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  • Gil Ofarim bei „Stern TV“ über Antisemitismus-Vorfall in Leipzig

Gil Ofarim bei „Stern TV“: „Ich war sprachlos, machtlos, ohnmächtig“

  • Er sei „sprachlos, machtlos, ohnmächtig“ gewesen, sagt Gil Ofarim am Abend in der RTL-Sendung „Stern TV“.
  • Der Musiker wirft zwei Mitarbeitern des Hotels The Westin Antisemitismus vor.
  • Ofarim betont aber auch, dass ihm nicht daran gelegen sei, „das gesamte Hotel und das gesamte Personal über einen Kamm zu scheren“.
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Leipzig. Zwei Tage nach dem mutmaßlichen antisemitischen Vorfall in einem Leipziger Hotel zeigt sich der Musiker Gil Ofarim noch immer sichtlich erschüttert. Er habe seitdem quasi nicht geschlafen, sagte der 39-Jährige am Mittwochabend in der RTL-Sendung „Stern TV“.

Ofarim schilderte erneut, dass ihm ein Mitarbeiter beim Einchecken im Hotel The Westin Leipzig aus einer Ecke zugerufen habe, er solle seinen Davidstern, den er an einer Kette um den Hals trug, einpacken. Auch der Hotelmitarbeiter an der Rezeption habe ihn anschließend aufgefordert, seinen Stern einzupacken.

„Keiner hat den Mund aufgemacht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das keiner gehört hat“, sagte Ofarim bei „Stern TV“ über die Reaktion der in der Nähe stehenden anderen Gäste. Er hätte sich in dem Moment Zivilcourage gewünscht.

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Bundespräsident Steinmeier prangert wachsenden Antisemitismus in Deutschland an
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei einer Gedenkfeier in Kiew an die NS-Gräueltaten während des Zweiten Weltkriegs erinnert.  © AFP

„Antisemitismus ein großes Problem in unserer Gesellschaft“

„Ich musste da einfach raus. Ich war sprachlos, machtlos, ohnmächtig“, sagte Ofarim weiter. In dem Gefühl, etwas tun zu müssen, habe er dann das Instagram-Video gedreht, in dem er den Fall am Dienstag publik machte. „Mir geht’s nicht um die eine Person, mir geht es darum, dass so etwas heute in Deutschland passiert“, so Ofarim.

Über den beschuldigten Hotelmitarbeiter, der laut Polizei seinerseits Anzeige wegen Verleumdung erstattete, sagte Ofarim: „Ich glaube nicht, dass er den Mut hat, zu seiner Aussage zu stehen. Ich bin nicht überrascht.“ Gleichzeitig betonte der Musiker, dass ihm nicht daran gelegen sei, „das gesamt Hotel und das gesamte Personal über einen Kamm zu scheren. Das darf nicht sein.“

Anna Staroselski, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion, sagte in der Sendung: „Es ist Zeit, dass man begreift, dass Antisemitismus ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist.“

RND/seb

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