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  • Prince: Todestag jährt sich zum fünften Mal – neues Album erscheint im Juli

Früh vollendetes Genie: Vor fünf Jahren starb Superstar Prince

  • Er war ein musikalisches Genie, eine Ikone und schon zu Lebzeiten eine Legende, kurz: Für viele war Prince der Allergrößte.
  • Vor genau fünf Jahren, am 21. April 2016, starb der Musiker („Kiss“, „Purple Rain“) im Alter von nur 57 Jahren.
  • Im Juli wird mit „Welcome 2 America“ ein drittes postumes Album erscheinen.
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Prince, das legendäre Popgenie, tot – die Nachricht machte Musikfans in aller Welt fassungslos. Am 21. April 2016 starb der ikonische Musiker im Alter von 57 Jahren. Er wurde im Tonstudio seiner Villa Paisley Park in Chanhassen (Minneapolis) tot aufgefunden. Fünf Jahre liegt der tragische Tod von Prince Rogers Nelson inzwischen zurück – des angehimmelten, gefeierten, wegweisenden Popstars, der das Popstar-Sein an sich völlig neu definierte.

Prince starb an einer Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl

Die Umstände des Todes gaben zunächst Rätsel auf, inzwischen sind aber die meisten offenen Fragen geklärt. Eine Obduktion ergab, dass Prince an einer Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl starb, die er sich versehentlich selbst verabreicht hatte – in der Annahme, ein anderes, sehr viel schwächeres Opioid einzunehmen. Der Musiker soll, hieß es später, jahrelang medikamentenabhängig gewesen sein.

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Die Staatsanwalt stellte ihre Ermittlungen im April 2018 ein, auch eine Klage der Angehörigen gegen die behandelnden Ärzte von damals wurde Ende 2019 von den US-Gerichten abgewiesen. Prince‘ Tod war ein Unfall – jedoch einer mit Vorgeschichte.

Prince: „Wer Musik wirklich liebt, muss mich hören!“

Das Wort „Legende“ tauchte damals im April 2016 in jedem Nachruf, in jeder Würdigung auf. Prince war Zeit seines Lebens immer auch ein Rätsel. Er war neben dem Superstar auch ein Künstler, der sich stetig veränderte. Er war ein musikalisches Genie, ein Multiinstrumentalist, einer der größten Songwriter aller Zeiten, und als solcher gehört Prince zu jener seltenen Spezies Stars, die die Musik tatsächlich nachdrücklich geprägt haben.

So wurde Prince zum Mythos. Wenn er sich äußerte, dann klang das meistens größenwahnsinnig – eben so, wie man es von einer Kunstfigur erwartet. „Wer Musik wirklich liebt, muss mich hören“, lautet ein Zitat des Musikers. Dem Pop der 90er drückte er seinen Stempel auf – sogar noch in den Nullerjahren, als keiner mehr so richtig mit ihm rechnete, sorgte er für gute Songs.

Als Prince nicht mehr Prince heißen mochte

Wie viel ist – 30 Jahre nach seinem kommerziellen Durchbruch mit dem Album und Song „Purple Rain“ – noch von seinem Zauber übrig, fragten sich Fans und Kritiker erst 2014, als Prince der Musikwelt gleich zwei neue Alben lieferte: das Solowerk „Art Official Age“ und „Plectrumelectrum“, aufgenommen mit seiner neuen Band 3rdEyeGirl. Im Herbst 2015 folgten „HITnRUN Phase One“ und „Hitnrun Phase Two“ – diese letzten Werke sind wieder bei einem eigenen Label NPG Records erschienen und waren kommerziell gesehen, genau wie die beiden 2014er-Alben, weit entfernt von den Top-Ten-Erfolgen früherer Jahre.

Fast zwei Jahrzehnte nachdem es zwischen Prince und seinem ursprünglichen Label Warner Bros. Records zum großen Streit gekommen war, war es 2014 zur geschäftlichen Wiedervereinigung gekommen. Die verlief ganz im Sinne des Superstars. Anfang der 90er-Jahre hatte ihm Warner noch die Masterrechte an seinen Songs und seinen Wunsch verwehrt, so viel Musik zu veröffentlichen, wie er wollte und wann er wollte. Stattdessen hatte die Plattenfirma eine Schaffenspause angeordnet, Prince sollte erst mal ein Best-of-Album herausbringen, bevor Neues von ihm auf den Markt gebracht würde.

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Der Musiker schrieb sich aus Protest „Slave“ auf die Wange

Die Bilder sind noch präsent: Aus Protest schrieb sich Prince bei öffentlichen Auftritten „Slave“ (zu deutsch: „Sklave“) auf die Wange. Er fühlte sich von der Industrie benutzt, wollte nicht einmal mehr bei seinem Künstlernamen genannt werden und wandelte diesen in ein schlichtes, nicht auszusprechendes Symbol aus Kreuz, Pfeil und Kreis um. In den Medien war er zu der Zeit vor allem als „The Artist Formerly Known As Prince“ (zu deutsch: „Der Künstler, der als Prince bekannt war“) oder nur „The Artist“ präsent. Erst als seine Verträge mit dem Majorlabel 1999 erfüllt waren, mochte er wieder Prince heißen.

Zur Geldmaschine für die Musikbosse wurde der zierliche Mann aus Minneapolis schon früh. Bei Warner unterschrieb der Multiinstrumentalist bereits Ende der 70er seinen ersten Plattenvertrag. Schien es anfänglich noch, als wolle Prince mit einer Mischung aus seichtem Soul und Pop der neue Stevie Wonder werden, entschied er sich doch bald für einen ganz eigenen Weg. Er wollte Funk und R’n‘B machen, nur anders. Bläser ersetzte er durch Synthesizer, Schlagzeug durch Drumcomputer. Gitarren waren ihm wichtiger als den meisten seiner Genrekollegen, deren textlichen Kitsch er ebenso zu vermeiden versuchte.

Stattdessen liebte er Anzüglichkeiten, die fortan seine Lyrik zierten. Mit seiner „Little Red Corvette“ etwa, eine der Hitsingles aus seinem 1982 erschienenen Album „1999“, meinte er nicht den schnittigen Sportwagen, sondern erzählte schlichtweg von einer Vagina.

Prince war in den 80er-Jahren ein verlässlicher Hitlieferant

Die Selbstdarstellung war selten tiefsinnig, aber stets eindeutig. Prince wollte Sex. Sex, Sex und noch mehr Sex. Darum ging es in seinen Titeln, in seinen Shows, ja in seinem gesamten Auftreten. Es kam die Zeit, da überraschte es niemanden mehr, wenn er im Tanga und Trenchcoat auf die Bühne kam und dazu nicht mehr trug als ein Halstuch und High Heels. Outfits wie dieses waren dem abseits der Bühne eher scheuen, geradezu unsicher agierenden Prince genauso heilig wie seine hautengen, samtig schimmernden Hosen, die Rüschenhemden und der längst Kult gewordene lilafarbene Mantel.

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Überhaupt: lila. Für viele war Prince spätestens seit der Veröffentlichung seines Albums und Soundtracks zum gleichnamigen Film „Purple Rain“ (1984) nur noch „The Purple One“.

Und „Purple Rain“ schien in den amerikanischen wie in den internationalen Charts wie festgetackert, war nicht mehr wegzudenken aus der weltweiten Popkultur. Ein Manifest in der Hochphase der Prince-Karriere. Es gab Anerkennung von allen Seiten. Es hagelte Awards, Grammys, sogar ein Oscar kam hinzu. Der Funk-Sex-Star mit dem unverwechselbaren Falsettgesang war oben angekommen, ganz oben. Er war der andere Michael Jackson. Und er genoss es.

Prince feierte 2004 an der Seite von Beyoncé ein Comeback

Prince errichtete eine Art Prince-Palast in Chanhassen bei Minneapolis, den er Paisley Park taufte und in dem sich heute auch seine Urne befindet. In dem XXL-Gebäudekomplex enthalten: mehrere Tonstudios sowie riesige Räume für Video- und Filmaufnahmen. Kosten: rund 10 Millionen Dollar. Von hier aus wollte Prince die Popwelt weiter steuern. Das Problem nur: Es wollten sich nicht alle steuern lassen. Es kam zum Konflikt mit der Plattenfirma. Zum Zerwürfnis über Jahre.

Prince erfüllte zwar seinen Warner-Vertrag, hatte jedoch zunächst nur mäßigen Erfolg mit dem, was nach „Purple Rain“ kam. Auch die Musik, die er nebenher auf anderen Labels veröffentlichte – stilistisch oft Prince-Untypisches, von Blues über Reggae bis Hip Hop –, kam beim breiten Publikum nicht wie erwartet an. Prince schien über seinen künstlerischen Zenit hinaus zu sein.

Bis er zusammen mit R-’n‘-B-Star Beyoncé bei der Verleihung der Grammys 2004 ein Duett von „Purple Rain“ sang – der Startschuss für ein ernst zu nehmendes Comeback. Prince ließ sich wieder auf ein Majorlabel ein, hatte Erfolg, 2006 sogar ein Nummer-eins-Album mit „3121“ in den USA. Doch auch die Liaison mit dem neuen Label sollte nicht lange halten. Prince vertrieb in den Jahren darauf seine Alben gar als Gratisbeilage über eine große Tageszeitung in England (2007) und den deutschen „Rolling Stone“ (2010).

Drittes postumes Album kommt im Sommer

2014 dann die zweifache Veröffentlichung auf dem alten Label, nachdem dieses Prince all seine Wünsche erfüllt hatte. Nur: Wer und was war Prince mit Mitte 50? Hatte der Mann, der über drei Jahrzehnte Menschen weltweit mit seinem eigensinnigen, aber immer massentauglichen Pop verführt hatte, der geschätzte 100 Millionen Tonträger verkauft hatte, noch Ideen?

Zumindest hatte er den Willen. Und er rackerte unermüdlich. Noch am 16. April 2016 stand er für ein Doppelkonzert in Atlanta auf der Bühne, sagte zu seinen Fans: „Macht euch keine Sorgen, mir geht es gut.“ Auf dem Heimflug kollabierte er, der Flieger musste notlanden. Eine Woche später war Prince tot.

Seit Prince‘ Tod wühlen die Nachlassverwalter sich durch sein Heiligtum „The Vault“, ein Archiv mit angeblich Hunderten oder gar Tausenden von unveröffentlichten Aufnahmen. Bereits zwei postum erschienene Alben gibt es, „Piano & A Microphone 1983“ (2018) und „Originals“ (2019), außerdem zwei Neuauflagen von „1999“ und „Sign O‘ The Times“ mit viel Bonusmaterial.

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Der Kontrollfreak und Perfektionist Prince, der Musik nur dann herausgab, wenn sie seinen eigenen allerhöchsten Ansprüchen genügte, hätte diesen Veröffentlichungen wahrscheinlich niemals zugestimmt. Die Fans, das zeigt sich auf der anderen Seite aber auch, sind nach wie vor dankbar für jeden neuen Tonfetzen, den sie in die Finger kriegen können.

Am 30. Juli kommt „Welcome 2 America“ auf den Markt, wieder ein neues Prince-Album mit bislang unveröffentlichtem Material und sicher nicht das letzte.

RND/Teleschau

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