Moderator Jürgen Domian begrüßt Urteil zu Sterbehilfe

  • Seit Jahren setzt sich Jürgen Domian für das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben ein.
  • Das bisherige Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe nennt der Moderator “skandalös”.
  • Am Mittwoch kippte das Bundesverfassungsgericht dieses jedoch.
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Köln. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt. Demnach hat künftig jeder das Recht, Angebote von Dritten in Anspruch zu nehmen – also auch Menschen, die nicht unheilbar krank sind.

Der Moderator Jürgen Domian, der sich seit Jahren mit dem Thema befasst, begrüßt diese Entscheidung. “Bravo, Bundesverfassungsgericht!", schrieb der 62-Jährige am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite. “Seit Jahren setze ich mich genau für dieses Recht ein. Auf ungezählten Veranstaltungen erlebte ich, dass weit über 80 Prozent der Menschen über das Ende ihres Lebens, über ihren eigenen Tod frei und eben selbst entscheiden möchten”, so Domian weiter.

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“Skandalöse Situation”

Viele von ihnen seien es “leid gewesen, in dieser so persönlichen und schwerwiegenden Frage von Geistlichen oder auch Ärzten bevormundet zu werden". Der Moderator habe in den vergangenen Jahren eine massive Ablehnung der Kirchen, konservativer Kreise und Teile der Ärzteschaft festgestellt. “Für mich stellte diese radikale Ablehnung des selbstbestimmten Sterbens immer eine große Provokation dar. Jedes Tier erlöst man, wenn sein Leiden zu groß ist. Wir Menschen aber sollen bis zum bittersten Ende ausharren, selbst wenn wir bei klarem Verstand den Wunsch nach Sterbehilfe äußern?”, so Domian.

Diesen Umstand beschreibt der Moderator als eine “skandalöse Situation”. Doch das Urteil erleichtere ihn sehr: " Ich selbst weiß nicht, ob ich in einer finalen Krankheitsphase den Wunsch nach Sterbehilfe (gemeint ist der assistierte Suizid) aussprechen würde. Dass ich jetzt aber das Recht dazu habe, entspannt mich enorm. Die Angst vor einem leidvollen und würdelosen Ende ist auf jeden Fall kleiner geworden", so der Moderator. “Ich habe ja einen letzten Ausweg."

Verbot 2015 eingeführt

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Das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe war 2015 eingeführt worden, verstoße aber laut Bundesverfassungsgericht gegen das Grundgesetz. Das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe verletzte den einzelnen Menschen in seinem Recht auf selbstbestimmtes Sterben.

Dieses Recht schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und dabei Angebote von Dritten in Anspruch zu nehmen, sagte der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, am Mittwoch bei der Urteilsverkündung in Karlsruhe.

RND/msc

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