Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Horst Lichter: „Wenn mein Leben heute vorbei wäre, wäre es okay“

Horst Lichter verbrachte einige Zeit im Schweigekloster. Die ersten Tage dort seien wie „eine Diät“ gewesen, erklärte er im BR-Talk „Ringlstetter“.

Mittlerweile ist Horst Lichter derart untrennbar mit „Bares für Rares“ verbunden, dass man schon fast vergisst: Der Mann wurde einst als TV-Koch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Am Herd steht die rheinische Frohnatur heute aber so gut wie nicht mehr, wie er im BR-Talk „Ringlstetter“ nun offenbarte: „Ich kann wunderbar so lange von Essen erzählen, bis alle glauben, ich hätte gekocht. Aber tatsächlich tue ich gar nichts mehr.“ Seine Frau sei zu Hause für das Kochen zuständig.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zur Ruhe in den eigenen vier Wänden komme der 59-Jährige beim Werkeln an seinen Autos und Motorrädern, erzählte der zugeschaltete Lichter: „Mein persönlicher Zenkurs ist die Garage.“ Wunderbar sei es, „an meinen Autos und Motorrädern zu machen und zu putzen, schöne Musik zu hören, dazu ein Zigarettchen, ein Tässchen Kaffee oder ein lecker Bierchen“.

Start im Schweigekloster für Horst Lichter wie „eine Diät“

Außerdem sprach Horst Lichter viel über seine Zeit im Schweigekloster, über die man auch in seinem neuesten Buch „Ich bin dann mal still“ nachlesen kann. Die Idee sei schon viele Jahre gereift, berichtete er. Er habe von einem „uralten Gemäuer“ geträumt, wo die Mönche „morgens um vier Uhr aufstehen“, wo harte Arbeit dazugehört. „Wo ich dann hinkam, war ein ganz interessantes Kloster“, erinnerte sich der TV-Moderator. „Dafür muss man den Geist erweitert haben. Wenn der erste Zengruß kommt und ich das Sitzen lernen soll.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wie es ihm schweigend ergangen sei, wollte Gastgeber Hannes Ringlstetter wissen. „Die ersten drei Tage waren wie bei einer Diät. Du hast Kopfschmerzen, du hast Hunger und du bist sehr verwundert darüber, was passiert“, blickte Lichter zurück. Er habe sehr viel „Lärm und unfertig gedachte Gedanken im Kopf gehabt“, erläuterte der Wahl-Kölner. Erst nach vier, fünf Tagen habe er die „Ruhe in mir gefunden“.

Im gedanklichen Austausch mit dem 16-jährigen Horst Lichter

Nach seinem Aufenthalt im Schweigekloster habe sich Lichter die Frage gestellt: „Mag ich mich so, dass ich mit mir als besten Freund durchs Leben gehen würde?“ Außerdem habe ihn beschäftigt, ob er seinem 16-jährigen Ich Tipps mit auf den Weg gegeben hätte. „Dann kam der Moment, wo ich überlegt habe: ‚Stopp, ich mag mich.‘“ Deswegen resümierte Lichter, es sei besser, den Lauf der Dinge nicht zu verändern, selbst wenn er könnte: „Ich wüsste nicht, ob ich dann den mögen würde, der hier sitzen würde.“

Zum Abschluss des Gesprächs holte sich Hannes Ringlstetter von seinem Gast noch Tipps, wie man zur inneren Ruhe findet – auch ohne Schweigekloster. „Geh irgendwo hin und mach dein Handy aus! Denk einfach Gedanken fertig, das hilft immens“, lautete Lichters Rat, der beinahe philosophisch hinterherschob: „Wenn mein Leben heute vorbei wäre, wäre es okay.“ Er sei nicht lebensmüde, aber: „Ich habe schon so viele schöne Sachen erleben dürfen, so viel gelacht, so viel geweint. Wenn man sich Dankbarkeit und Demut selbst eingesteht, ist man auf einem guten Weg.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/Teleschau

Mehr aus Promis

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.