Outing von TV-Star Christina Hecke: “Ich liebe eine Frau”

  • Schauspielerin Christina Hecke (“Kommissar Dupin“) hat erstmals öffentlich über die Ehe mit ihrer Frau gesprochen.
  • “Wir kennen uns seit acht Jahren und sind seit zwei Jahren verheiratet“, sagte die 40-Jährige der “Bild“-Zeitung.
  • Zuvor hatte sie ihre Beziehung lange geheim gehalten – das sei nun vorbei.
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Schauspielerin Christina Hecke spielte in Filmen wie “Hot Dog” oder “Die Frau, die sich traut” mit, in der Serie “Der letzte Bulle” gab sie in mehreren Folgen die Freundin von Schauspielkollege Henning Baum. Über ihr Privatleben gab die 40-Jährige in der Vergangenheit nicht viel preis. Doch nun outete sie in einem “Bild”-Interview und macht ihre Ehe mit der Fotografin Stefanie Henn öffentlich. “Ich habe mich nicht für ein Coming-out, sondern für die Wahrheit meiner Liebesbeziehung entschieden. Ich liebe eine Frau, na und? Ich wollte die Liebe zu meiner Frau nicht länger verschweigen“, sagt sie. Anlass für die persönlichen Einblicke ist das Erscheinen ihres Buches “Mal ehrlich – Mein Blick hinter unser Leben“.

Werkzeug statt Puppen

Schon mit sechs Jahren musste die Schauspielerin erleben, wie es ist, in bestimmte Rollenklischees gedrückt zu werden. Als sie am Weihnachtsfest in den Keller ging und ein Radio auseinanderbaute, sagte man ihr, an ihr sei ein Junge verloren gegangen, erzählte sie der “Bild”. Mit Geschenken wie einer Puppe konnte sie wenig anfangen – sie hatte Freude an Werkzeug und bastelte gerne. „Ich wollte lieber die Welt entdecken und nicht in ein Korsett geschnürtes, funktionierendes, rosa angezogenes Tanzbärchen sein“, so die 40-Jährige zu der Zeitung. Die Erwartungen ihrer Eltern habe sie nicht erfüllen können. In der Schule habe sie gelernt, sich anzupassen, um nicht aufzufallen. Doch durch den Anpassungsprozess habe sie sich immer weiter von sich selbst entfernt.

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Den ersten Sex hatte sie mit 13. “Viel zu früh”, sagt sie heute. Doch die Schauspielerin habe das Gefühl gehabt, schon im Erwachsenen-Club zu spielen. In ihrer Jugend sei sie außerdem Opfer von sexuellen Übergriffe durch Männer gewesen. "Ich würde sagen, ich habe die hässlichsten Ecken des Lebens gesehen“, so Hecke. Sie habe ihren Selbstwert nicht mehr gekannt. Mit 14 erlitt sie dann einen stressbedingten Hörsturz, ausgelöst durch die Ehekrise ihrer Eltern, in die sie hineingezogen wurde.

Outing trotzt Angst

Mit 15 beging Hecke einen Selbstmordversuch, erzählte sie der “Bild”. Jahre später habe sie einen schweren Autounfall gehabt, durch einen Geweberiss in der Lunge sei sie fast an ihrem eigenen Blut erstickt. Doch sie überlebte. Erfahrungen, die sie geprägt haben. Sie habe sich nun davon frei gemacht, gemocht zu werden. Auch ihre Frau Stefanie habe zur Veränderung ihres Lebens beigetragen. “Unsere Beziehung ist nur deshalb eine so tiefe Liebe, weil wir beide die Wahrheit als oberstes Prinzip fahren“, so die Schauspielerin.

Seit acht Jahren kennen sich die beiden – im April 2018 gaben sie sich dann das Jawort. Lange habe sie ihre Beziehung verschwiegen, aus Angst vor Angriffen oder Ausgrenzung. Doch ihr sei klar geworden, dass niemand ihre Beziehung angreifen könne. “Ob Steffi und ich in unserer Liebesbeziehung die Qualität leben, von der wir wissen, dass sie wahr ist, das liegt an uns“, meint Hecke. „Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht: Wenn ich mich für Angst entscheide, dann entscheide ich mich für das Gefängnis.“ Gemeinsame Kinder plant das Paar anscheinend nicht. “Kinderkriegen ist für mich in diesem Leben nicht meine Aufgabe.“ Jede Frau wisse, ob sie dazu bestimmt sei oder nicht.

RND/lth


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