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Pasquale Aleardi: “Heutzutage gibt es keine Garantie in keinem Job”

  • Am Donnerstag ermittelt Pasquale Aleardi wieder als “Kommissar Dupin” (ARD) in der Bretagne.
  • Im RND-Interview erinnert sich der Schauspieler an die langen Urlaubsfahrten mit seinem Vater.
  • “Damals war das für uns das Paradies”, sagt Aleardi, der heute selbst Vater von zwei Jungen ist.
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Welchen Job würden Sie heute ausüben, wenn es nach Ihren Eltern gegangen wäre?

Anwalt, Doktor oder die Firma meines Vater übernehmen.Mein Vater hatte ein Taxiunternehmen. Natürlich wollte er, dass ich da mitmache. Ich habe mich als Zwanzigjähriger auch wirklich bemüht, um die Taxiprüfung zu bestehen. Aber damals war es in der Schweiz wahnsinnig streng, wenn man so jung die Prüfung machen wollte. Dann musste man nur einmal ein bisschen falsch abbremsen und schon war man durchgefallen. Ich bin tatsächlich zweimal durch die Taxiprüfung gefallen. Mein Vater war damals sehr enttäuscht, er dachte ich wäre absichtlich durch die Prüfungen gerasselt, aber ich habe zu dem Zeitpunkt eigentlich nur meine Kunst im Kopf gehabt. Mit 21 Jahren wurde ich dann in die Schauspielschule aufgenommen. Jedenfalls habe ich durch meinen Vater die Liebe zu Autos entdeckt, die bis heute anhält. Autos sind für mich das Sinnbild von Abenteuer.

Sind Sie damals auch klassisch in den Sommerferien mit dem Auto in den Urlaub gefahren?

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Als ich klein war, sind wir jedes Jahr mit unterschiedlichen Autos von Dietikon, das circa zehn Kilometer von Zürich entfernt ist, nach Griechenland gefahren. Das hat drei Tage in Anspruch genommen. Am tollsten war es, als wir mal mit einem Kleinbus gefahren sind. Meine Eltern hatten für meine Geschwister und mich im hinteren Teil eine Liegewiese gebaut. Das würde man heute aus sicherheitstechnischen Gründen auf keinen Fall mehr so machen. (lacht) Aber damals war das für uns das Paradies. Wir sind aus der Schweiz durch die ganzen Gegenden gefahren. Das Klima hat sich nach und nach verändert. Wir haben nicht die Fähre genommen, sondern sind durch das damalige Jugoslawien – über den ganzen Balkan – gefahren. Da hat man ein Gefühl für die ganzen Distanzen bekommen. Wenn man dann endlich angekommen war, war das ein so unbeschreibliches Gefühl. Als kleiner Junge war das großartig, seinen Vater zu beobachten. Wie er allein durch die Fußbewegungen so ein großes Ding in Bewegung setzen konnte. Ich weiß noch genau, wie er in diesen großen Rückspiegel geschaut hat. Mein Vater ist vor zehn Jahren gestorben, umso wertvoller sind für mich diese ganzen Erinnerungen an früher..

Und heute setzt man sich in einen Flieger und ist in drei Stunden in Split in Kroatien.

Ganz genau. Aber damals ging es darum, sich ein Ziel zu setzen und große Distanzen zu fahren. Meine Eltern haben uns Kindern rückblickend betrachtet echt was zugemutet, aber bis wir so zehn oder elf Jahre alt waren, haben wir diese langen Autofahrten wirklich geliebt. Danach haben wir immer die Fähre genommen. (lacht)

Mittlerweile haben Sie selbst zwei kleine Jungs. Fahren Sie mit denen auch so lange Strecken?

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Leonardo ist drei Jahre alt und Armando anderthalb, und die sind beide schon sehr reiseerprobt. Wir sind schon viel mit ihnen geflogen, aber sie fahren auch sehr gerne mit dem Zug. Wir sind aber auch schon 800 Kilometer von Graubünden in der Schweiz nach Berlin mit ihnen gefahren. Natürlich mit vielen Zwischenstopps. Das ging sehr gut.

Hatten Sie Ihre Jungen auch beim “Kommissar Dupin”-Dreh in der Bretagne dabei?

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Wenn meine Abwesenheit länger als 2 Wochen anhält, reisen sie mir immer nach. Letztes Jahr hatte ich sie allerdings nicht dabei. Da sind sie mit meiner Frau in Griechenland geblieben. Im Winter sind sie bei den Schwiegereltern im schönsten Skigebiet in Graubünden, und im Sommer an der Küste Kalamatas in Griechenland. Ein Traum. Bis jetzt dürfen sich meine Jungs eigentlich nicht beschweren. (lacht)

Pasquale Aleardi ist ein großer Autoliebhaber. © Quelle: Dani Heyne für Opel Automobile GmbH

In einem Jahr werden Sie 50 Jahre alt. Welche Träume von Ihnen haben sich noch nicht erfüllt?

Der Fünfzigste wird fett gefeiert, das habe ich mir fest vorgenommen. Zwei kühnste Träume habe ich tatsächlich schon verwirklicht. Der eine Traum war, dass ich mir als frisch gebackener Schauspieler, innig gewünscht habe, auch mal am Broadway zu spielen. Ich war damals zum ersten Mal in New York und hab mir das Musical „Chicago“ angesehen, und war zutiefst beeindruckt und gerührt. Dieser Traum ist dann 2015 tatsächlich in Erfüllung gegangen. Ich bin nach Hamburg, um für die deutsche Produktion von "Chicago“ vorzusprechen, nichtsahnend, dass da auch die amerikanischen Bosse dabei waren. Als mein Monolog mit Gesang vorbei war, sagten sie: „Großartig, das spielst Du auch in New York.“

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Mein zweiter Traum ging ähnlich in Erfüllung. Während der Zeit auf der Hochschule der Künste in Zürich, haben wir uns in Paris „Cirque du Soleil“ angesehen, und ich war sofort hin und weg, und habe auch da wie in New York davon geträumt, mal dabei sein zu dürfen. Und auch dieser Traum ist letztes Jahr in Erfüllung gegangen. Jetzt wünsche ich mir, dass es in der Vielseitigkeit der Rollen, die ich spiele, so weitergeht.

Welches Rollenangebot in der jüngsten Vergangenheit hat Sie besonders gefreut?

Die Rolle des „Costa“ in „Ich war noch niemals in New York“. Einen schwulen Bord-Zauberer mit Akzent, der aber eigentlich Schiffsmechaniker ist, in einer so großen Kinoproduktion zu spielen, war an Einzigartigkeit kaum zu überbieten, und eine tolle Abwechslung zu „Kommissar Dupin“. Außerdem wurde ich für „Costa“ für die Lola als bester männlicher Nebendarsteller nominiert, was eine besondere Ehre ist. Ich liebe es wirklich, so viele unterschiedliche Sachen machen zu dürfen. Filme drehen, Musicals spielen oder mit meiner Band, den Phonauten, auf der Bühne zu stehen. Ich könnte nicht dankbarer sein.

Gibt es auch Zeiten, in denen Sie Angst haben, keine Rollen mehr angeboten zu bekommen?

Ich bin im Laufe der Jahre besser darin geworden, diese Gedanken abzuwehren, wenn sie auftauchen. Die bringen einfach nichts. Im Jahr 2000 habe ich meine erste Kinohauptrolle gespielt, danach kamen „Resident Evil“ und ein paar ganz tolle Projekte. Ich hatte also einen richtigen Lauf. Damals dachte ich, dass das ewig so weitergeht. Dann kam auf einmal ein ganzes Jahr lang nichts mehr. Aber das war für mich ein sehr, sehr wichtiges Jahr, weil ich damals gelernt habe, Durststrecken mit anderen, wichtigen Dingen, wie zum Beispiel dem Musikmachen, aufzufüllen. Heutzutage gibt es ohnehin keine Garantie in keinem Job. In der Schweiz hieß es damals immer nur: „Du musst Banker werden.“ Gut, dass ich da nicht drauf gehört habe. Ich könnte nicht glücklicher sein.

“Staat, Sex, Amen”
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