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Howard Carpendale: „Neue Rücksichtslosigkeit betrifft jeden einzelnen von uns“

  • Schlagerstar Howard Carpendale blickt im Interview mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2020 zurück.
  • Optimistisch stimmt ihn das umweltpolitische Engagement vieler junger Leute.
  • Andere gesellschaftliche Entwicklungen bereiten ihm Sorgen.
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München. Howard Carpendale treiben vor seinem 75. Geburtstag (14. Januar) andere Dinge als sein Ehrentag um. Natürlich Corona – aber auch das Miteinander und die sich zuspitzende Klimakatastrophe. Im Interview sprach der in München lebende Sänger Klartext.

Wie fällt Ihr Rückblick auf das Jahr 2020 aus?

Ehrlich gesagt: Das vergangene Jahr war – mit Verlaub – das beschissenste seit dem Zweiten Weltkrieg. Das liegt zu einem guten Teil an diesem verfluchten Virus, aber nicht nur.

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Was hat Ihnen sonst noch nicht gefallen?

So manches. Beispielsweise diese Fake-News-Mentalität. Viele Medien gehen heute viel salopper mit der Wahrheit um. Sie spitzen lieber zu, übertreiben und schreiben Blödsinn. Wir sollten wieder zu mehr Niveau finden und wieder mehr bei der Wahrheit bleiben. Dieser unsägliche amerikanische Ex-Präsident hat bei dieser Entwicklung natürlich seinen Beitrag geleistet. Aber diese neue Rücksichtslosigkeit betrifft jeden einzelnen von uns. Man muss ja nur mal eine längere Autobahnfahrt machen, da merkt man schnell: Wir sind einfach nicht mehr nett zueinander. Das müssen wir wieder lernen.

Was stimmt Sie trotzdem zuversichtlich?

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Die jungen Menschen, die für eine vernünftigere Klimapolitik auf die Straße gehen. Das finde ich toll. Und ich hoffe, dass sie die Energie haben, über einen längeren Zeitraum durchzuhalten. Corona hat das Problem der Klimakrise momentan in den Hintergrund gedrängt - doch letzten Endes ist es die viel größere Katastrophe für die Menschheit. Dass wir jetzt einen amerikanischen Präsidenten haben, der diesem Thema wieder Gehör schenken will, stimmt mich optimistisch.

Sie werden am 14. Januar 75 Jahre alt. Hat Sie dieses reife Alter zugänglicher, vielleicht auch weicher gemacht?

Ja, unbedingt. Ich kann heute viel eher in das Leben hineinleben. Ich weiß, wo ich herkomme, wer ich bin, was ich kann und was ich nicht kann. Das macht schon viel gelassener. Allerdings muss ich sagen, dass ich mich keinesfalls nach 75 fühle. Schon eher nach 60 ... oder auch mal nach 45. Ich habe jedenfalls noch eine ganze Menge vor.

RND/dpa

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