• Startseite
  • Promis
  • Hugh Grant: „Gott sei Dank bin ich zu alt und hässlich für romantische Komödien“

Hugh Grant: „Gott sei Dank bin ich zu alt und hässlich für romantische Komödien“

  • Die Rolle des Bösewichts in der Hitserie „The Undoing“ sagt dem durch Liebeskomödien zum Weltstar gewordenen Hugh Grant (60) sehr zu.
  • „Die dunkle Seite zieht mich einfach an“, verrät der Schauspieler im RND-Interview.
  • Grant spricht außerdem über sein Leben als Familienvater und das Älterwerden.
|
Anzeige
Anzeige

Los Angeles. In der Thrillerserie „The Undoing“ (seit 30. November bei Sky) spielt Hugh Grant einen Chirurgen, der unter Mordverdacht gerät – eine Rolle, die dem früher auf Liebeskomödien spezialisierten 60-Jährigen sehr zusagt, wie er im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) verrät. Grant spricht außerdem über sein Leben als Familienvater, den Fluch des ewigen Blicks aufs Handy und das Älterwerden.

Sie spielen eine ziemlich dunkle Rolle in „The Undoing“. Hat der König der romantischen Komödien auf Dauer abgedankt?

Als hätte ich eine Wahl. Ich bin einfach zu alt und zu hässlich als Hauptdarsteller für romantische Komödien geworden. Gott sei Dank! Endlich kann ich mich schauspielerischen Herausforderungen stellen. Wenn ich ehrlich bin, macht es Spaß, Männer mit charakterlichen Fehlern zu spielen. Die dunkle Seite zieht mich einfach an.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Heißt das, Sie hatten früher nicht wirklich Spaß an Ihren Rollen?

Das nun auch nicht. Ich bin stolz auf meine Filme, weil sie die Leute unterhalten haben und die große Mehrzahl davon nicht idiotisch war. Also werde ich jetzt nicht mich selbst dissen. Aber ich bin froh, dass ich sie heute nicht mehr drehen muss.

In der Serie lassen Sie ihr Handy zurück, damit Sie keiner erreichen kann. Haben Sie so etwas im wahren Leben auch schon mal gemacht?

Witzigerweise am Set von „The Undoing“. Ich hasse das Ding eh! Und zum ersten Mal nach langer Zeit habe ich es einfach morgens im Hotel gelassen. Ich habe 14 wundervolle Stunden ohne Handy verbracht und mich gefühlt, als wäre es wieder 1994.

Anzeige

Hatten Sie keine Angst, dass man Sie nicht erreichen kann, wenn etwas Wichtiges wäre?

Wenn eines meiner Kinder einen Unfall gehabt hätte, dann hätte man mich schon gefunden. Aber ich sage Ihnen, das Leben war plötzlich so viel schöner. Ich habe mich sogar mit Menschen unterhalten. Und zwischen den Szenen ein Buch gelesen. Diese verdammten Handys sind Gift und bringen uns nach und nach um!

Anzeige

Wie war es, Nicole Kidman als Ehefrau zu haben?

Ich war schon etwas eingeschüchtert. Sie ist eine großartige Schauspielerin! Und – da wir uns schon seit den 90er-Jahren kennen – ein verrücktes australisches Mädchen mit einem fantastischen Sinn für Humor. Klar sind wir super miteinander ausgekommen.

Auch im wahren Leben ist der einst ewige Junggeselle inzwischen Familienvater mit drei kleinen Kindern zu Hause. Sind Sie glücklich mit dieser Phase Ihres Lebens?

Gute Frage. Ich glaube, jeder, der junge Kinder hat, würde sagen, dass es gleichzeitig die beste und die schlimmste Zeit in seinem Leben ist. Es kommt auf den Tag an. Wenn du völlig verkatert auf ein kaputtes Spielzeug trittst, ist das grässlich. Aber wenn ich durch den Bilder-Stream auf meinem iPhone gehe und mir die Fotos der letzten Jahre anschaue, realisiere ich, dass ich extrem glücklich bin.

Anzeige

Wie würden Sie sich als Vater beschreiben? Eher locker oder streng?

Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich mich in meinen eigenen Vater verwandle. Ich klinge genauso wie er früher, wenn er mich angebrüllt hat (lacht). Und ich ziehe dieselbe dümmliche Grimasse wie er, wenn ich sehr leichte Aufgaben erfüllen muss – wie eine Flasche aufzuschrauben. Was die Erziehung meiner Kids anbelangt, da bin ich eher wie meine Mutter.

Das heißt?

Sie hat mit uns Kindern immer herumgealbert. Mit verstellter Stimme und so. Ich mache das auch mit meinen Kids. Wobei ich nicht mal sicher bin, dass sie das cool finden. Sie verdrehen oft die Augen.

Bei Ihrer Aversion gegen Handys, erlauben Sie Ihren Kindern schon, mit elektronischen Geräten zu spielen?

Schlaue Eltern würden Computer-Pads aus den Händen ihrer Kinder verbannen. Aber wir sind keine schlauen Eltern, wir sind verzweifelte Eltern (lacht). Deshalb geben wir ihnen das verdammte Ding, damit sie wenigstens mal Ruhe geben. Wir lassen sie Sendungen drauf schauen. Im Moment ist „Peppa Pig“ der Favorit. Und meine Zweijährige ist davon besessen. Sie sagt eigentlich nur noch „Pig, Pig, Pig“.

Anzeige

Sie könnten sich eigentlich zur Ruhe setzen und nur noch mit Ihren Kindern herumalbern. Was ist es, was Sie weiterhin vor die Kamera zieht?

Irgendwann langweilt es mich, nur herumzueiern. Andererseits tue ich mich mittlerweile echt schwer damit, zu einem Projekt Ja zu sagen. Im Moment bin ich auch gerade mal wieder am Zögern, ob ich für ein neues Angebot zusage oder nicht.

Eine junge Frau und junge Kinder scheinen Sie aber topfit zu halten.

Danke! Ich bin aber ein riesiger Hypochonder und mein Nachttisch biegt sich unter all den Pillen, die dort herumstehen (lacht). Mein Glück ist es, mit einer hervorragenden Tennisspielerin verheiratet zu sein. Anna schleppt mich dreimal die Woche auf den Tennisplatz. Auf der anderen Seite trinke ich wie ein Fisch. Das gleicht es wieder aus.

Älterwerden ist kein Problem für Sie?

Ich habe ein Problem damit, irgendwann tot zu sein (lacht). Ich fürchte eher, dass mein letzter Lebensabschnitt etwas langweilig werden wird. Mein ganzer Körper ist schon jetzt nach dem Tennis steif und es wird nicht besser. Ich werde wohl auch neue Hüftgelenke brauchen. Sexy ist das alles nicht gerade.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen