Nico Rosberg: “Die Show ist mein neuer Wettkampf”

  • Der ehemalige Formel-1-Gewinner Nico Rosberg steigt als neuer Investor bei der beliebten Gründershow “Die Höhle der Löwen” (Vox) ein.
  • Im Interview mit dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) spricht er über Mobilität, Nachhaltigkeit und das Gründen in Zeiten von Corona.
  • “Ich finde es wichtig, tolle Gründer zu unterstützen und sie für mich zu gewinnen”, sagt Rosberg.
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Wenn am 31. August Deutschlands beliebte Gründershow “Die Höhle der Löwen” (Vox) in die achte Staffel startet, ist mit dem Montag nicht nur der Sendeplatz neu, sondern mit dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg steigt auch ein neuer Investor in die TV-Arena. Im Interview mit dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) spricht Rosberg über Mobilität, Nachhaltigkeit und das Gründen in Zeiten von Corona.

Wie ist man bei “Die Höhle der Löwen” auf Sie als neuen Investor gekommen?

Ich bin mit Frank Thelen ein Co-Investor bei dem Flugtaxi­unternehmen Lilium. Als er entschieden hat, rauszugehen, hat er mich bei Sony vorgeschlagen, und man ist dann auf mich zugekommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Es ist ein komischer Zufall, weil ich schon immer ein großer Fan der Sendung war. Vor drei Jahren hat meine Frau zu mir gesagt: “Hey, wäre es nicht cool, da mal mitzumachen?” Damals habe ich geantwortet, dass ich erst noch mal ein bisschen Erfahrung sammeln muss. Die habe ich jetzt, und von daher kam die Anfrage zum richtigen Zeitpunkt.

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Wenn Gründer einen neuen Smoothie vorstellen, wären Sie dann auch der richtige Investor für Sie?

Das ist die Heraus­forderung. Ich bin in der Mobilität zu Hause. Wenn man mir sagt, dass der Kilometer bei ihnen einen Euro kostet, dann kann ich ihnen sagen, ob das zu viel oder nicht genug ist. Aber “Die Höhle der Löwen” ist sehr breit aufgestellt. Da ist von der Psychologie-App über Nahrungs­mittel bis hin zur Solarzelle alles dabei. Natürlich ist das auch ein Lernprozess für mich. Man hat in dem Moment keine Hilfe und ist auf sich allein gestellt. Man kann sich auch kaum darauf vorbereiten, weil man nicht weiß, was kommt. Es ist eine komplette Überraschung. Dann muss man innerhalb von 45 Minuten – oder wie lange der Pitch eben dauert – entscheiden, ob man investieren will oder nicht. Aber diese Heraus­forderung suche ich ja auch. Natürlich gibt es einige Dinge, die ich sehr schnell lernen muss.

Die anderen Investoren loben bereits, dass dank Ihnen alles viel schneller geworden ist.

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Diese schnelle Entscheidungs­fähigkeit bringe ich natürlich aus meiner Sportart mit. Das muss ich in der Show zu meinem Vorteil nutzen. Auch wenn die anderen das natürlich auch drauf­haben. (lacht) Vor allem eine Judith Williams, die seit Tag eins bei der Show dabei ist. Der Wettkampf mit den anderen Investoren ist total spannend. Es gab auch einige Duelle. Manche gewinnt man, manche verliert man. Verlieren ist schwer, aber gewinnen ist gigantisch. Da wird dann so viel Adrenalin freigesetzt wie bei einem Formel-1-Sieg. Das ist sehr gut vergleichbar. Das Adrenalin baut sich in so einem Moment auf. Das ist der Wahnsinn. An so einer Entscheidung hängt nämlich viel dran. Es geht um einen Menge Geld und eine unglaubliche Chance, in ein Unternehmen zu investieren. Solche Gründer findet man ja nicht jeden Tag.

Sie setzen auf Themen wie Mobilität und Nachhaltigkeit. Aber wie schwierig ist die derzeitige Corona-Pandemie für Gründer?

Die Corona-Zeit ist für das Gründertum eine extreme Herausforderung. Aber gerade die Nachhaltigkeit wird durch diese Corona-Phase einen weiteren Aufschwung erleben. Wir sind uns unserer Fragilität als Gesellschaft viel bewusster geworden. Das wird die ganze Nachhaltigkeits­bewegung noch mal beschleunigen. Ich sehe das auch an meinem Greentech-Festival, einem Event rund um das Thema Nachhaltigkeit. Wir hatten letztes Jahr 40.000 Teilnehmer und sind das einzige Event, das trotz Corona eine großartige Unterstützung bekommen hat. Wir werden jetzt statt im Juni erst im September stattfinden und werden sogar auf das letzte Jahr noch eins draufsetzen.

Was treibt Sie an? Sie hätten sich nach Ihrem Weltmeister­titel auch zur Ruhe setzen können.

Die Show ist mein neuer Wettkampf. (lacht) Ich finde es wichtig, tolle Gründer zu unterstützen und sie für mich zu gewinnen. Natürlich spielt auch der Gedanke an mein Lebenswerk eine große Rolle für mich. Ich habe jetzt zwei Kinder und möchte mit meinem Lebenswerk eine große Inspiration für sie sein. Ich möchte für unsere Gesellschaft einen positiven Beitrag leisten. Als Nachhaltigkeits­unternehmer in der Start-up-Welt finde ich da tolle Sachen, mit denen ich meine Kinder auch inspirieren kann. Die größte Gefahr für die Gesellschaft in den nächsten zehn, zwanzig Jahren ist der Klimawandel. Das ist eine Riesengefahr, und wir sind jetzt an einem entscheidenden Moment, in dem wir noch die letzten Chancen haben, um den Klimawandel zu bekämpfen. Wenn ich dabei eine kleine Rolle spielen kann, wäre ich sehr, sehr stolz.

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Hätten Sie denn auch Lust, in der nächsten Staffel wieder dabei zu sein?

Das ist jetzt noch kein Thema. Ich freue mich jetzt erst mal über den Start der Sendung. Wenn die Planung für nächstes Jahr feststeht, reden wir weiter.

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