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Eröffnungsplädoyers in Prozess

Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe: „R. Kelly hatte Sex mit mehreren Kindern“

Zum inhaltlichen Start des neuen Prozesses gegen Ex-Popstar R. Kelly hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen den 55-Jährigen erhoben.

Zum inhaltlichen Start des neuen Prozesses gegen Ex-Popstar R. Kelly hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen den 55-Jährigen erhoben.

Chicago. Zum inhaltlichen Start des neuen Prozesses gegen Ex-Popstar R. Kelly hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen den 55-Jährigen erhoben. „Der Angeklagte R. Kelly hatte Sex mit mehreren Kindern. Er machte Videobänder von sich selbst beim Sex mit kleinen Kindern“, sagte Ankläger Jason Julien am Mittwoch (Ortszeit) dem TV-Sender CNN zufolge in seinem Eröffnungsplädoyer in Chicago.

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Julien kündigte außerdem an, dass ein mutmaßliches Opfer Kellys aussagen werde: Die damals 14-Jährige war demnach in einem vor über 20 Jahren gedrehten und weltbekannt gewordenen Video zu sehen. Darin soll der Musiker sie sexuell missbraucht und auf sie uriniert haben.

R. Kellys Anwältin: „Auf seinem Weg von der Armut zum Ruhm ist er gestolpert“

Kellys Anwältin Jennifer Bonjean bat die Jury, ihren Mandanten nicht als Monster zu betrachten, als das die Anklage ihn darstelle. Er sei ein Mensch, der nicht perfekt sei. Seine mangelnde Bildung habe Kelly gezwungen, sich in Zeiten seiner zunehmenden Popularität auf andere zu verlassen, argumentierte die Anwältin, die Kelly als Analphabeten beschrieb. Sein Umfeld habe ihn mitunter vom rechten Weg abgebracht. „Auf seinem Weg von der Armut zum Ruhm ist er gestolpert.“ Aber sie sei zuversichtlich, dass die Geschworenen ihn letztendlich für nicht schuldig befinden würden.

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Julien bemühte sich dagegen in seinen Ausführungen, den Geschworenen ein Gefühl für das Ausmaß von Kellys mutmaßlichen Taten zu vermitteln. Kelly habe wiederholt Sex mit Minderjährigen gehabt, die gerade 14, 15 und 16 Jahre alt gewesen seien - „mehrere Mädchen, Hunderte Male“. Julien beschrieb auch, wie Kelly sie manipuliert, kontrolliert und geschlagen habe, wenn die Opfer seine Regeln nicht befolgten.

Jennifer Bonjean, Verteidigerin von R. Kelly.

Jennifer Bonjean, Verteidigerin von R. Kelly.

R. Kelly in 13 Punkten angeklagt

Nur wenige Wochen nach seiner Verurteilung zu 30 Jahren Haft wegen des Missbrauchs Minderjähriger ist Kelly in Chicago in 13 Punkten angeklagt: Unter anderem wegen der Herstellung von Kinderpornografie in mehreren Fällen, der Verleitung Minderjähriger zu sexuellen Handlungen und der Behinderung der Justiz.

Auch zwei seiner früheren Angestellten sind angeklagt. Einer wird beschuldigt, dem Sänger geholfen zu haben, den Prozess 2008 zu manipulieren, der andere soll Kinderpornografie von Kelly angenommen haben. Beide bestreiten wie auch Kelly alle Vorwürfe.

Das Video mit der damals 14-Jährigen wird in dem Prozess eine zentrale Rolle spielen. Kelly war in einem früheren Prozess zu dem Fall 2008 freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun vor, das Opfer damals unter Druck gesetzt zu haben, damit sie nicht in dem Prozess aussagt.

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R. Kelly droht noch eine lange Haftstrafe

Kellys Anwältin Jennifer Bonjean betonte bei ihrem Eröffnungsplädoyer gegenüber den zwölf Geschworenen in Anwesenheit Kellys, dass die angekündigte Aussage der Zeugin im Widerspruch mit ihren Darstellungen in der Vergangenheit steht: „In den letzten 22 Jahren hat sie unerbittlich bestritten, dass sie es in diesem Video war. Bevor es zu strafrechtlichen Ermittlungen kam, hat sie es bestritten. Sie hat es wiederholt gegenüber Staatsanwälten bestritten, sie hat es gegenüber Sozialarbeitern und Polizeibeamten bestritten. Sie hat es unter bestritten Eid vor einer Grand Jury.“

Der Prozess soll etwa einen Monat dauern. Kelly drohen erneut Jahrzehnte in Haft.

RND/dpa und AP

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