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Klaas Heufer-Umlauf: „Ich organisiere mein ganzes Leben mit dem Handy“

  • Klaas Heufer-Umlauf zählt zu den fleißigsten TV-Machern des Landes.
  • Im RND-Interview spricht er über die zweite Staffel von „Check Check“, ehemalige Klassenkameraden und seinen Tagesablauf.
  • „Ich organisiere mein ganzes Leben mit dem Handy“, sagt Heufer-Umlauf.
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Neben seinen diversen TV-Shows spielt Klaas Heufer-Umlauf auch einen Securitymitarbeiter in der Flughafenserie „Check Check“ (Joyn). Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht er über die Dreharbeiten zur zweiten Staffel, ehemalige Klassenkameraden und seinen durchorganisierten Tagesablauf.

Herr Heufer-Umlauf, in der zweiten Staffel von „Check Check“ müssen die Securitymitarbeiter in Kurzarbeit gehen. Allerdings nicht wegen Corona …

Wir haben diese Szenen Ende letzten Jahres gedreht. Da war das alles noch nicht absehbar. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit Sido, der in einer Folge mitspielt, Anfang dieses Jahres am Set stand. Er hat mir erzählt: „Da kommt etwas, das heißt Coronavirus.“ Ich weiß noch, dass ich es überhaupt nicht ernst genommen habe, dass er deswegen seinen Urlaub umplant. Tja, falsch gedacht.

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Sie haben im Januar gedreht und dann bis zu diesem Sommer mit den Dreharbeiten ausgesetzt. Mussten die Drehbücher umgeschrieben werden?

Das ging einigermaßen, aber es gab ein paar Szenen, die man unter den derzeitigen Infektionsschutzmaßnahmen nicht mehr drehen konnte. Gerade wenn es um die Ansammlungen von Menschen geht. Das ist jetzt aber in der Serie ohnehin nicht das größte Problem, dass wir solche Szenen vermeiden müssen, weil es ohnehin viele Zweier- und Dreierszenen gibt. Dadurch, dass Doris (Golpashin; Anmerkung der Redaktion) und ich seit vielen Jahren ein Paar sind, kann ich ihr natürlich näher kommen. Das machte das Drehen selbstverständlich einfacher.

Spielt man eigentlich anders, wenn man eine Uniform anhat?

Das ist ein interessanter Gedanke. Man hat als Schauspieler sowieso eine Art Uniform an, dadurch dass man sich umzieht und ein Kostüm anhat. Diese Uniform hilft auf jeden Fall ein bisschen, dass man in dieser Dienstkleidung verschwindet. Das passiert aber auch in tatsächlichen Berufen wie bei Securitycheckmitarbeitern oder bei Polizisten. Für jemanden wie mich als Schauspieler, der sich damit nicht jeden Tag auseinandersetzt, ist es einfacher.

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Aber auch in den Folgen, die erst im Sommer gedreht wurden, spielt Corona keine Rolle. Warum ist das so?

Bei „Check Check“ soll das nicht der Fall sein, weil das eine behauptete Welt ist. Die ganzen Geschichten um den Flughafen herum sind komplett ausgedacht. Da passieren Dinge, die im echten Leben nicht passieren, die aber an die Realität angelehnt sind. Da kann man sich also alles ausdenken. Wir haben aber gerade ein anderes Projekt mit der Florida Film (Anmerkung: Produktionsfirma von Joko & Klaas) gemacht. Einen Improvisationsfilm, der sehr zeitnah gedreht und gespielt wurde, mit Charly Hübner in der Hauptrolle. Da ist es so, dass wir alles sehr schnell umsetzen mussten. Das ist so zeitgeistig, dass dort die Infektionsmaßnahmen ganz normal zum Alltag gehören, wie wir es momentan erleben. Das finde ich dann auch wichtig. Wenn man wirklich so ein Zeitdokument abliefert, dann gehört Corona da rein. „Check Check“ ist eher eine ganz klare Erzählung, in die man sich hineinbegeben kann.

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Und der Standort des Flughafens Simmering ist rein fiktiv?

Es gibt einen Ort in Wien, der so heißt. Ich finde aber, der Name klingt nach Nordrhein-Westfalen. In Wahrheit drehen wir in Hessen. Immer, wenn man in Wien zum Flughafen in Schwechat fährt, kommt man an einem Schild vorbei, auf dem „Simmering“ steht. Das ist bei mir irgendwie hängen geblieben. Die Chefin in der Serie, Frau Grünberg, heißt zum Beispiel so, weil wir uns die Geschichte am Anfang in einem Büro in der Grünbergerstraße ausgedacht haben. Alle anderen Namen aus der Serie gehören Leuten, mit denen ich zusammen in der Klasse war. Und Harald Armbruster war ein Kriminalpolizist aus Oldenburg, der hart durchgegriffen hat und den man als Jugendlicher kannte.

Haben sich denn schon ehemalige Klassenkameraden bei Ihnen gemeldet?

Nee, noch nicht. Auch bei den Geschwistern Ertu und Samira Karahanci ist der Nachname geklaut. Gülcan Kamps hieß vor ihrer Hochzeit Karahanci. Hab ich mir irgendwie gemerkt.

Sind diese Namen als Insidergags gedacht?

Nein. Mir fällt es immer wahnsinnig schwer, mir so was auszudenken, und deswegen nehme ich immer Namen, die es schon gibt. Mein Rollenname Jan Rothe war jemand aus meiner Klasse. Aber den habe ich seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. (lacht) Der weiß das gar nicht. Und ehrlicherweise weiß ich auch gar nicht mehr richtig, wie der aussah. Aber irgendwie fiel mir der Name wieder ein.

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Eigene Serie, eigene Late-Night-Sendung, diverse TV-Shows und einen Podcast. Können Sie eine App empfehlen, mit der man seine Termine gut planen kann?

(lacht) Ich organisiere mein ganzes Leben mit dem Handy. Meine Computer benutzte ich oft nur wie Schreibmaschinen. Der Rest wird mit dem Handy gemacht. Da gibt es einen ganz normalen Kalender, und auf den haben noch ein, zwei Personen Zugriff. Das kann ich jedem nur empfehlen. Der Kalender sagt mir, wann ich wo hingehen muss, wen ich wann anrufen muss und sagt jeden Tag, was ich machen soll. Dann mache ich das, und so klappt das. Jemanden, der einem dabei hilft, muss man erst mal finden. Ich kann relativ viel nicht, deshalb war es sehr schwierig, jemanden zu finden, der das ausgleicht.

Trotzdem legen Sie noch ein ordentliches Programm an den Tag …

Das liegt an der Sichtbarkeit. Es ist eben mein Job, und damit geht einher, dass man teilweise eine Stunde, die ich arbeite, auch eine Stunde im Fernsehen sieht. Das ist anders als bei anderen. Wenn man mal die Arbeitstage eines Bäckers auf ein Tour-T-Shirt drucken würde, wäre das wahrscheinlich auch eine beeindruckende Reihe, die der im Jahr so abreißt. Es klingt wie eine ziemlich heftige Tour. Leute aus dem Fernsehen oder Musiker tun immer so, als hätten sie wahnsinnig viel zu tun, weil das alles so öffentlich ist. Wenn ein ganz normaler Arbeitnehmer sagen würde, was er jeden Tag so macht, dann denkt man auch: „Wo nimmt der die Zeit her?“

Apropos Zeit, hatten Sie Leerlauf durch Corona?

Wir haben Glück gehabt, dass wir mit unserer Florida Film sehr elegant durch die Krise gekommen sind. Aber man weiß noch nicht, wie es weitergeht. Das liegt an unserer Arbeitsweise, dass wir zum Beispiel mit Jan Georg Schütte zusammenarbeiten und gerade einen Film umgesetzt haben, der mit 40 Kameras und ganz vielen Schauspielern gedreht wurde, die aber nur sehr kurz am Set sein mussten. Das ist natürlich ein Drehverhältnis, das Corona entgegenkommt. Da entsteht die meiste Arbeit anschließend im Schnitt.

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Auch bei Ihrer Show „Late Night Berlin“ müssen Sie sich ständig auf Änderungen einstellen. Aktuell tragen die Zuschauer im Publikum Masken …

In Berlin muss man natürlich reagieren. Da herrscht ein sehr dynamisches Infektionsgeschehen, wie man so schön sagt. Wir sind hier in Berlin in der Beschleunigungsphase. Das muss man natürlich mit bedenken. Wenn es in der nächsten Woche heißt, dass es zu gefährlich ist, will ich verantwortungsvoll vorgehen und werde auch ohne Publikum weitermachen. Oder wenn es gar nicht mehr geht, dann werden wir auch gar keine Show mehr machen. Das war bislang noch nicht notwendig, aber auch das ist total vorstellbar, weil wir auch Mitarbeiter haben, die unter Umständen Arbeiten machen möchten, die für sie verantwortungsvoll und sicher sind. Wenn das nicht mehr zu gewährleisten ist, dann höre ich sofort auf. Wir sind jetzt bereits bei einer Menge Neuinfektionen pro Tag und haben erst seit ein paar Wochen Herbst. Da kommt noch ein bisschen was auf uns zu.

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