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Katie Melua: „Mein Vater ist der Rockstar in der Familie“

  • Am Freitag erscheint die neue CD „Album No. 8“ von Katie Melua.
  • Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht die Sängerin über die neuen Songs, ihr Ehe-Aus und über ihren Vater, der als Herzchirurg arbeitet.
  • „Wir haben immer Witze darüber gemacht, dass mein Vater Leben rettet und ich einfach nur singe, aber am Ende mehr Geld als er verdiene. Jetzt – seit der Pandemie – ist mein Vater der Rockstar in der Familie“, sagt Melua.
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Sie gehört zu den weltweit erfolgreichsten Sängerinnen und hat bereits Millionen Platten verkauft: Katie Melua („Nine Million Bicycles“). Am Freitag erscheint ihre neue CD „Album No. 8“. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht die Musikerin über ihren Vater, die Corona-Pandemie und ihr Ehe-Aus.

Frau Melua, normalerweise wollen Kinder immer Sänger werden. Aber seit der Pandemie steht auch der Beruf des Virologen plötzlich ganz oben auf der Wunschliste...

Ich habe schon von dem deutschen Virologen Christian Drosten gehört. Das selbe gibt es jetzt auch in meinem Heimatland Georgien, wo ein Doktor unglaublich berühmt geworden ist. Es ist so lustig, weil mein Vater auch Arzt ist. Wir haben immer Witze darüber gemacht, dass mein Vater Leben rettet und ich einfach nur singe, aber am Ende mehr Geld als er verdiene. Wenn man darüber nachdenkt, ist das verrückt. Jetzt – seit der Pandemie – ist mein Vater der Rockstar in der Familie. (lacht)

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Hätte es Ihr Vater gern gesehen, wenn Sie Ärztin geworden wären?

Ganz im Gegenteil. Mein Vater hat damals gesagt: Werde bloß keine Ärztin. Ich glaube, er wollte einfach nicht, dass ich den gleichen Beruf wie er ausübe. Er hat mich von Anfang an unterstützt und darin bestärkt, Musikerin zu werden, weil er schon ganz früh gesehen hat, dass ich es liebe zu singen. Als wir dann nach England gezogen sind, dachte meine Familie: „Wow, wir leben nun in einem Land, aus dem die Beatles, Led Zeppelin und Queen kommen.“ Und das bedeutete, dass auch die kleine Katie ein Star werden könnte. Was damals natürlich ein total verrückter Gedanke war. Aber wir dachten, der Umzug ist die halbe Miete. (lacht)

Sie haben drei Jahre an Ihrem neuen CD „Album No. 8“ gearbeitet, das am Freitag erscheint. Aber wegen der Corona-Pandemie können Sie erst mal nicht auf Tour gehen...

Ich glaube, dass hinter allem ein größerer Sinn steckt. Manchmal brauchen wir große, revolutionäre Unterbrechungen wie diese. Ich musste nahezu alle Konzerte verschieben oder absagen. Aber ich habe die Wochen genutzt, um Selbstporträts zu fotografieren. Die Arbeiten am Album dauerten bis Februar, danach ging es ans Mixen der Songs. Im April sollte eigentlich das Fotoshooting für das Album stattfinden, was aber wegen der Pandemie abgesagt werden musste. Stattdessen schickte mir meine Plattenfirma eine Kamera mit Filmen. Also musste ich damit experimentieren, wie man damit Fotos macht. Ich fand das unglaublich inspirierend.

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Nun ist eines dieser Selbstporträts das Albumcover geworden. Aber ich habe mich gefragt, warum Sie nicht genau in die Kamera schauen, sondern daran vorbei...

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Das steht ein bisschen stellvertretend dafür, wie ich auf die Welt schaue. Ich bin fasziniert von meinem Leben und von allem, was mir passiert ist. Ich finde, dass das Leben unglaublich majestätisch und wunderbar ist.

Wenn man viele Ihrer neuen Songs hört, könnte man das Gegenteil denken...

Das Leben ist großartig. Ich darf Platten aufnehmen und über mich selber reden. (lacht) Ich will niemanden mit meinen Songs runterziehen. Wir müssen einfach glücklich sein. Aber man kann es natürlich nicht forcieren. Selbst wenn schwierige Dinge in meinem Leben passieren, war ich schon immer in der Lage, sie aus einer Distanz heraus zu betrachten. Meine siebenjährige Ehe ist nicht so verlaufen, wie sie verlaufen sollte. Aber es war eine freundschaftliche Trennung. Natürlich gab es daran Dinge, die schockierend und überraschend waren, weil sie nicht den üblichen Gang nahmen. Aber wir sind immer noch gute Freunde und reden oft miteinander. In meinen Songs möchte ich allerdings tapfer und ehrlich sein. Da möchte ich mich den Problemen auf beste Art und Weise stellen.

Der Song „Leaving the Mountain“ soll entstanden sein, nachdem Sie mit Ihrem Vater eine gemeinsame Reise gemacht haben...

Das stimmt. Diese Reisen mit meinem Vater sind sehr selten. Ich liebe meinen Job, aber er ist sehr zeitaufwendig. Mein Vater ist – wie gesagt – Arzt und hat seine eigene Routine. Also haben wir nicht wirklich viele Gelegenheiten, um viel Zeit miteinander zu verbringen. Dabei ist es sehr wichtig, das zu tun. Diese gemeinsame Reise zum Kaukasus war ganz besonders für uns. Mein Vater hat in den letzten sechs Jahren Skifahren gelernt und widmet diesem Sport nun sehr viel Zeit. Auf dem Rückweg hatten wir einen wunderbaren Fahrer, der uns etwas über den Wald erzählt hat, der im Eis vergraben ist. Leider hatten wir keine Zeit mehr, uns diesen Wald anzusehen. Aber die Geschichte darüber hat noch lange nachgehallt. Man weiß nie, wie viel Zeit man noch mit seinen Lieben hat. All das hat diese Reise so besonders gemacht.

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In dem Song „Maybe I dreamt it“ nehmen Sie Bezug auf die deutsche Choreografin und Tänzerin Pina Bausch. Wie kam es dazu?

Wir haben in einem Workshop ein Ballettprojekt entwickelt, das im Moment gerade pausiert. Die Tänzerinnen und das Team haben mir die Arbeiten von Pina Bausch nähergebracht. Ich war sofort komplett fasziniert von ihr. Ich fand es interessant, weil meine musikalischen Vorbilder wie Kate Bush oder Joni Mitchell immer eine mystische Aura umgeben hat. Als ich dann Interviews von Pina auf Youtube angeschaut habe, hat sie ein cooler Vibe umgeben. Sie sprühte förmlich vor künstlerischem Geist. Es gibt diese eine Szene, in der ein echtes Pferd in ihr Tanzstudio kommt. Als sie später darauf angesprochen wird, antwortete sie auf Englisch mit ihrem leicht deutschen Akzent: „Maybe I dreamt it“. Aus diesem Satz habe ich einen Songtext geschrieben, und mein Bruder Zurab hat eine einfühlsame Melodie dazu komponiert, die perfekt dazu passte.


















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