Katarina Witt: Ost-Frau ist für mich ein Gütesiegel

  • Ex-Eiskunstläuferin Katarina Witt wuchs im Osten auf.
  • In einem Interview erzählt sie nun, dass Ostdeutsche 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch ignoriert würden.
  • Sie sei letztens in einer 80er-Jahre-Sendung gewesen, in der Musik und Filme aus der DDR nicht vertreten gewesen seien.
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Berlin. Katarina Witt fühlt sich durch ihre DDR-Vergangenheit freier und toleranter als viele Frauen im Westen. "Wo manche West-Frau in meiner Generation noch damit kämpft, was ihre Elterngeneration sich erobern musste, merke ich, dass ich viel freier, viel unabhängiger, viel liberaler, viel toleranter sein kann", sagte der einstige Eislaufstar dem "Tagesspiegel" und den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (Samstag).

"Für mich waren Mann und Frau immer auf Augenhöhe, das war in meinem Elternhaus so, aber auch in der Schule und bei Freunden." Für sie sei es inzwischen "ein Gütesiegel", eine in Ostdeutschland geborene Frau zu sein, sagte Witt.

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Die Olympiasiegerin von Sarajewo 1984 beklagte in dem Interview, dass Ostdeutsche 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch ignoriert würden. Als Beispiel nannte sie eine TV-Sendung über die Musik der 80er-Jahre, bei der sie jüngst zu Gast gewesen sei. "Eine launige Sendung, doch es waren weder unsere DDR-Musik noch unsere Filme, noch unsere Serien vertreten", sagte die 53-Jährige.

Witt sieht die Wende insgesamt positiv

Eine ganze Generation von DDR-Bürgern, die wie ihre Eltern zur Zeit der Wende zwischen 45 und 55 Jahren alt gewesen sei, habe man nach dem Mauerfall aus dem Arbeitsleben gerissen. Ihnen habe man signalisiert: "Ihr seid es nicht wert, dass die Jobs erhalten bleiben. Ihr solltet dennoch froh sein, denn ihr habt ja nun Freiheit und Demokratie."

Dennoch sieht Witt die Wende alles in allem positiv. "Zu sagen, wir müssen jetzt ein gemeinsames Deutschland werden, war die richtige Schlussfolgerung. Doch für diesen Weg hat man sich einfach viel zu wenig Zeit genommen", sagte Witt.

RND/dpa

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