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Nach Prinz Philip braucht das Königshaus einen neuen Modernisierer

  • Eindringlich verkörpert die Queen bei der Trauerfeier für Prinz Philip das Gefühl eines Volks, das traumatisiert aus der Pandemie kommt.
  • Die Frage, wer das britische Königshaus ins 21. Jahrhundert führt, stellt sich jetzt drängender denn je, kommentiert unsere Korrespondentin Katrin Pribyl.
  • Wie nötig Reformen sind, zeige nicht zuletzt der aufsehenerregende Abgang von Prinz Harry und Herzogin Meghan.
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London. Am Samstag nahmen Großbritannien und die Welt Abschied von Prinz Philip. Unter anderen Umständen wären sowohl der gesamte europäische Hochadel wie auch Staatsoberhäupter aus aller Welt angereist, flankiert von Hunderttausenden Schaulustigen. Man hätte ein Spektakel beobachtet, wie man es aus dem Hause Windsor kennt. Es sollte anders kommen.

Aufgrund der Corona-Einschränkungen fand die gesamte Zeremonie innerhalb der Mauern von Schloss Windsor statt. Draußen sorgten militärischer Pomp und royale Traditionen für Gänsehaut. In der Kapelle verfolgte aber lediglich die engste Familie die Trauerfeier. 30 Menschen, auf Abstand, mit Maske. Es war dieser fast surreale Anblick, der die Wirkung des zutiefst berührenden und wundervoll inszenierten Begräbnisses noch verstärkte.

Video
„Die Queen, einsam, traurig – dieses Bild geht um die Welt“: So lief die Beisetzung von Prinz Philip
4:15 min
Im Video schildert London-Korrespondentin Katrin Pribyl ihre Eindrücke von der Beisetzung des vor rund einer Woche verstorbenen Prinzen Philip auf Schloss Windsor.  © RND
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Ja, die Nation hat den dienstältesten Prinzgemahl in der Geschichte des Königreichs verloren. Aber hier trauerte vor allem eine Ehefrau um ihren Lebenspartner, hier trauerten Kinder und Enkel um ihren geliebten Vater und Großvater. Ihr Verlust wurde den Zuschauern durch die Schlichtheit der Feier und die Leere in dem riesigen Kirchenschiff noch eindrucksvoller ins Bewusstsein gerufen. Insbesondere das Bild der einsam in der Kapelle sitzenden Königin Elizabeth II. löste eine Welle des Beileids aus. Wieder einmal verkörperte die 94-jährige Monarchin auf traurig perfekte Weise das Gefühl ihres Volks, das traumatisiert aus dieser Pandemie kommt.

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Fragen nach der Zukunft des Königshauses

Hunderttausende Briten mussten in den vergangenen 13 Monaten allein und isoliert von ihren Familien um geliebte Menschen trauern. Wie nun ihre Queen. Obwohl fast 95 Jahre alt und der Inbegriff der privilegierten Elite im Königreich, bleibt sie das Band, das alle Altersgruppen und sozialen Schichten auf der Insel zusammenhält. Doch wie lange noch?

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Nach mehr als einer Woche im Zeichen des Herzogs von Edinburgh, in der er als treuer Gefährte der Königin und als Diener der Monarchie geehrt wurde, der sich um die Nation und die Armee verdient gemacht hatte, werden nun neue Fragen aufkommen, insbesondere jene nach der Zukunft des Königshauses. Philip galt als Modernisierer, zumindest während der ersten Jahrzehnte an der Seite von Königin Elizabeth II. Thronfolger Prinz Charles übernimmt seit einiger Zeit auf subtile, fast unmerkliche Weise die Rolle des neuen Patriarchen der royalen Familie. Doch ob er die oft antiquiert erscheinende, als gefühlskalt und unnahbar kritisierte Institution ins 21. Jahrhundert führen kann, darf bezweifelt werden. Dem 72-Jährigen bleibt schlichtweg nicht ausreichend Zeit für grundlegende Reformen.

Dabei sind diese dringend notwendig. Das haben nicht zuletzt gerade erst Prinz Harry und Herzogin Meghan mit ihrem aufsehenerregenden Abgang aus der ersten Riege der Royals gezeigt.

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