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Neue Tumore: Journalistin Maria von Welser hat Operation gut „weggesteckt“

  • Sie ist die Macherin des TV-Formats „ML Mona Lisa“, hat lang beim ZDF und beim NDR in leitenden Funktionen gearbeitet und sich für Frauen in aller Welt stark gemacht.
  • Am liebsten aber arbeitete Maria von Welser als Reporterin.
  • Privat steht ihr nun eine große Belastungsprobe bevor - im April wurden zwei neue Tumore in ihrem Kopf entdeckt. Eine Operation übestand sie gut.
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Hamburg. Am Anfang des Jahres war die Hamburger Fernsehjournalistin Maria von Welser („ML Mona Lisa“) noch guter Dinge. Sie hatte der Corona-Krise viel berufliches und ehrenamtliches Engagement entgegengesetzt und sich über die Zeit mit ihrer Familie gefreut. Doch ein Kontrolltermin nach Gehirntumor-Operationen 2017 brachte im März dieses Jahres die Schockdiagnose: „Bei einem Kontroll-MRT sind zwei neue Tumore im Kopf entdeckt worden“, sagt von Welser kurz vor ihrem 75. Geburtstag in Hamburg.

An von Welsers normalem Leben sollen die Tumore nichts ändern

Beide Tumore seien bereits im April operiert worden „und ich habe diesmal die Operation wesentlich besser weggesteckt“. Ihren Geburtstag am 26. Juni will die gebürtige Bayerin mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und ihren Enkelkindern auf Ibiza in einem Lokal am Strand in der Nähe ihres Hauses feiern. Wenige Tage später startet dann das Kontrastprogramm in Hamburg - die Bestrahlung. Von Welser ist in dritter Ehe verheiratet, hat zwei Kinder und fünf Enkelkinder.

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An ihren Lebensplänen sollen die neuen Tumore nichts ändern, sagt von Welser. „Selbst, wenn ich wüsste, dass ich morgen sterbe, würde ich immer versuchen, mein ganz normales Leben weiterzuführen.“ Dazu gehöre derzeit auch der Lehrauftrag an der Universität Paderborn, der ihr große Freude mache. „Ich freue mich vor allem wieder auf die Präsenzlehre im Herbst. Im Wintersemester hoffe ich doch sehr, dass ich wieder den jungen Menschen gegenübersitzen oder stehen kann.“ Seit 2015 lehrt sie in Paderborn in der Philosophie „Frauen, Krieg, Gewalt und Flucht und die mediale Wahrnehmung“.

Von Welser schrieb mediale Frauengeschichte

Bevor von Welser in den Ruhestand getreten war, hatte sie in der Medienlandschaft viele wichtige Fußspuren hinterlassen, hat mediale Frauengeschichte geschrieben. Gestartet war sie nach ihrem Politologie- und Soziologiestudium bei einer Tageszeitung in Bayern, ging später zum Radio und landete schließlich beim Fernsehen. Beim ZDF entwickelte sie und moderierte anschließend zehn Jahre lang das Frauen-Fernsehmagazin „ML Mona Lisa“. Es war das erste Frauenjournal im deutschen Fernsehen.

Schon damals reiste sie für Reportagen ins Ausland, berichtete über Massenvergewaltigungen im Bosnienkrieg, aus Indien und vom Gaza-Streifen. 1996 bekam sie für ihre Berichte zum Bosnienkrieg und ihren journalistischen Einsatz gegen die Kriegsverbrechen an den Frauen das Bundesverdienstkreuz. Ihr Kampf für Frauen hat schon früh angefangen. „Ich habe mich schon als kleines Mädchen über Unrecht aufgeregt, und wohl auch manchmal mit dem Füssen aufgestampft, erzählte meine Mutter jedenfalls.“

Auf die Frage, ob sie für Frauen ihrer Meinung nach viel bewegt habe, hat sie eine klare Antwort. „Es ist noch viel zu tun, aber ich denke, "ML Mona Lisa" hat als einziges Fernseh-Magazin Woche für Woche Themen aufgegriffen, die uns Frauen bewegt haben. Und 40 Prozent Männer als Zuschauer gehabt. Mir fehlt dieser Blick bis heute im deutschen Fernsehen.“

Vorzugsweise war von Welser Journalistin und Reporterin

Nach einer fast dreijährigen Station als ZDF-Studioleiterin in London wurde Maria von Welser 2003 schließlich Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg. Doch ihr liebster Job war ihr letzter, sagt sie. „Als Journalistin und Reporterin war ich am glücklichsten in der Schlussphase meiner Direktorentätigkeit.“ 2010 habe sie für zwei Monate Urlaubsvertretung in Tokio gemacht und dort das Studio in Südostasien geleitet.

„Und habe es geschafft, jeden Tag ein Stück für irgendein Programm zu produzieren. Da war ich so richtig glücklich, wieder zurück an meiner Basis zu sein - Reporterin, Journalistin, Filme machen, texten, Leute fragen, Themen sehen - das war so mein Ding.“ Japanisch spricht von Welser nicht. Dafür aber Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch.

Ihre Nachfolgerin und jetzige NDR-Landesfunkhaus-Direktorin Sabine Rossbach konnte auf die gute Arbeit der Wahl-Hamburgerin aufbauen: „Ich habe 2010 von Maria von Welser ein tipp-topp aufgestelltes NDR Landesfunkhaus Hamburg übernommen, das sie nicht nur durch ihre strategische Arbeit nach vorne gebracht hat, sondern auch durch journalistische Formate, die sie selbst erfunden und realisiert hat“, sagt Rossbach der dpa. „Bayerisch verschmitzt“ habe sie Vieles durch Motivation möglich gemacht.

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Von Welser: „Wenn ich schreiben darf, dann bin ich glücklich“

Auch in ihrem „dritten Leben“, wie sie ihren Ruhestand nennt, kann sie ohne das Schreiben nicht sein. „Ich bin ein schreibender Mensch. Auch, wenn ich Radio und Fernsehen und unzählige Live-Sendungen und Dokumentationen gemacht habe. Es geht immer wieder auf das Schreiben zurück. Wenn ich schreiben darf, dann bin ich glücklich.“

Obwohl von Welser seit vielen Jahren in Hamburg lebt, ist Bayern ihre Heimat geblieben. „Ich bin vom tiefsten Herzen Oberlandlerin. Ich bin in den bayerischen Bergen groß geworden. Das legt man nicht ab.“ Sie hege aber auch eine Liebe für Hamburg. „Hamburg hat mich mit offenen Armen aufgenommen.“ Sie habe sich in kürzester Zeit in der Hansestadt zu Hause gefühlt.

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Ihre Sehnsucht nach den Bergen könne sie beispielsweise im Golfclub Oberalster stillen. „Der erinnert mich immer ein bisschen an Bayern - mit den Hügeln. Und rund um die Alster zu gehen, ist natürlich herrlich. Mitten in der Stadt geht man um einen großen See herum. Das ist was ganz Schönes und etwas ganz Besonderes.“

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Von Welser schaut gern auf die Zeit seit ihrem Abschied vom aktiven Journalismus. „Es ist gut gelungen. Ich habe interessante Aufgaben. Ich war viel in der Welt unterwegs. Ich habe vier Bücher geschrieben. Ich kann mich nicht beklagen.“ Dennoch hat sie noch einiges vor: „Ein Buch über Frauen, Krieg, Gewalt, Flucht und die mediale Darstellung würde ich gerne noch schreiben. Mit leichtem Tobak habe ich es nie so gehabt.“

RND/dpa

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