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„Mein Held“: Instagram-Bild von Til Schweiger sorgt für Diskussionen

  • Til Schweiger postet ein idyllisches Foto, das ihn mit dem Blogger Boris Reitschuster zeigt.
  • Er sei sogar ein „Held“, findet der Schauspieler, rund 4000-mal wird das Bild kommentiert, auf Twitter tobt eine Diskussion.
  • Wer ist dieser Mann? Und warum regt das Foto so viele Menschen auf?
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Berlin. Ein Instagram-Post des Schauspielers Til Schweiger sorgt für Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Schweiger habe sich „endgültig ins Abseits geschossen“, schreibt beispielsweise ein Kommentator, er sei „tief gesunken“, meint ein anderer. Und auch Prominente wie etwa der Satiriker Jan Böhmermann melden sich zu Wort: „Jetzt dann offiziell: Honig im Kopf“, schreibt er auf Twitter.

Was ist passiert?

Foto mit umstrittenem Blogger

Schweiger hatte auf Instagram ein Foto gepostet, das ihn zusammen mit Boris Reitschuster zeigt. Der 50-Jährige war lange Journalist für namhafte Medienmarken, darunter etwa die „Augsburger Allgemeine“, dpa und AFP, beim „Focus“ leitete er das Büro in Moskau. Seit 2015 ist Reitschuster als freier Journalist unterwegs und betreibt mit „Reitschuster.de“ seinen eigenen Blog und einen Youtube-Kanal mit mehr als 280.000 Abonnentinnen und Abonnenten.

Das Problem: Auf seinen Kanälen lässt Reitschuster immer wieder auch bekannte Vertreterinnen und Vertreter der „Querdenken“-Bewegung zu Wort kommen. Im Mai beispielsweise verbreitete Reitschuster exklusiv und weitestgehend unkritisch eine Kampagne, mit der Vertreterinnen und Vertreter der Szene gegen das Impfen von Kindern mobil gemacht hatten.

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Auch für Falsch­meldungen ist das Blog bekannt. Die Faktenprüfer von Correctiv bemängelten zuletzt mehrere Artikel, die auf Reitschusters Website im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erschienen waren. Reitschuster selbst hat sich auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) bislang nicht geäußert.

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Jubel und Spott in den Netzwerken

Für Til Schweiger jedenfalls ist Boris Reitschuster ein „Held“ – das schreibt er zumindest in der Bildunterschrift seines Instagram-Beitrags. Nach Ansicht vieler Kommentatorinnen und Kommentatoren in den Netzwerken passt das ganz gut, wie der richtige Deckel zum Topf sozusagen. Bei Twitter beispielsweise ist der Hashtag #Schweiger aktuell in den Trends, bei Instagram haben mehr als 6000 Menschen (Stand: 15. Juni, 11 Uhr) das Bild kommentiert.

„Der großartige Till Schweiger bekennt sich via instagram zu @reitschuster!! Klasse!“, frohlockt beispielsweise ein Autor auf Twitter. Mit „Super Till“ und „Top Team“ kommentieren Menschen auf Instagram den Beitrag. „Was für ein schöner Wochenstart... Till #Schweiger und Boris #Reitschuster in einem Boot und die linke Blase auf Twitter ist am platzen“, findet ein Kommentator auf Twitter.

Andere reagieren mit Spott. „Der Till ist leider kein #Schweiger. Sonst wäre viel Unsinn erspart geblieben“, schreibt einer. Dax Werner kommentiert: „Stell dir vor du hast die Pandemie socialmediatechnisch für deine Verhältnisse sehr gut überstanden und dann postest du Mitte Juni 2021 das hier“ – darunter das Bild von Reitschuster und Schweiger. „Gegentor in der Nachspielzeit. Deprimierend“, ergänzt ein anderer.

Andere Kommentatorinnen und Kommentatoren wie etwa @elhotzo sehen in der Sache aber auch etwas Gutes. Bei Schweiger müsse man nun, anders als bei anderen abgedrifteten Promis, wenigstens nicht zwischen Kunst und Künstler trennen, nicht abwägen oder differenzieren. In diesem Fall sei schließlich „in seiner Gesamtheit absolut alles komplett beschissen“.

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Til Schweiger selbst hat sich auf RND-Anfrage bislang nicht zu dem Thema geäußert.

Immer wieder fragwürdige Posts

Schon in der Vergangenheit hatte Schweiger immer wieder mit seinen Facebook- und späteren Instagram-Posts für Erheiterung bis Erschrecken gesorgt. Einmal beispielsweise hatte sich Schweiger über Journalistinnen und Journalisten aufgeregt, die es gewagt hatten, seinen „Tatort“ zu kritisieren. Ein anderes Mal legte er sich mit der Deutschen Filmakadamie an, weil diese einen Kollegen nicht angenommen hatte – Schweiger kündige an, aus der Akademie auszutreten.

Einmal wurde einer seiner Facebook-Beiträge sogar vor Gericht verhandelt. Schweiger hatte eine private Konversation mit Namen und Porträtfoto einer Frau veröffentlicht, die ihn zuvor in der Nachricht angegangen hatte. Schweiger bekam vor Gericht recht, der Facebook-Post musste nicht gelöscht werden.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sorgt Schweiger jedoch auch mit anderen Themen für Aufsehen, wobei die Meinung des Schauspielers dabei stark variiert. Im März 2020 beispielsweise regte sich der 57-Jährige darüber auf, dass viele die Pandemie nicht ernst nähmen und nicht genügend Abstand hielten. „Erwachsene Leute mit Abitur, gebildet, kommen dir hier auf dem Gehweg entgegen. Du gehst zwei Meter zur Seite, sie gehen straight geradeaus“, polterte Schweiger in einem Post.

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Geteilte Meinung in der Pandemie

Später dann allerdings wendete sich das Blatt. In einem nicht ganz eindeutigen Post kritisierte Schweiger zunächst allem Anschein nach das Robert Koch-Institut für die strengen Corona-Maßnahmen.

Auch Bodo Schiffmann, eines der Gesichter der „Querdenken“-Bewegung, lobte Schweiger in einem Post. Schweiger teilte einen Video­ausschnitt, in dem irreführende Behauptungen über das Virus verbreitet wurden. „Sehr interessant! Bodo Schiffmann, HNO Arzt, kann man auf Youtube schauen! Sehr informativ!“ Und auch die Pressemitteilung einer Anwältin, die per Eilantrag an das Bundes­verfassungs­gericht gegen die Corona-Maßnahmen geklagt hatte, teilte Schweiger.

Den Verschwörungs­ideologen Xavier Naidoo verteidigte Schweiger im vergangenen Jahr ebenfalls, nachdem dieser aus der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ hinausgeworfen worden war. „Ich bin Team Naidoo“, schrieb der Schauspieler seinerzeit.

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