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Kabarettist Dieter Nuhr ließ sein Programm von Klimaforscher gegenchecken

  • Er habe noch nie soviel Zeit darauf verwendet, sich psychisch bei Gesundheit zu halten wie 2019, sagt Kabarettist Dieter Nuhr der “Süddeutschen Zeitung”.
  • Im Vorjahr war er widersprüchlich beschimpft worden – etwa zugleich als Nazi und als linker Hetzer.
  • Inzwischen beschäftigt er einen Journalisten zum Gegencheck seiner Texte und überprüft sich: “Ist es richtig, was du sagst?”
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Er habe noch nie soviel Zeit darauf verwendet, sich selbst psychisch bei Gesundheit zu halten wie im Vorjahr. Das sagte der Comedian und Kabarettist Dieter Nuhr in einem Gespräch mit der “Süddeutschen Zeitung” (SZ). Und spezifizierte, dass dies für ihn “immer wieder nachreflektieren” bedeute. “Ist es richtig, was du sagst? Immer wieder Quellen checken.”

Nuhr wehte Verunglimpfung im Netz entgegen

Komik wird nicht immer als komisch empfunden. Besonders hart bekam das Nuhr im Vorjahr zu spüren. Er wurde als alles mögliche zum Teil völlig Gegenläufige verunglimpft, als Fremdenhasser und Deutschenhasser, er sei männerfeindlich, frauenfeindlich, homophob und obendrein schwul. Seinen Jahresrückblick nutzte er im Vorjahr dazu, sich seinem Publikum zu verorten. Auch in der Frage des Klimawandels.

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Denn besonders heftig war es für den 59-Jährigen gekommen, als er in seiner ARD-Sendung Fridays-for-Future-Witze vom Stapel ließ: “Ich frage mich, was Greta Thunberg im Winter macht… Heizen kann es ja nicht sein” oder “Man sollte sie nicht mit dem Messias verwechseln”. Das rief sogleich die Humorlosen und Hinterfrager auf den Plan. Hier hacke ein verantwortungsfreier Spaßoldie auf einer ehrenwerten Minderjährigen herum, so der Tenor.

Nuhr reicht sein Programm auch an Spezialisten weiter

Nuhr hatte in seiner Sendung den Konsumverzicht bis zum Zusammenbruch des Welthandels und die Folgen (Hunger, Massensterben, Millionenmigration, Dritter Weltkrieg) zu Ende gedacht. Und sich von Onlineportalen die Beurteilung eingefangen, er sei nicht lustig gewesen, stattdessen sei ihm “der Kragen geplatzt”. “Ich bin froh, dass es Greta gibt, das meine ich ohne Ironie”, wurde er mit seiner Jahresrückschau bei “Spiegel.online” zitiert.

Dass Nuhr inzwischen einen Journalisten beschäftigte, der seine Texte gegencheckt, heißt es in der “SZ”. Er gebe Texte zu speziellen Themen an Spezialisten weiter, etwa an einen Klimaforscher, der inhaltlich nichts moniert habe. Posts zeige er vorm Versenden seiner Frau. Sei sie dagegen, sie abzuschicken, „hat sie eigentlich zu hundert Prozent recht“.

RND/big

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