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  • Novak Djokovic: Anwalt nennt Gründe für Visumsstornierung „offensichtlich irrational“

Djokovics Anwalt nennt Gründe des Ministers „offensichtlich irrational“

  • Nach einer erneuten Visumsstornierung kämpft Tennisstar Novak Djokovic weiter, um doch noch bei den Australian Open antreten zu können.
  • Noch am Freitagabend (Ortszeit) hörte der Richter, der die erste Annullierung des Visums am Montag aufgehoben hat, den Fall erneut.
  • Zeitweise verfolgten mehr als 50.000 Zuschauer die gerichtlichen Auslegungen auf Youtube. Eine Entscheidung könnte am Sonntag fallen.
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Novak Djokovic gibt nicht auf: Obwohl sein Visum für Australien am späten Freitagnachmittag bereits zum zweiten Mal annulliert wurde, geht der serbische Tennisstar erneut gerichtlich gegen die Entscheidung vor.

Seine Anwälte erwirkten noch am Freitagabend eine erste Anhörung und drängten darauf, am Sonntag eine Entscheidung des Gerichts zu erwirken. Hintergrund dafür ist, dass der Sportler ab Montag an den Australian Open teilnehmen möchte. Ob dies möglich sein wird, bleibt abzuwarten, nachdem der Richter Anthony Kelly den Fall an den Bundesgerichtshof weitergegeben hat.

Djokovic selbst ist für Samstagmorgen zu einem Interview mit den australischen Behörden geladen. Danach befindet er sich wohl offiziell in Einwanderungshaft. Diese darf er aber zumindest zunächst mit seinen Anwälten verbringen, während diese sich auf eine weitere Anhörung am Sonntag vorbereiten. Den Freitagabend verbrachte der Tennisstar wohl noch in einem Privathaus.

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Streit um Tennis-Star: Australien erklärt Visum von Djokovic für ungültig
1:27 min
Einwanderungsminister Alex Hawke persönlich nutzte dazu sein ministerielles Recht, die Einreiseerlaubnis für den ungeimpften Djokovic für ungültig zu erklären.  © Reuters
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Brisante Bemerkung von Djokovics Anwalt

Während die Anhörung am Freitag noch kein Ergebnis brachte, war eine Bemerkung des Anwalts von Djokovic brisant. Nick Wood behauptete in seinem Statement, dass der Hauptgrund des australischen Einwanderungsministers für die Abschiebung des Sportlers gewesen sei, dass die Anwesenheit des Spitzensportlers die Impfgegner-Community begeistern könnte. Dabei habe sich der Minister auf frühere Kommentare des Tennisstars gestützt.

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Der Einwanderungsminister habe zugestimmt, dass Djokovic „ein vernachlässigbares Risiko für die Öffentlichkeit“ darstelle, einen medizinischen Grund habe, warum er nicht geimpft werden könne und eine Person von gutem Ansehen sei. Der Anwalt nannte die Gründe des Ministers „offensichtlich irrational“ und äußerte die Ansicht, dass die Abschiebung von Djokovic ebenso die Anti-Impfstimmung schüren könnte.

Einwanderungsminister hatte Djokovics Visum erneut storniert

Australiens Einwanderungsminister Alex Hawke hatte das Visum des Serben am späten Freitagnachmittag erneut storniert. In seiner Erklärung gegenüber den Medien erklärte Hawke, dass er auf den Abschnitt 133C (3) des Migrationsgesetzes zugreife und das Visum von Novak Djokovic aus Gründen der „Gesundheit“ und der „guten Ordnung“ annulliere, da dies im öffentlichen Interesse liege. Außerdem erwähnte der Minister den „Schutz der australischen Grenzen“, insbesondere während der Covid-19-Pandemie. Für seine Entscheidung habe er die Informationen, die ihm das Innenministerium, der Grenzschutz und Novak Djokovic zur Verfügung gestellt hätten, sorgfältig geprüft.

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Australiens Premierminister Scott Morrison hatte sich im Anschluss ebenfalls zu dem Fall geäußert und gesagt: „Diese Pandemie war für jeden Australier unglaublich schwierig, aber wir haben zusammengehalten und Leben und Lebensgrundlagen gerettet.“ Gemeinsam hätten die Australier eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten, die stärkste Wirtschaft und die höchsten Impfraten der Welt erreicht. „Die Australier haben während dieser Pandemie viele Opfer gebracht, und sie erwarten zu Recht, dass das Ergebnis dieser Opfer geschützt wird.“ Das tue der Minister nun mit seiner Entscheidung.

Nicht einfach, Entscheidung des Einwanderungsministers umzukehren

Grundsätzlich wird es nicht einfach werden, die Entscheidung des australischen Einwanderungsministers umzukehren. Der Ermessensspielraum des Ministers ist weit gefasst – dies schränkt die Möglichkeiten des Tennisspielers bei einer Berufung ein. Laut Rechtsexperten könnte vor Gericht nur überprüft werden, ob die Macht des Ministers rechtmäßig ausgeübt wurde.

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Theoretisch wäre aber zumindest ein Kompromissvorschlag möglich. Diesen erläuterte Abul Rizvi, ein früherer stellvertretender Sekretär der Einwanderungsbehörde, noch vor der Entscheidung auf Twitter: „Wenn der Minister das Visum von Djokovic annulliert und er Berufung einlegt, wäre eine Option, die dem Minister offensteht, ihn mit einem Überbrückungsvisum aus der Haft zu entlassen, während der Rechtsbehelf läuft“, schrieb er. Dies würde Djokovic ausreichend Zeit geben, bei den Australian Open anzutreten.

Djokovic nach wie vor in der Auslosung der Australian Open

Trotz der neuerlichen Visumsstornierung ist der Spieler derzeit nach wie vor in der Auslosung der Australian Open. Erst wenn feststehen sollte, dass er tatsächlich nicht beim Turnier antreten kann, würde es eine Umbesetzung geben. Wird Djokovic tatsächlich abgeschoben, könnte er für drei Jahre gesperrt sein und könnte in dem Zeitraum nicht nach Australien zurückkehren.

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