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Schauspieler kritisiert soziale Medien

Lars Eidinger löscht Instagram-Account: „Ich war wirklich schwer abhängig“

Lars Eidinger bei den Filmfestspielen von Cannes.

Berlin. Schauspieler Lars Eidinger („Tatort“) macht Schluss mit Instagram. Mehr als sechs Jahre teilte er regelmäßig seinen Alltag mit Tausenden Abonnentinnen und Abonnenten. Besonders beliebt waren seine Bilder von skurrilen Alltags­beobachtungen. Einige davon wurden sogar als Kunstobjekte ausgestellt. Nun hat der Schauspieler dem Medium jedoch den Rücken gekehrt. Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur nennt er Gründe dafür.

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„Ich war wirklich schwer abhängig“, sagt Eidinger. In einsamen Phasen, zum Beispiel während Dreharbeiten, habe er locker acht bis elf Stunden täglich am Bildschirm seines Smartphones verbracht. Das wolle er nun ändern. „Keine Ahnung, ob ich das überhaupt durchhalte. Das ist ja wie bei jeder anderen Droge auch. Man weiß gar nicht, ob man das schafft, sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen“, so Eidinger. Soziale Netzwerke wie Instagram seien geradezu darauf ausgerichtet, die Userinnen und User in die Abhängigkeit zu treiben. Das habe bei ihm funktioniert.

„Wenn man sich diesen Müll den ganzen Tag reinzieht, dann macht es was mit einem“, kritisiert Eidinger. Das wollte der Berliner Schauspieler nicht hinnehmen und hat die App kurzerhand komplett von seinem Smartphone verbannt. „Ich habe auch nicht gedacht, ich könnte weniger machen. Das kann ich nicht. Da fehlt mir die Struktur für. So bin ich nicht gemacht.“

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Lars Eidinger löscht Instagram-Account: Usernachricht ist Schlüsselerlebnis

Grundsätzlich empfinde er die Gesellschaft „als wahnsinnig vergiftet“, so Eidinger. Das liege auch an den sozialen Medien. „Der toxische Effekt dieses Mediums ist enorm und hat mich so beeinflusst und krank gemacht die Jahre, dass ich mehr oder weniger die Notbremse gezogen habe.“

Zuletzt sah sich auch Eidinger wegen des offenen Briefs an Kanzler Olaf Scholz einiger Kritik ausgesetzt. Prominente, darunter er, hatten Scholz darin aufgefordert, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. Die darauffolgenden kontroversen Diskussionen und Angriffe in den sozialen Medien hätten jedoch keine Rolle bei seiner Entscheidung gespielt.

Ein Schlüsselerlebnis habe er vielmehr auf den Filmfestspielen in Cannes gehabt: Ein User, den er gar nicht kannte, habe ihm geschrieben und sich über ihn beschwert. „Ich hab bemerkt, wie mich diese Nachricht beschäftigt hat. Und ich stehe in Cannes im tollsten Hotel auf dem Balkon, sehe aufs Meer und habe den ganzen Tag diese Nachricht im Kopf. Und dann dachte ich mir: Warum tue ich mir das eigentlich an?“ So muss Instagram wohl zunächst ohne den deutschen Filmstar auskommen. Ob Lars Eidinger seine Social-Media-Abstinenz durchhält, bleibt abzuwarten.

RND/lin

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