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Verein stellt Strafanzeige gegen Oliver Pocher

  • Seit Wochen pöbelt Oliver Pocher gegen deutsche Influencer.
  • Dem Verein “Liebe wen du willst” wird das jetzt zu bunt.
  • Nach Hilferufen betroffener Internet-Stars stellte die Gruppe nach eigenen Angaben Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft.
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Berlin. Nach mehreren Verbal-Attacken auf deutsche Instagram-Stars droht dem Comedian Oliver Pocher nun Ärger: Der Verein “Liebe wen du willst” aus Berlin hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen den Comedian bei der Berliner Staatsanwaltschaft gestellt. Als Gründe nennt die Organisation gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) “menschenverachtende Beleidigungen, Hetze, Diffamierungen und öffentliches Bloßstellen”.

Pocher hatte seit Beginn der Corona-Pandemie im März immer wieder Videos auf Facebook und Instagram veröffentlicht, und dort die sogenannten Influencer grob beleidigt. In einem Video beispielsweise bezeichnete Pocher die Socialmedia-Stars als "Influencer-Voll-Fick-Scheiß-Truppe”. In einem minutenlangen Brüll-Video kündigte er an: “Ich mach euch alle tot, ernsthaft. Ich kann nicht mehr, ey. Wenn’s der Virus nicht macht, dann mach ich’s.”

Am Wochenendende dann leakte Pocher schließlich auf seinen Social-Kanälen ein bisher unbekanntes Pornovideo einer Influencerin und machte gleichzeitig die Sexarbeiter-Vergangenheit von deren Freundin öffentlich. In den sozialen Netzwerken sorgt der Fall für Entsetzen - Nutzer reagierten mit dem Hashtag #löschdichpocher, die Rapper der Antilopen Gang veröffentlichten einen Diss-Track gegen den Comedian.

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“Pocher hat eine Grenze überschritten”

Nun folgt also die Strafanzeige des Berliner Vereins. Auf Instagram hat die Gruppe den Schritt öffentlich gemacht. “Nach den schrecklichen Äußerungen über Influencer oder andere Personen haben wir uns besprochen, dass solchen menschenverachtenden Verhaltensweisen keine Plattform geboten werden darf”, heißt es dort. “Menschen bloßzustellen, zu demütigen, zu beleidigen, zu sagen, man bringt sie um, wenn es der Virus nicht tut etc. Wir leben in einem Rechtsstaat, und einer Person im öffentlichen Leben sollten die Konsequenzen von solchen Handlungen durchaus bewusst sein."

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Man habe nichts gegen Pocher persönlich, macht der Verein deutlich - auch seine Kritik an Deutschlands Influencern würde man größtenteils unterstreichen. Darum gehe es aber auch nicht: Pocher habe “eine Genze überschritten” und “damit vielen Opfern von Mobbing, Herabsetzung oder Bloßstellung einen Schlag ins Gesicht verpasst”.

Beim Verein hätten sich auch betroffene Influencer direkt gemeldet, erzählt Steve Hildebrandt, Vorsitzender von “Liebe wen du willst”, im Gespräch mit dem RND. Pochers Entgleisungen hätten Hass-Stürme gegen sie ausgelöst, mit teils dramatischen Folgen. Der Verein, der sich gegen Homophobie, Diskriminierung und Mobbing einsetzt, habe den Betroffenen beratend zur Seite gestanden.

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Pocher macht sich über Vorwürfe lustig

Hildebrandt sieht Pocher auch in einer Vorbildfunktion: “Was wäre, wenn Kinder ihn als Beispiel nehmen, und in der Schule andere bloßstellen, beleidigen und in ihrer Würde herabsetzen? Solche Verhaltensweisen führen nicht selten zum Suizid”, erklärt er. Der Vereinsvorsitzende merkt auch an, dass Pocher bald eine regelmäßige Latenight-Show auf RTL bekommt. “So etwas hat schlichtweg nichts im Fernsehen zu suchen”, findet er.

Die Berliner Staatsanwaltschaft war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch die Berliner Polizei wollte sich nicht zu einer möglichen Anzeige gegen den Comedian äußern. Der Verein “Liebe wen du willst” arbeite aber mit den Behörden seit jeher eng zusammen, erklärt dessen Vorsitzender. Die Gruppe hatte bereits vor einigen Tagen für Schlagzeilen gesorgt. Zusammen mit dem Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl hatte der Verein nach eigenen Angaben Anzeige gegen den Sender Sat.1 sowie die Produktionsfirma EndemolShine gestellt. Hintergrund war ein Mobbingfall in der Show “Promis unter Palmen”. Auch Teilnehmer Bastian Yotta hatte der Verein nach eigenen Angaben angezeigt.

Carsten Stahl, mit dem die Gruppe laut eigenen Angaben eng zusammen arbeitet, hatte Pocher bereits in der Vergangenheit auf sein Verhalten hingewiesen. Der Comedian reagierte darauf - natürlich - mit Spott: In einem seiner letzten Livestreams verkleidete er sich als brüllender Mobbing-Berater und zog Stahl durch den Kakao.


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