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Nena solidarisiert sich mit Querdenkern – und postet Verschwörungssong von Xavier Naidoo

  • Bislang raunte Nena ihren Fans nur kryptische Botschaften zur Corona-Pandemie zu.
  • Jetzt schlägt sich die Sängerin offenbar vollends auf die Seite der Querdenker.
  • In einem neuen Instagram-Post solidarisiert sie sich mit den Demonstranten aus Kassel und bewirbt das neue Lied des Verschwörungsideologen Xavier Naidoo.
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„Danke Kassel“: Mit diesen Worten ist ein Video auf dem Instagram-Kanal von Pop-Sängerin Nena überschrieben, das offensichtlich auf die umstrittene Demonstration gegen Corona-Auflagen am vergangenen Samstag abzielt.  © dpa
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Berlin. Die Corona-Pandemie macht auch den deutschen Promis zu schaffen. Im vergangenen Jahr war das deutlich spürbar: Eine Musik- oder TV-Persönlichkeit nach der anderen driftete öffentlich ins Verschwörungsmilieu ab.

Attila Hildmann, Michael Wendler, Xavier Naidoo – die Liste ist lang. Und: Sie ist offenbar noch nicht zu Ende. Denn der nächste prominente Name wurde soeben hinzugefügt: Nena.

Die Sängerin postete am späten Montagabend eine vielsagende Instagram-Story, in der sie sich mit den Demonstrantinnen und Demonstranten von Kassel solidarisiert. Hier hatte sich am Wochenende ein Konsortium aus selbsternannten Querdenkern, Verschwörungsideologen, Corona-Leugnern und Kritikern der Corona-Maßnahmen versammelt, um seinem Ärger Luft zu machen. Schutzmaßnahmen wurden dabei wie selbstverständlich ignoriert, Teile der Demonstranten griffen außerdem Polizisten, Gegendemonstranten und Journalisten an.

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In ihrer Story postete Nena ein Zeitraffervideo der Menschenmassen, die sich durch Kassel bewegen. Dieses überschrieb sie mit den Worten „Danke Kassel“. Noch bezeichnender allerdings ist die Musik, mit der die Sängerin das Video unterlegte: Es ist der neue Song des Verschwörungsideologen Xavier Naidoo.

„Brainwashing“ und eine feiernde Pharmalobby

Der ehemalige deutsche Popstar war bereits vor der Pandemie mit rassistischen, antisemitischen und homofeindlichen Aussagen aufgefallen. Zu Beginn der Corona-Krise flog der Sänger schließlich aus der DSDS-Jury, nachdem immer fragwürdigere Videos über die Plattform Telegram aufgetaucht waren.

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Bereits am 8. März dieses Jahres veröffentlichte Naidoo zusammen mit dem weitestgehend unbekannten Sänger Jan ein neues Lied, dessen Songtext die Corona-Maßnahmen kritisiert und – wie sollte es auch anders sein – zahlreiche Verschwörungserzählungen gleich mitliefert.

Mitunter geht es in dem Song um die Pharmalobby, die laut der Sänger jetzt vor Freude „Champagner trinke“, Studien von Virologen würden „manipuliert“, „andere Wissenschaftler“ würden „diskreditiert“. Medien werfen die Sänger „Brainwashing pur, rund um die Uhr“ vor, die „Masse“ verstehe nicht „die perfide Tour“.

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Verschwörungsmythos vom „Great Reset“

Gesungen wird aber auch von einem angeblichen „globalen Neustart“. Der Satz kann als Anspielung auf Verschwörungserzählungen um einen „Great Reset“ verstanden werden. Demzufolge hat eine „globale Elite“ die Corona-Pandemie angeblich geplant, um das Weltwirtschaftssystem zu ihren Gunsten umzugestalten. Eingeblendet wird dabei immer wieder eine gezeichnete Weltkugel mit einem Start-/Stoppknopf, die aber immerhin rund ist und nicht flach.

Auch auf die Querdenker-Demonstranten gehen die Sänger ein und schieben diesen die Opferrolle zu. „Wer sich jetzt beschwert, den bewerfen sie mit Steinen“, heißt es dort etwa. „Demos sind gestorben, Kritiker nur Störer, jeder mit ‚ner Meinung gilt jetzt als Verschwörer.“ Dass Demos nicht gestorben sind, dürfte allein mit der Demo in Kassel bewiesen worden sein. Auch, dass die Gewalt hier nicht von Kritikern der Querdenker ausging, sondern von ihnen selbst.

Nena scheint diese Textzeilen offenbar genauso unproblematisch zu finden wie Naidoos frühere Aussagen. „DANKE JAN UND XAVIER NAIDOO FÜR DIE MUSIK“ schreibt sie in großen Buchstaben und verziert diese mit einem Herzchen in ihrer Instagram-Story. In einem weiteren Post verlinkt sie zum Song auf Youtube. Eine RND-Anfrage bei Nenas Management zum Fall blieb bislang unbeantwortet.

Nena raunt schon länger

Es ist nicht das erste Mal, dass die Sängerin eine Nähe zur Bewegung der Corona-Leugner signalisiert – bislang allerdings tat sie das nie so offensiv. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte Nena ein Werbevideo für ihr neues Album gepostet und dazu einen kryptischen Begleittext verfasst. Darin schrieb die Sängerin beispielsweise von „Panikmache“, ohne gezielt die Corona-Pandemie zu nennen.

„Ich habe meinen tiefen Glauben an Gott. Daher kommt mein Vertrauen ins Leben. Und ich habe meinen gesunden Menschenverstand, der die Informationen und die Panikmache, die von außen auf uns einströmen, in alle Einzelteile zerlegt“, heißt es wörtlich in dem Post. Xavier Naidoo reagierte damals auf den Beitrag mit einem Herz-Emoji. Nena antwortete ebenfalls mit einem Herz-Emoji und einem Smiley mit Heiligenschein.

Nenas Management versuchte später, die Wogen zu glätten. Nena sehe nur „einige Maßnahmen kritisch – zum Beispiel Maskenpflicht für Kinder und dass Familienmitglieder Sterbende nicht besuchen und begleiten dürfen“, hieß es damals in einer Stellungnahme. Eine Corona-Leugnerin sei die Sängerin aber nicht: „Sie stellt sich auf keine Seite, sondern hat eine Meinung und Gefühle, denen sie in erster Linie in ihrer Musik Ausdruck verleiht.“

Post für Impfskeptiker

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Im Februar dieser Jahres richtete Nena schon mal vorsorglich eine Botschaft an alle Impfskeptiker. In einem Instagram-Post schrieb die Sängerin, auf ihren Konzerten werde es auch künftig „keine Zweiklassengesellschaft“ geben. „Ob du dich impfen lässt oder nicht, ist ganz allein DEINE Entscheidung und muss von jedem respektiert werden“, heißt es in dem Post.

Auch der Verschwörungsideologe Attila Hildmann sah Nena bereits in seinen Reihen, und zwar als er im Oktober Einladungen zu einer Großdemonstration in Berlin verschickte. Neben Xavier Naidoo und Michael Wendler hätte auf dieser Demo laut seiner Ankündigung auch Nena auftreten sollen. Zu einem Auftritt kam es allerdings nie, auch selbst äußerte sich die Sängerin nie zu der Einladung.

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