Antisemitismusvorwurf: Gil Ofarim kündigt Strafanzeige gegen Hotelmitarbeiter an

  • Vor zwei Tagen hat der Sänger Gil Ofarim schwere Antisemitismusvorwürfe gegen ein Leipziger Hotel erhoben.
  • Auf eine Anzeige verzichtete der 39-Jährige bislang, aber das soll sich bald ändern.
  • Ofarim werde in der kommenden Woche „persönlich Anzeige erstatten“, teilt seine Managerin mit.
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Nach den Antisemitismusvorwürfen gegen die Mitarbeiter eines Leipziger Hotels will der Musiker Gil Ofarim jetzt auch Strafanzeige stellen. „Er wird am Dienstag in München nicht nur als Zeuge bei der Polizei aussagen, sondern auch persönlich Anzeige erstatten wegen aller in Betracht kommender Delikte“, sagte Ofarims Managerin Yvonne Probst gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Unabhängig von einer Anzeige Ofarims ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft schon in dem Fall. Es war bereits eine Online-Anzeige eines unbeteiligten Dritten wegen Volksverhetzung eingegangen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Vorwürfe gegen den Hotelmitarbeiter „umfassend auf ihre strafrechtliche Relevanz“ geprüft würden. Der beschuldigte Angestellte hatte selbst Anzeigen wegen Verleumdung gegen Ofarim gestellt. Er habe den Vorfall laut eines Polizeisprechers „deutlich abweichend von den Auslassungen des Künstlers dargestellt“.

Hotel will Gäste befragen

Ofarim hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Instagram-Video berichtet, beim Einchecken von Mitarbeitern nicht berücksichtigt worden zu sein. Er erzählte, wie er sich in eine Schlange eingereiht habe. Immer wieder seien Personen vorgezogen worden. Als er nach 15 Minuten an der Reihe gewesen sei, habe er gefragt, was das solle. Der Mitarbeiter habe geantwortet: „Um die Schlange zu entzerren“, dabei habe Ofarim ja selbst darin gestanden. Daraufhin habe „irgendeiner aus der Ecke“ gerufen, dass er seinen Davidstern, den er an einer Kette trug, einpacken solle. Auch der Hotelmitarbeiter habe gesagt: „Packen Sie Ihren Stern ein.“

Auch das Hotel geht dem Fall nach und hat begonnen, alle Gäste, die Zeugen des Vorfalls um den Sänger gewesen sein könnten, zu befragen, sagte Hotelmanager Andreas Hachmeister der „Leipziger Volkszeitung“. „Wir haben aber inzwischen auch alle Gäste kontaktiert, die in der Schlange hinter Herrn Ofarim standen und etwas von dem Vorfall mitbekommen haben müssten.“

RND/seb/dpa

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