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Aufruf zum bewaffneten Kampf: neues Musikvideo mit Xavier Naidoo

  • Der Sänger und Verschwörungsideologe Xavier Naidoo hat gemeinsam mit mehreren Rappern ein neues Musikvideo veröffentlicht.
  • Darin werden Verschwörungsmythen über die Corona-Pandemie verbreitet und zum bewaffneten Kampf aufgerufen.
  • In einer Szene wird sogar ein Terroranschlag auf ein Bremer Impfzentrum inszeniert.
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Berlin. Corona-Verschwörungsmythen, ein Aufruf zum bewaffneten Kampf und die Inszenierung eines gesprengten Impfzentrums. Gemeinsam mit einer Reihe von Rappern hat der Sänger und Verschwörungsideologe Xavier Naidoo am Donnerstag ein neues Lied und ein dazugehöriges Musikvideo veröffentlicht.

„Ich mach da nicht mit“, so der Titel des Songs, kommt als Zusammenstellung jener Ideologie daher, die seit dem vergangenen Jahr „Querdenker“-Demonstrationen dominiert, und die schon seit Jahren bei Protesten von Verschwörungsgläubigen und Reichsbürgerinnen und Reichsbürgern, sowie in den Telegram-Gruppen der Szene zu beobachten ist.

Die Musiker wollen beim Maskentragen, bei Tests und Impfungen nicht mitmachen, kurzum: Bei allen Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen gegen die Pandemie, die sie leugnen. Als „Plandemie“ wird die Corona-Pandemie im Musikvideo bezeichnet, Deutschland in der Corona-Krise wird zur Diktatur erklärt.

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Seit den großen Corona-Demonstrationen im Sommer 2020 veröffentlichten Rapper aus der verschwörungsideologischen Szene mehrere Songs, die teils zu Hymnen der Proteste wurden. Die Neuveröffentlichung, zu der Xavier Naidoo den impfgegnerischen Refrain beisteuerte, zeigt jedoch eine beachtliche Radikalisierung.

Inszenierter Terroranschlag auf Bremer Impfzentrum

Denn neben Verschwörungsideologien lassen die Musiker auch Gewaltfantasien freien Lauf. In einer Szene des Musikvideos wird ein Anschlag gegen ein Impfzentrum inszeniert. „Ich mache da nicht mehr mit, stehe nicht Schlange nur für einen Stich“, rappt „Skitekk“, während er im Video vor einem echten Impfzentrum auf dem Bremer Messegelände zu sehen ist. Als er die Worte „Vernichte die Nadel mit deinem Gift, verpasse der Wache einen Tritt“ rappt, tritt er einen vermeintlichen Sicherheitsmitarbeiter in einer gelben Warnweste zur Seite.

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Einige Sekunden später ist zu den Worten „ich warne sie“ eine computeranimierte Explosion vor dem Impfzentrum zu sehen.

„Bewaffne dich, vernichte den Tiefen Staat“

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An einer anderen Stelle ruft der Rapper „Scep“ sogar zum bewaffneten Kampf auf. „Leg die Fährte und du spürst sie auf, führst es aus. Die Zeichen sind da, mach Alarm, bewaffne dich, vernichte den Tiefen Staat“, rappt er, während Flammen das Bild überlagern. Anhängerinnen und Anhänger von Verschwörungserzählungen wie QAnon glauben an die Existenz eines „Tiefen Staates“, einer geheimen weltweiten Elite, die die Geschicke der Welt im Hintergrund lenke.

Der Politikwissenschaftler Josef Holnburger vom gemeinnützigen Center für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas) beobachtet vor allem die Aktivitäten deutschsprachiger Verschwörungsideologinnen und -ideologen in der Messenger-App Telegram. Über das Musikvideo sagt er gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Ich halte das für sehr gefährlich, weil nicht nur Gewaltfantasien geäußert werden, sondern direkt zu Gewalt aufgerufen wird. Solche Gewaltaufrufe sehen wir in dieser Szene aktuell immer mehr und ich gehe davon aus, dass das noch weiter zunehmen wird.“

Politikwissenschaftler warnt vor weiterer Radikalisierung der Szene

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Impfungen für Kinder würden derzeit immer mehr zum Thema. „Und gerade bei diesem Thema wird besonders stark emotionalisiert. Verschwörungsideologen spielen mit dem Narrativ, dass Kinder vermeintlich angegriffen würden. Diese Narrative drohen, die Szene weiter zu radikalisieren.“

Gefährlich sei auch, dass durch das Musikvideo versucht werde, ein Publikum weit über die üblichen Kreise auf Telegram hinaus zu erreichen. Youtube löschte bereits mehrere Uploads des Videos, neu hochgeladene Versionen waren am Freitagmittag jedoch weiterhin zu sehen. Auch auf Plattformen wie iTunes oder Spotify war das Lied zu hören. Bei iTunes wurde es am Freitag sogar in den täglichen iTunes-Charts angezeigt.

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