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Freilassung gegen Kaution abgelehnt

Offiziell angeklagt: Mutmaßlicher Rushdie-Attentäter bleibt in Haft

Hadi Matar (r.) und sein Verteidiger Nathaniel Barone stehen nach einer Anklageverlesung im Chautauqua County Courthouse.

Hadi Matar (r.) und sein Verteidiger Nathaniel Barone stehen nach einer Anklageverlesung im Chautauqua County Courthouse.

Mayville. Der mutmaßliche Attentäter des Schriftstellers Salman Rushdie bleibt in Haft. Ein Richter lehnte am Donnerstag den Antrag ab, den Beschuldigten Hadi Matar gegen die Zahlung einer Kaution freizulassen. Der 24-Jährige erschien im Gerichtssaal in Mayville im US-Staat New York, nachdem eine Grand Jury ihn zuvor offiziell angeklagt hatte. Er wird beschuldigt, den Schriftsteller in Chautauqua im US-Staat New York angegriffen und durch Stichwunden schwer verletzt zu haben.

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Der Beschuldigte, der mit seiner Mutter in Fairview in New Jersey lebte, ist wegen versuchten Mordes und Körperverletzung angeklagt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm jahrzehntelange Haftstrafen. Er hat sich für nicht schuldig erklärt.

Bei seinem Auftritt vor Gericht trug Matar schwarz-weiße Gefängniskleidung und schwieg. Sein Anwalt versuchte erfolglos, den Richter davon zu überzeugen, ihn bis zum Beginn des Prozesses auf freien Fuß zu setzen. Pflichtverteidiger Nathaniel Barone verwies darauf, dass M. nicht vorbestraft sei. Er würde im Fall seiner Freilassung nicht aus dem Land fliehen. Barone bat den Richter auch, etwas gegen die Medien zu unternehmen, die wiederholt versucht hätten, seinen Mandanten zu kontaktieren. Beim Gefängnis seien mehrere Hundert Anrufe eingegangen.

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Rushdie nach Attentat auf dem Weg der Besserung

Der Verteidiger beklagte, die Medienberichterstattung könne die Geschworenen im Prozess beeinflussen. „Er hat ein Recht auf ein ordentliches Verfahren, egal was ihm vorgeworfen wird“, sagte Barone. Der Richter ordnete daraufhin an, dass die am Prozess beteiligten Anwälte keine Interviews geben dürfen.

Matar gab zuvor der Zeitung „The New York Post“ ein Interview, in dem er erklärte, er möge Rushdie nicht. Er pries dagegen den verstorbenen iranischen Geistlichen Ajatollah Ruhollah Chomeini, den Anführer der islamischen Revolution im Iran von 1979.

Rushdie erhielt seit der Veröffentlichung seines Buches „Die satanischen Verse“, das vielen Muslimen als blasphemisch gilt, immer wieder Morddrohungen. 1989 erließ Chomeini eine Fatwa gegen den Autor, die zu seiner Tötung aufrief.

Der 75 Jahre alte Autor erlitt bei dem Angriff Verletzungen an der Leber; Nerven in einem Arm und einem Auge wurden durchtrennt. Er wird derzeit in einem Krankenhaus in Pennsylvania behandelt. Laut seinem Management und seinem Sohn Zafar ist Rushdie inzwischen auf dem Weg der Besserung.

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RND/AP

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