monaten auf Schloss Windsor bei London residiert.

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Grund ist eine Statue von Elizabeth II., die die südaustralische Landesregierung von der britischen Königin anfertigen ließ, die auch das Staatsoberhaupt Australiens ist. Dieses lebensgroße Abbild der Queen wacht seit Ende letzten Jahres über den Garten des südaustralischen Government House. Es ist laut lokalen Medienberichten die dritte Statue der Monarchin in Australien. Die beiden anderen stehen in Brisbane und in Australiens Hauptstadt Canberra.

Bitte nicht so groß wie das Original

In einem Zoom-Telefonat inspizierte die Queen die neue Bronzestatue nun genauer und plauderte mit dem Gouverneur und dem Premier Südaustraliens. Auch mit dem Künstler selbst wechselte sie ein paar Worte. Dabei wurde deutlich, dass es selbst einer Königin ein wenig unangenehm ist, sich eine Statue der eigenen Person anzuschauen. Um die peinlichen Momente während des Zoom-Telefonats zu überbrücken, zeigte sich die Königin von ihrer humorvollen Seite. Als der Gouverneur sie darüber informierte, dass ihre Statue zum „beliebtesten Fotomotiv“ geworden sei, antwortete die Queen nur: „Oh, really?“ – was soviel heißen soll wie: „Ist das auch wirklich wahr?“ Worauf der Gouverneur antwortete, die Menschen würden sich ihr nah fühlen, wenn sie vor der Statue stünden.

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Die Queen bei dem Zoom-Telefonat nach Australien. © Quelle: Buckingham Palace via Getty Imag

Offensichtlich fand die Queen sich gut getroffen: So kommentierte sie, dass die Leute ja durchaus einen Schreck bekommen könnten, wenn sie die Statue vom Fenster aus sehen würden. Sie müssten ja denken: „Du meine Güte, ist sie plötzlich unangemeldet hier aufgetaucht?“ Und auf die Ankündigung, man werde ihr eine Miniaturversion der Statue als Andenken zuschicken, sagte sie: „Das ist sehr nett. Ich bin nur froh, dass sie nicht ebenso groß ist wie das Original.“

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Königlicher Zoom-Account seit Juni aktiv

Das Telefonat hatte bereits Ende Februar stattgefunden, wurde aber erst jetzt veröffentlicht. In dem Zusammenschnitt wurde weder über den Gesundheitszustand von Prinz Philip, dem 99-jährigen Ehemann der Königin, gesprochen, der sich im Krankenhaus befindet, noch ging es um den britischen Status quo der Pandemie, wo inzwischen mehr als 120.000 Opfer gezählt werden. Dafür sprach man das Impfprogramm in Südaustralien an und wie die dortigen Menschen mit Covid-19 umgehen. Australien ist mit knapp über 900 Todesfällen bisher verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen. In großen Teilen ist das normale Alltagsleben zurückgekehrt.

Der Zoom-Anruf in Australien ist nicht der erste Videocall der Monarchin. Die Queen ist bereits seit Juni 2020 auf Zoom aktiv. Ein weiteres Videogespräch mit den Verantwortlichen für das Impfprogramm in Großbritannien schaffte es erst vergangene Woche in die Weltschlagzeilen. Darin äußerte sich die Queen nicht nur positiv über die Covid-19-Impfung – „es hat überhaupt nicht wehgetan“ –, sondern forderte die Menschen sogar konkret zum Impfen auf: „Sie sollten dabei eher an andere Menschen denken als an sich selbst.“ Sprich: Wer sich nicht impfen lässt, ist in den Augen der Queen ein Egoist.

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