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Kevin Bacon: „Ich liebe meinen Beruf, aber ich hasse die Welt des Showbusiness“

  • Kevin Bacon blickt auf eine lange, erfolgreiche Karriere zurück – dass ihm der Oscarruhm bislang verwehrt blieb, stört den 62-Jährigen nicht, wie er betont.
  • Im RND-Interview spricht Bacon über die Krimiserie „City on a Hill“, Kindererziehung und seine Hassliebe für Hollywood.
  • „Ich liebe meinen Beruf, aber ich hasse die Welt des Showbusiness“, sagt der Schauspieler.
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Los Angeles. Andere würden sich die „Ehre“ verbitten, als „bester Schauspieler, der noch nie für einen Oscar nominiert wurde“ bezeichnet zu werden. Kevin Bacon sieht das anders. Dem 62-Jährigen reicht es, dafür bekannt zu sein, ungewöhnliche Rollen zu spielen. So wie jetzt wieder in der zweiten Staffel der Serie „City on a Hill“, die beim US-Bezahlsender Showtime läuft. Darin spielt Bacon einen FBI-Beamten, der sich die Hände schmutzig macht.

Sie wurden in der zweiten Staffel befördert.

(lacht) Stimmt. Ich darf in der ersten Folge Regie führen.

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War das Ihr erstes Mal als Regisseur?

Nein, das war bereits 1996 im Film „Abschied von Chase“, in dem meine Frau Kyra die Hauptrolle hatte. Ich liebe es, die Fäden in der Hand zu haben und selbst die kleinsten Dinge zu planen. Von Make-up bis Licht.

In der Serie geht es um die korrupte Politik einer Großstadt …

… die ich als Kind selbst miterlebt habe. Zumindest vom Hörensagen. Mein Vater war der Vorsitzende des städtischen Planungsausschusses in Philadelphia. Er hat versucht, sich aus der Politik herauszuhalten. Doch es gab vieles, was an „City on a Hill“ erinnert. In jeder Großstadt gibt es hochrangige oder einflussreiche Leute, denen andere Leute einen Gefallen schulden. Seilschaften und das Motto „Eine Hand wäscht die andere“ gab es nicht nur im Boston der 90er.

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Korruption ist ein Problem in der Politik.

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Lassen Sie es mich so sagen: Unsere Gesellschaft wird von Gier getrieben. Und mit Gier nach Geld oder Einfluss kommt Korruption. Sei es im großen Stil oder im kleinen Rahmen, wo man Dinge einfach mal eben illegal durch die Hintertür erledigt.

In der Serie sind Sie alles andere als der perfekte Vater. Ihre Figur hat Probleme, mit ihrer Tochter zu kommunizieren. Wie wichtig ist Ihnen als Vater die Kommunikation mit Ihren Kindern?

Sie ist das wichtigste von allem! Meine Kinder sind inzwischen 30 und 28. Wir haben ihnen schon sehr früh klargemacht, dass sie immer offen ihre Meinung vertreten sollen. Wir wollten insbesondere unsere Tochter Sosie zu einer selbstbewussten Frau erziehen, die weiß, dass ihre Worte Macht sind. Und nie ist gute Kommunikation zwischen Eltern und ihren Kindern wichtiger als in der Teeniezeit. Man muss dann noch mehr mit seinen Kindern reden, weil sonst Dinge wie Sex oder Drogen außer Kontrolle geraten können. Wer miteinander redet, findet Lösungen.

Kevin Bacon und Aldis Hodge in einer Szene der Serie "City on a Hill". CITY ON A HILL, from left: Kevin Bacon, Aldis Hodge, 'Bill Russell's Bedsheets', (Season 2, ep. 201, aired March 28, 2021). photo: Francisco Roman / ©Showtime / Courtesy Everett Collection. © Quelle: picture alliance / Everett Collection

Sie und Ihre Frau Kyra Sedgwick sind beide schon 40 Jahre im Filmgeschäft. Geben Sie sich noch gegenseitig Tipps oder macht jeder bei Karrierefragen sein eigenes Ding?

Unsere Partnerschaft funktioniert nicht nur im Privatleben. Wir beraten uns immer gegenseitig, egal, ob bei Rollen oder bei der Frage, was wir zu Events anziehen. Wir besprechen alle großen Entscheidungen miteinander. Nicht, weil wir uns verpflichtet fühlen, sondern weil wir die Meinung des anderen schätzen. Was nicht heißt, dass wir manchmal auch Entscheidungen entgegen den Rat des anderen treffen.

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Hand aufs Herz, gibt es manchmal Neid, wenn der andere eine tolle Rolle oder große Auszeichnungen bekommt?

Im Gegenteil. Wir freuen uns unheimlich für den anderen, wenn er Erfolg hat. Wir sind der größte Fan des anderen.

Das Stream-Team Was läuft bei den Streamingdiensten? Was lohnt sich wirklich? Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. gibt‘s jetzt im RND-Newsletter „Stream-Team“ – jeden Monat neu.

Was auch erklärt, warum Sie für Hollywoodverhältnisse schon unglaubliche 33 Jahre verheiratet sind. Was ist das Geheimnis hinter Ihrer erfolgreichen Ehe?

Ich glaube, es ist sehr wichtig, Streits nicht ausarten zu lassen. Natürlich haben wir Meinungsverschiedenheiten oder können einander auf die Nerven gehen. Doch wir versuchen, die Meinung des anderen zu respektieren, und einigen uns dann irgendwie. In Filmen wird oft gezeigt, wie Paare erbitterte Kämpfe haben, die dann in gutem Sex enden. So etwas würde bei uns nicht klappen. Ich fühle mich nach Streits immer total schlecht.

Durch „Footloose“ sind Sie einst zum Teenieidol geworden.

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Was ich nicht sein wollte. Ich war damals 25! Aber das Studio wollte mich so vermarkten. Ich habe mich quergestellt, weil es das Letzte war, was ich im Leben wollte. Seitdem habe ich eine Hassliebe für Hollywood. Ich liebe meinen Beruf, aber ich hasse die Welt des Showbusiness. Ich will mich einfach nicht in das System zwängen lassen.

In der ersten Folge von „City on a Hill“ geht es um die Frage, was einem wichtiger ist: glücklich zu sein oder recht zu haben. Was würden Sie persönlich wählen?

Früher war es mir unglaublich wichtig, recht zu haben. Als ich jung war, glaubte ich, alles zu wissen. Je älter ich geworden bin, desto mehr habe ich begriffen, dass es noch viel für mich zu lernen gibt. Und ich bin jetzt an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo Glücklichsein Priorität hat. Und ich bin glücklich!

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