• Startseite
  • Promis
  • “Miss Germany” Leonie von Hase: Wie Corona die ersten drei Monate ihrer Amtszeit beeinflusst hat

“Miss Corona”: Wie Leonie von Hase die ersten drei Monate ihrer Amtszeit verbracht hat

  • Ihre Wahl ging groß durch die Medien.
  • Leonie von Hase ist die erste “Miss Germany¨ unter neuem Konzept – eine starke, authentische Frau, die nicht auf ihr Aussehen reduziert werden will.
  • Doch nun, drei Monate nach der Wahl, wird sie vom Coronavirus ausgebremst.
|
Anzeige
Anzeige

Hannover/Kiel. Am 15. Februar dieses Jahres wurde die 35-jährige Mutter und Gründerin eines Onlineshops, Leonie von Hase, zur neuen “Miss Germany” gewählt. Es gab einen großen Aufschlag in den Medien: Der Konzeptwandel des ehemalig klassischen Schönheitswettbewerbes galt als geglückt. Eine authentische, starke Frau, bei der es eben nicht nur um ihre Schönheit geht, wurde gesucht – und in Leonie von Hase tatsächlich gefunden. Die Kielerin, die in Namibia aufgewachsen ist, ist die erste Miss, die über 30 ist und zudem Mutter.

Normalerweise wird das Leben einer “Miss Germany” nach der Wahl ordentlich auf den Kopf gestellt, sie erwarten Termine über Termine und plötzlich eine große Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit. Doch von Hase ist drei Monate nach ihrer Wahl wegen der Corona-Krise wie viele andere Menschen zurzeit viel zu Hause - und vor allem mit dem Haushalt und der Versorgung ihres dreijährigen Sohnes beschäftigt, der wegen der Pandemie nicht in die Kita kann.

Als “Miss Germany” auf Instagram

“Ich mache die ‘Miss Germany’-Aufgaben zurzeit vor allem auf Instagram”, erzählt sie. “Da bin ich viel aktiver als vor der Wahl und finde es auch spannend, diverse Menschen ansprechen zu können”, so von Hase. Sie habe nach ihrem Sieg nicht nur in Deutschland, sondern aus der ganzen Welt Zuspruch bekommen; vor allem aus “Latino-Ländern” wie Brasilien habe sie viel Feedback bekommen, worüber sie sehr überrascht war. “Die haben ja eigentlich auch ihr eigenes Schönheitsbild. Und dass eine 35-Jährige, die nicht die Feminität schlechthin ausstrahlt, da trotzdem gut ankommt, zeigt ja auch was”, freut sich die Blondine über die Entwicklung. Zu der großen Aufmerksamkeit um ihre Wahl sagt sie bescheiden: “Das lag natürlich nicht nur an mir, sondern vor allem daran, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.”

Anzeige

Auf Events sei sie natürlich zurzeit nicht, erzählt von Hase – Großveranstaltungen sind wegen Corona zurzeit unmöglich. Aber sie habe auch gleich nach ihrer Wahl schon klargestellt, dass ihre Priorität weiter auf ihrer Familie liege. “Ich muss mich nicht auf jedem Event fotografieren lassen”, sagt sie gelassen, “ich habe ja schon als Model gearbeitet und das schon gemacht. Das ist auch nicht nachhaltig.” Diese Einstellung ist vermutlich eine, die sie stark von ihren Vorgängerinnen unterscheidet.

Anzeige

Auch ihren Beruf, Leonie von Hase führt als Selbstständige einen Vintage-Online-Shop, hat sie nicht für das Jahr als “Miss Germany” – oder sollte man zurzeit lieber “Miss Corona” sagen? – aufgegeben. Das war bei den Missen zuvor eigentlich üblich. So hatte sich von Hases Vorgängerin Nadine Berneis, eine Polizistin, für das Jahr vom Beamtendienst freistellen lassen.

Absprache mit Verlobtem

Und wie hätte von Hase das mit der Doppelbelastung gemacht, wenn Corona nicht dazwischen gekommen wäre? “Mein Verlobter und ich hatten uns geeinigt, dass immer abwechselnd jeder eine Woche lang für unseren Sohn zuständig ist”, erzählt sie. Jetzt sind beide wegen der Pandemie vorwiegend zu Hause – und das Kind auch.

“Das ist auch eine neue Erfahrung, als Familie so viel Zeit zu verbringen”, erzählt die 35-Jährige. Sie nutze die Zeit aber auch, um Dinge zu verwirklichen, die sie schon immer mal machen wollte – so drehe sie zum Beispiel Kochvideos, die sie ihren Followern auf Instagram zeigt. “Um mir auch selbst das Gefühl zu geben, dass ich einen konstruktiven Output habe”, nennt von Hase einen der Gründe dafür. Denn: “Sonst habe ich immer 10 Millionen Projekte gleichzeitig am laufen und jetzt in dieser Zeit liegt der Fokus auf einmal nur auf Kind und Familie. Das ist schon eine krasse Umstellung. Da habe ich abends oft nicht das Gefühl, dass ich wirklich was geschafft habe.”

Anzeige

Gleichzeitig sei diese Corona-Zeit auf gewisse Weise auch hilfreich für sie: “Das ist auch mal gut, wenn man die letzten 15 Jahre immer mit 180 durchs Leben gerast ist.” Trotzdem wolle sie ihr Jahr als “Miss Germany” schon noch nutzen: “Ich hoffe natürlich, dass ich noch reisen und Aufträge annehmen kann”, so die Kielerin. Sie habe unter anderem ein paar Angebote für Moderationsjobs bekommen – das könne sie sich gut vorstellen. “Ich würde mich natürlich freuen, wenn es mit meiner Karriere ein bisschen vorangeht.”

Suche nach der neue “Miss Germany” läuft schon

Und während Leonie von Hases “Miss Germany”-Jahr wegen der Corona-Krise sehr verhalten gestartet ist, sucht die Miss Germany Company (MGC) bereits nach Kandidatinnen für das nächste Jahr. “Ich hoffe, dass sich viele Frauen dank meines Sieges trauen, sich zu bewerben”, sagt die amtierende Miss. Das zumindest ist ihrer Meinung nach die Message, die durch die “unkonventionelle Wahl” in diesem Jahr nach außen geschickt wurde.

“Das wäre vielleicht bei anderen Kandidatinnen nicht so gewesen”, meint Leonie von Hase. “Ich bin eben ein bunter Hund.” Ihre Nachricht an ihre Follower: “Zeigt euch, wie ihr seid. Ihr müsst euch nicht verstecken, nur weil ihr zum Beispiel schon 35 seid.” Auf Instagram schreibt sie zu dem Thema außerdem: “Scheiß auf das, was andere (oder du selbst!) meinen, warum du dich nicht bewerben solltest. Für mich war die Erfahrung mit dem neuen Konzept, das Personality Camp und die Kameradschaft zwischen den Frauen eine einzigartige und lebensprägende Erfahrung.”

Anzeige

So stellt sich Leonie von Hase den neuen Bewerberinnen auch für Fragen zur Verfügung. “Es ist wichtig, positive und bodenständige Leitfiguren zu haben”, findet sie. Auch auf Instagram folgten ihr vor allem Frauen – die wolle sie motivieren, sich etwas zu trauen. Ganz egal, ob das nun eine Bewerbung als neue Miss sei oder etwas ganz anderes.

Sich trauen im doppelten Wortsinn wollte Leonie von Hase dieses Jahr auch: Sie wollte ihren Verlobten heiraten. Doch Corona hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht: “Wir haben die Hochzeit verschoben und wissen gerade noch nicht, wie es weitergeht. Man kann ja nur abwarten”, sagt von Hase. Bei einer jetzigen Hochzeit könnten schließlich auch ihre Verwandten aus Namibia nicht anreisen – und die will sie dabei haben. “Es ist scheiße, nicht zu wissen, wann man seine Familie wiedersieht.”

Außerdem hatte sie eigentlich geplant, in ihrer Zeit als “Miss Germany” in Namibia ein “Female Empowerment”-Projekt ins Leben zu rufen. “Aber das kann ich ja auch immer noch machen, wenn ich keine Miss mehr bin”, zeigt sich von Hase ein wenig optimistisch. Sie hoffe, dass sie dann trotzdem Kontakte gesammelt habe, die ihr dabei helfen würden.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen