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Jodie Foster: Einfach für meine Kinder da zu sein ist mir über alles wichtig

  • Jodie Foster meldet sich mit einem Film über einen in das US-Gefangenenlager Guantanamo verschleppten Häftling zurück.
  • Sie habe diesen Film „auch für meine Kinder gedreht, weil es für ihre Generation sehr relevant ist“, sagt die 58-Jährige im RND-Interview.
  • Foster verrät auch, dass sie beim „Das Schweigen der Lämmer“-Dreh ein bisschen Angst vor Anthony Hopkins hatte und welche Schauspielambitionen ihre Kinder haben.
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Was sie anfasst, wird ausgezeichnet: Nach drei Jahren Kinoabstinenz steht Oscargewinnerin Jodie Foster („Das Schweigen der Lämmer“) wieder vor der Kamera und gleich auch auf der Nominiertenliste für die Golden Globes. In „The Mauritanian“ (ab 12. Februar in den US-Kinos) vertritt die 58-Jährige als Anwältin einen ohne Anklage im berüchtigten Straflager Guantanamo inhaftierten Mann, für die Rolle ist sie im Rennen um die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin. Im RND-Interview spricht Foster über ihre lange Karriere, Dreharbeiten mit Anthony Hopkins und die Schauspielambitionen ihrer Kinder.

Warum haben Sie für die Rolle Ihre künstlerische Abstinenz beendet?

Der Film basiert ja auf wahren Begebenheiten. Er beleuchtet, was wir uns als Nation nach 9/11 im Namen des Krieges gegen den Terror haben zuschulden kommen lassen. Ich habe diesen Film auch für meine Kinder gedreht, weil es für ihre Generation sehr relevant ist.

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Haben Ihre Söhne Kit und Charles ein Mitspracherecht, wenn Mutter sich für ein Projekt engagiert?

Ehrlicherweise bevorzuge ich es, meine eigenen Entscheidungen zu treffen und meinem Bauchgefühl zu folgen. Ich fürchte, dass es keine besonders gute Seite von mir ist. Aber ich bin dadurch geprägt, dass meine Mutter als Kind meine Managerin war. Und sie hat ständig die Entscheidungen für mich getroffen oder mir reingeredet. Als wir uns beruflich getrennt haben, habe ich für mich beschlossen, dass ich nie wieder andere bei meinen Rollen mitbestimmen lasse.

Sieht man Sie deswegen nur noch sporadisch auf der Leinwand?

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Ich bin im Laufe der Jahre immer selektiver geworden. Ich genieße nämlich mein Leben außerhalb der Filmbranche über alles. Ich spare mir meine Energie für Projekte auf, die mir persönlich etwas bedeuten. Und davon gibt es nur sehr wenige.

Was hat in Ihrem Leben Vorrang?

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Für Menschen da zu sein.

Ihre Kinder also.

Die in erster Linie, aber auch für meine Freunde und Familie – Menschen, die mir wichtig sind. Wenn man mit 35 noch Mutter wird, dann will man einfach nichts im Leben der Kids verpassen, egal, ob es eine Aufführung im Kindergarten ist oder mit ihnen Schuhe kaufen zu gehen. Einfach da zu sein und mit ihnen im Auto über Gott und die Welt reden zu können – das war und ist mir über alles wichtig. Und das geht nicht, wenn man nur auf Filme fokussiert ist.

Video
Im Interview: Jodie Foster über ihren neuen Film „The Mauritanian“
2:12 min
Im Interview mit dem RND spricht Jodie Foster über ihren neuen Film „The Mauritanian“, der am 12. Februar 2021 in Amerika erscheint.  © RND/Dierk Sindermann

Wollen Ihre Söhne in Ihre Fußstapfen treten?

Ja, mein älterer Sohn Charles hat auf jeden Fall Interesse am Schauspiel. Er liebt Film über alles und er könnte auch Drehbuchautor werden oder irgendwas anderes in der Filmbranche machen. Mal schauen, wo das hinführt.

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Was kann Charles von Ihnen lernen?

Die Rolle vor der Haustür zu lassen. Das habe ich von früh auf gelernt.

Was ist das Schönste und das Schlimmste an Ihrem Beruf als Schauspielerin?

Das Schönste ist auf jeden Fall die Gemeinschaft am Set, dieses Gefühl, eine Familie zu sein. Und das Härteste sind die Momente, in denen du übermäßig selbstkritisch bist und dich als Versagerin abstempelst, weil du etwas nicht so rübergebracht hast, wie du es dir ausgemalt hast.

Vor 30 Jahren kam „Das Schweigen der Lämmer“ in die Kinos. Über Ihre Kultrolle der FBI-Agentin Clarice Starling kommt im nächsten Monat in einer Neubearbeitung eine Fernsehserie heraus. Was halten Sie davon?

Ich bin auf jeden Fall happy, dass ich mein Bestes als Clarice damals gegeben habe. Und ich bin sehr neugierig, was sie aus der Rolle machen.

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Hätten Sie damals gedacht, dass der Film so unglaublich einschlagen würde?

Ich wusste, wie gut er war – mit dieser unglaublichen Mischung aus psychologischem Thriller und Horrorelementen. Aber nicht immer sind Projekte, die ich geliebt habe, auch erfolgreich gewesen.

Anthony Hopkins hat in einem Interview gesagt, dass er sogar ein bisschen Angst vor Ihnen hatte. Weil Sie damals eine berühmte Oscargewinnerin und er ein fast unbekannter Schauspieler war.

(lacht) Ich glaube, wir hatten beide ein wenig Schiss voreinander. Und das war vom Regisseur auch gewollt. Er hat uns am Set auseinandergehalten – bis wir diese intensiven Szenen miteinander hatten. Das tat dem Film gut.

Wenn sie die drei Jahrzehnte zurückblicken, wie sehr haben Sie sich als Schauspielerin und als Mensch verändert?

Damals war ich einfach viel sorgloser als heute – gleichzeitig aber viel nervöser und neurotischer, wenn Dinge nicht geklappt haben. Heute bin ich viel selbstbewusster und gebe nicht einfach auf, wenn Dinge nicht klappen.

Sie sind seit über einem halben Jahrhundert in Hollywood erfolgreich. Wie würden Sie selbst ihre Karriere zusammenfassen?

Auch wenn es nicht immer perfekt gelaufen ist, hoffe ich, dass meine Filme eines besonders herausgehoben haben. Etwas, was ich auch meinen Kindern sage: Tut immer das Richtige!

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