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Niederländische Royals: Superstar Maxima, demütige Prinzessin Amalia und der Corona-Skandal

  • Ihre Beliebtheit erhielt in der Pandemie einen kleinen Knacks: Die Rede ist von den niederländischen Royals um Willem-Alexander.
  • Dabei bricht normalerweise Jubel aus, wenn der König mit seiner modebewussten Königin Maxima auftritt.
  • In einer RND-Serie blicken wir auf die bekanntesten Königshäuser der Welt. Diesmal im Mittelpunkt: der Oranje-Staat.
Helmut Hetzel
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Den Haag. Jubel bricht aus, wenn König Willem-Alexander und Königin Maxima der Niederlande öffentlich auftreten. Die beiden sind das Traumpaar unter den europäischen Royals: Jung, dynamisch, elegant, spontan, zugänglich. Nur die Zugänglichkeit wurde und wird durch die Corona-Pandemie derzeit enorm eingeengt.

Öffentliche Auftritte waren in den letzten 15 Monaten kaum mehr möglich. Umso sehr freuten sich Willem-Alexander und Maxima, dass sie im Juli zum Staatsbesuch nach Deutschland reisen konnten. Auch der Besuch war – wegen Corona – um ein Jahr verschoben werden. Endlich wieder Glamour, endlich wieder Repräsentieren, endlich wieder eine königliche Gala im Ausland. König Willem-Alexander und Königin Maxima genossen es, bei ihrem Staatsbesuch in Berlin wieder im Mittelpunkt und in der Öffentlichkeit zu stehen.

König Willem-Alexander seit acht Jahren im Amt

Seit acht Jahren ist König Willem-Alexander jetzt im Amt. Am 30. April 2013 wurde er inthronisiert und offiziell der Nachfolger seiner Mutter, die seither den Königinnentitel abgeben musste und jetzt wieder Prinzessin Beatrix genannt wird. In den zurückliegenden Jahren entwickelte Willem-Alexander mit seiner charmanten Gattin Königin Maxima seinen eigenen Stil.

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An seinem Geburtstag, dem „Koningsdag“, der tatsächlich an seinem Geburtstag, dem 27. April, gefeiert wird, gibt es seither kein Volksfest mehr, bei dem sich die Mitglieder der königlichen Familie an Kinderspielen wie Sackhüpfen, Tauziehen oder Kloschüsseln-durch-die-Gegend-Werfen erfreuen sollen. Gefeiert wird zwar weiterhin – aber stilvoller. Wenn auch die Festlichkeiten am 27. April 2020 coronabedingt ausfallen mussten.

Willem-Alexander legt Wert auf Stil

Sowieso legt der 54-jährige Willem-Alexander Wert auf Stil. Auch in modischer Hinsicht. Dass er jetzt wie eine Art König Barbarossa einen rosa schimmernden Bart trägt, hat ihm vermutlich seine modebewusste Gattin Königin Maxima eingeflüstert. Denn die 50-jährige Maxima ist nicht nur Königin der Niederlande, sondern auch die Mode-Queen im Oranje-Staat. Zum dreitägigen Galadinner während des Staatsbesuchs in der Bundesrepublik Deutschland erschien die gebürtige Argentinierin in einem gestickten Abendkleid mit Motiven von violetten Blumen und Bambus darauf, das der niederländische Modezar Jan Taminiau speziell für sie entworfen hat. Auch im Valentino-Rot lässt sich Königin Maxima gerne in der Öffentlichkeit sehen.

Aber bereits vor dem Amtsantritt von König Willem-Alexander und Königin Beatrix hat sich in der nun rund 200 Jahre währenden konstitutionellen Monarchie der Niederlande einiges verändert. Die Macht von König Willem-Alexander wurde erheblich eingeschränkt. Hatte seine Mutter, Ex-Königin Beatrix, und alle anderen seiner königlichen Verfahren noch das Recht, nach Parlamentswahlen die Koalitionsgespräche zwischen den Parteien zur Regierungsbildung zu leiten – und damit auch zu beeinflussen –, so wurde dieses Recht der Verhandlungsführerschaft bei Koalitionsverhandlungen König Willem-Alexander genommen.

König Willem-Alexander hat keinen Einfluss mehr auf Regierungsbildung

Das Haager Parlament verabschiedete 2012 ein Gesetz, in dem festgelegt ist, dass der jeweils amtierende Parlamentspräsident den Verhandlungsführer für die Koalitionsgespräche ernennt, oder dass er oder sie selbst die Koalitionsverhandlungen leitet. König Willem-Alexander hat jetzt also keinen Einfluss mehr auf die Regierungsbildung. Seine Rolle und seine Funktion sind hauptsächlich repräsentativ. Er ist Staatsoberhaupt der Niederlande und repräsentiert das Land nach innen und außen. Ein kleines politisches Hintertürchen, um doch noch Einfluss auf die Haager Politik ausüben zu können, ließen die Parlamentarier aber offen. Willem-Alexander ist weiterhin offiziell und qua Verfassung Mitglied der jeweils amtierenden Regierung in Den Haag.

Jeden Montag um 11 Uhr empfängt er den Ministerpräsidenten zum Vieraugengespräch. Was bei diesem Tete-à-Tete zwischen König und Regierungschef auf Schloss Noordeinde im Herzen Den Haags besprochen wird, dringt nie nach draußen. Man nennt es das „Haager Geheimnis“.

Griechenland-Urlaub im Lockdown verärgerte die Niederländer

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Aber auch Könige und Königinnen machen Fehler. Einen Tritt ins Fettnäpfchen leisteten sich Willem-Alexander, Maxima und ihre drei Töchter, die Prinzessinnen Amalia, Alexia und Arianne, im Oktober vergangenen Jahres. Mitten im Corona-Lockdown jetteten sie mit dem Regierungsflugzeug, einer Boeing 737, nach Griechenland, um dort auf den Peleponnes, wo sie ein riesiges Feriendomizil besitzen, Urlaub zu machen. Zu Hause in Holland brach daraufhin unter anderem in den sozialen Medien ein Sturm der Entrüstung aus. Die heftige Kritik an dem Urlaubstrip führte dazu, dass die königliche Familie direkt wieder den Heimflug nach Holland antrat und den Urlaub sein ließ.

In einer Videobotschaft entschuldigten sich König Willem-Alexander und Königin Maxima für diesen Ausrutscher bei ihren „Untertanen“. Königin Maxima sagte dazu in einem Interview anlässlich ihres 50. Geburtstages: „Wir haben eine Fehleinschätzung gemacht.“ Diese Fehleinschätzung kostete die niederländischen Royals viel Sympathie bei der Bevölkerung. Ihr Ansehen sank. Die Sympathiewerte rutschten in den Keller. Sogar Rufe nach der Einführung einer Republik wurden wieder laut.

Augen vieler Niederländer auf Prinzessin Amalia gerichtet

Die Augen vieler Niederländer sind derzeit aber nicht nur auf die Ausrutscher des Royals-Paares und die Outfits von Mode-Queen Maxima, sondern vor allem auf deren älteste Tochter Amalia gerichtet. Amalia, die am 7. Dezember 18 Jahre und damit volljährig wird, machte gerade ihr Abitur. Sie kündigte an, dass sie auf ihre ihr ab dann zustehende Apanage als Thronfolgerin von jährlich 1,6 Mio. Euro verzichten will, „weil ich derzeit noch nicht für das Land tätig bin“, erklärte sie. Sie wolle das Geld erst beziehen, wenn sie tatsächlich repräsentative Aufgaben für die Niederlande übernehme. Sie wolle nun erst mal ein Sabbatical einlegen und ein Jahr lang das tun, was sie später als Königin nicht mehr tun könne.

Viele Niederländer sind gespannt darauf, was in diesem Jahr, in dem ihre künftige Königin frei von protokollarischen Zwängen leben will, geschehen wird. Die Gretchenfrage, die sich viele stellen, lautet natürlich: Wer wird ihr erster offizieller Freund sein?

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