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Mobbingvorwürfe gegen TV-Show: Künftige Königin (17) der Niederlande verunglimpft

  • Prinzessin Catharina-Amalia ist erst 17 Jahre alt – doch irgendwann in Zukunft soll sie die niederländische Königin werden.
  • Nun wurde die Jugendliche in der Sendung „TV-Kantine“ parodiert und als stark übergewichtig dargestellt.
  • Obwohl die Niederländer gern mal über die königliche Familie lachen, geht das vielen zu weit.
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Da ist sie wieder: die Frage danach, wie weit Satire gehen darf. Die niederländische Fernsehshow „TV-Kantine“ macht sich regelmäßig über Landesprominenz lustig, da ist natürlich auch die Königsfamilie immer wieder dran. Und viele Niederländer lachen gern über Parodien von König Willem-Alexander (53) und Königin Máxima (48) durch die Comedians Frits Huffnagel und Elise Schaap. Schließlich sind auch die Royals nicht unfehlbar – zuletzt hatte ein Griechenlandurlaub der Familie mitten in der Corona-Pandemie für viel Kritik gesorgt.

Kein Wunder also, dass das in der neuesten „TV-Kantine“-Folge auch aufs Korn genommen wurde – dort trifft ein „Reporter“ Königin Máxima mit einer „oranje“ Luftmatratze und Flugtickets nach Griechenland in ihrem Schloss an. So weit, so lustig. Doch eine andere Sache geht vielen Zuschauern zu weit: Denn in der Folge wird auch die erst 17-jährige Prinzessin Catharina-Amalia durch den Kakao gezogen, die irgendwann in Zukunft ihrem Vater auf den Thron folgen soll. Verkörpert wird sie in der Satireshow durch den Comedian Najib Amhali (49) – mit blonder Perücke und im hellblauen Kleid, wie die Prinzessin es beim traditionellen Sommershooting der Königsfamilie im vergangenen Jahr trug. Dabei wird die junge Prinzessin, die noch zur Schule geht, als übergewichtig und alt dargestellt, was vielen Niederländern missfällt – von Mobbing ist die Rede.

Vorwurf des „Fatshaming“

Der niederländische Schriftsteller Arthur van Amerongen etwa wirft der Sendung auf Twitter „Fatshaming“ vor. „Es ist skandalös, dass Najib Amhali unsere geliebte Prinzessin Amalia als stark fettleibige und auch noch hochschwangere Linda de Mol darstellt“, schreibt er und beschuldigt die Show, das nur für die Quoten zu machen.

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Auch andere User in den sozialen Medien finden es nicht angemessen, eine Minderjährige derart in einer Fernsehsendung, die regelmäßig von mehr als einer Million Zuschauern gesehen wird, zu verspotten. „Ich bin Fan von der ‚TV-Kantine‘, aber Amalia nachzumachen geht wirklich nicht. So eine schöne, junge Frau sollte man so nicht darstellen“, schreibt da etwa einer. Ein anderer Nutzer gibt auf Twitter zu bedenken, „was das für die betreffende Person bedeutet, eine minderjährige Frau in ihrer Entwicklung und mit Unsicherheiten“. Er findet es „schockierend, dass die Macher kein Gefühl dafür zu haben scheinen“.

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Royals-Expertin kritisiert Amalia-Darstellung

Auch die niederländische Journalistin und Royals-Expertin Justine Marcella springt dem jungen Adelssprössling bei. In einem Interview mit dem niederländischen Sender RTL, auf dem auch die „TV-Kantine“ läuft, bezeichnet sie die Parodie Amalias als „nicht gelungen“ und verweist wie viele andere auf das Alter der Prinzessin. Mit 17 sei man noch dabei, seine eigene Identität zu finden. Ihre eigenen Kinder seien auch in dem Alter und würden über fast alle Parodien und Satiresendungen lachen, aber die über Amalia sei auch ihnen zu weit gegangen. „Es hat mir wirklich nicht gefallen“, so das Fazit der Journalistin über die Darstellung der Prinzessin. Auch sie selbst als Königshausreporterin wurde in der Sendung parodiert – damit wiederum hat Marcella eigenen Angaben nach kein Problem. Im Gegenteil: Sie habe es sehr witzig gefunden. Das Königshaus selbst hat sich bisher nicht zu der umstrittenen Parodie der „TV-Kantine“ geäußert.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass das Gewicht von Prinzessin Amalia zum Thema in der Öffentlichkeit wird. Unter anderem nach einem Auftritt der „Oranjes“ am niederländischen Nationalfeiertag im Jahr 2018 – da war Amalia gerade mal 14 Jahre alt – wurde sich über die Figur der jungen Prinzessin mokiert. Damals war es andersherum als heute: Zahlreiche Nutzer in den sozialen Medien bezeichneten das Mädchen als „zu dick“, in der Presse hingegen wurde sie verteidigt. Unter anderem Kolumnistin Angela de Jong rechnete damals öffentlich mit Amalia-Kritikern ab: „Die Amalia-Twitterer sollten sich zu Tode schämen“, schrieb sie im „Algemeen Dagblad“, der zweitgrößten Tageszeitung der Niederlande.

RND/hsc

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