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Frauke Ludowig über Lady Diana: „Sie wusste, sie würde ihre Kinder verlieren“

  • Seit mehr als 20 Jahren ist Frauke Ludowig die Expertin, wenn es um die RTL-Berichterstattung über Stars und Royals geht.
  • Zum 60. Geburtstag von Prinzessin Diana produzierte die 57-Jährige gleich zwei royale Dokumentationen.
  • Sie beinhalten spannende neue Erkenntnisse, wie Ludowig im Interview verrät.
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Köln. Frauke Ludowig hatte im Laufe ihrer Karriere viele Stars vor ihrem Mikrofon. In ihren neuen Dokumentationen konzentriert sich die 57-Jährige auf den europäischen Adel, genauer gesagt auf eine seiner wohl berühmtesten Angehörigen der jüngeren Zeit: Prinzessin Diana wäre am 1. Juli 60 Jahre alt geworden.

RTL widmet der ersten Ehefrau von Prinz Charles einen ganzen Thementag, dessen krönenden Abschluss die Dokumentationen „RTL Spezial: 60 Jahre Diana – wer war sie wirklich?“ um 20.15 Uhr und „Die Wahrheit über unsere Königshäuser – Insider packen aus“ um 22.15 Uhr darstellen.

Video
Prinzessin Diana: William und Harry enthüllen Statue ihrer Mutter
1:30 min
Prinz William und Prinz Harry haben in London eine Statue zum Andenken an ihre vor 24 Jahren gestorbene Mutter Diana enthüllt.  © Reuters
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Was die Zuschauer erwartet und welche Erkenntnisse das Rechercheteam um Ludowig ans Tageslicht bringen konnte, verrät die Moderatorin im Interview. Außerdem blickt die zweifache Mutter auf ihre persönlichen Erinnerungen an Lady Di zurück und erklärt, dass sie sich den Grund vorstellen könnte, warum Prinz Harry seinen Vater „so sehr“ hasst.

Frau Ludowig, erinnern Sie sich noch an den 31. August 1997?

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Klar, ich erinnere mich sogar sehr gut daran. Denn ich gehöre zu der Generation, die sowohl die Hochzeit als auch den Todestag miterlebt hat. Ich war auf der internationalen Funkausstellung in Berlin und habe über einen Boxkampf von Axel Schulz berichtet. Dann kam die Nachricht, dass es einen Verkehrsunfall in Paris gab. Ich weiß noch, wie ich damals mit unserem ganzen Team im Hotelzimmer saß: Natürlich waren wir wie gebannt und haben die ganze Nacht verfolgt, was passiert. Als dann gegen Morgen die Todesnachricht kam, waren alle total erschüttert.

Wie ging es danach weiter?

Ich habe gar nicht geschlafen. Morgens stand ich dann wieder bei der Internationalen Funkausstellung und habe meine Eltern angerufen. Die konnten gar nicht glauben, was passiert war. Danach bin ich aber auch direkt nach Köln zurückgeflogen, und wir haben einige Sondersendungen gemacht – so wie auch heute wieder.

Das Ganze ist nun mehr als 20 Jahre her, dennoch ist Prinzessin Diana nach wie vor präsent. Wie erklären Sie sich diesen außergewöhnlichen Status?

Diana war schon zu Lebzeiten eine Frau mit einer Wahnsinnsgeschichte, die man vor allem am Anfang ganz anders eingeordnet hatte: Ich erinnere mich noch, wie ich an einem Samstagmittag mit meiner Mutter die Hochzeit geguckt habe. Als diese traumhaft schöne junge Frau in diesem Wahnsinnskleid vor den Altar schritt, war das wie ein wahr gewordenes Märchen. Nach und nach stellte man dann fest, dass das Märchen zu einem Albtraum wurde. Als die Geschichte dann dieses tragische Ende fand, entstand ein rückblickendes Faszinosum, welches bis heute die Spannung nicht verloren hat.

An dieses Faszinosum knüpfen Sie mit Ihrem „RTL Spezial: 60 Jahre Diana – wer war sie wirklich?“ an.

Wir wollen anlässlich Dianas 60. Geburtstags noch mal zurückblicken. Doch im Rahmen unserer Recherchen haben wir auch ganz neue Abgründe entdeckt. Insofern bleibt das Thema einfach spannend. Es ist natürlich ein abgeschlossenes Leben, aber die Geschichte ist nicht abgeschlossen: Es kommen immer neue Dinge ans Tageslicht.

Welche neue Erkenntnis hat Sie im Rahmen dieser Arbeit besonders beeindruckt?

Ich weiß nicht, ob „beeindruckt“ das richtige Wort ist. Die neuen Erkenntnisse haben mich vielmehr schockiert: Im Rahmen unserer monatelangen Recherchen haben wir Tonbänder entdeckt, die das Vermächtnis von Diana sind. Auf diesen erzählt sie ihre ganze Geschichte, ihren Leidensweg haarklein in allen Details.

Die Aufnahmen stammen aus einer Zeit, in der wir gar nicht wussten, wie schlecht es dieser Frau ging und was da alles passiert ist. Sie lagen Jahrzehnte unter Verschluss. Wenn man sich das heute anhört, merkt man, was im Leben dieser Frau vorgegangen ist. Es sind erschütternde Geschichten, die das Ganze im Nachhinein in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

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Wir wussten alle: Diana war bulimisch. Und heute kennt man den Ursprung oder zumindest das, was sie als Ursprung betitelte: Kurz nach ihrer Verlobung soll Charles ihr die Hand an die Hüfte gelegt und gesagt haben: „Jetzt bist du aber ein bisschen speckig geworden.“ Diana meinte, dass diese Bemerkung etwas in ihr getriggert hat, was letztlich zu dieser Essstörung führte.

Als sie in diesem Traumkleid vor den Altar geschritten ist, dachten wir, sie sei die wohl glücklichste Frau auf Erden. Tatsächlich hat sie aber die ganze Nacht zuvor gekotzt. Und auch bei der Geschichte, wonach Diana sich, als sie mit William schwanger war, die Treppe hinuntergestürzt hat, fragt man sich: Was hat das mit William gemacht hat, als er das von seiner Mutter gehört hat?

All das wird im Rahmen des Themenabends thematisiert?

Ja, natürlich werden wir die Inhalte all dieser Bänder präsentieren. Gleichzeitig wirft die Erkenntnis aber auch nochmals ein anderes Licht auf das Verhältnis von Harry und William auf die Mutter. Es erklärt sich auch für mich in Teilen, warum Harry so gespalten ist. Warum er in Bezug auf seine Familie so reagierte und wegging. Warum er vielleicht auch den Vater so sehr hasst.

Erst kürzlich gab es um Diana wieder Schlagzeilen, als es um die Verhandlungen zu dem umstrittenen BBC-Interview aus dem Jahr 1995 ging. Wie denken Sie als Journalistin darüber?

Die Begebenheiten, wie das Interview zustande gekommen ist, waren sicher nicht richtig. Dafür hat sich der verantwortliche Journalist Martin Bashir auch entschuldigt. Fakt ist aber auch, dass sie sprechen wollte. Sie hat sich nicht nur in diesem Interview geäußert, sondern eben auch auf diesen Bändern, die wir entdeckt haben.

Darin hat sie ihrem Freund James Colthurst ganz viele Sachen anvertraut. Man spürt die Verzweiflung dieser Frau zu Lebzeiten. Und ich glaube, sie war immer im Zwiespalt mit sich angesichts der Frage: Was muss im Verborgenen bleiben? Denn wenn manche Sachen damals ans Tageslicht gekommen wären, wusste sie: Sie würde ihre Kinder verlieren.

Wäre so eine Vorgehensweise auch in Deutschland denkbar?

Das kann ich jetzt gar nicht sagen. Ich kann nur für mich sprechen, und ich würde diese Taktiken nie anwenden. Aber die britische Boulevardpresse ist, das weiß man, ganz rücksichtslos und scharf. Das ist auch in diesem Fall so gewesen. Dass das nicht richtig ist, darüber müssen wir nicht reden.

In Ihrer Vergangenheit hatten Sie schon häufiger mit Royals zu tun. Was muss man als Journalist beim Umgang beachten?

Ich würde das jetzt gar nicht so pauschalisieren. Ich weiß gar nicht, ob man so viel beachten muss. Aber klar, natürlich habe ich mich vor meinem Treffen mit Königin Silvia informiert, ob ich einen Hofknicks machen muss.

Und?

Ja, den musste ich machen, also habe ich ihn auch gemacht. Außerdem habe ich Prinzessin Stéphanie interviewt. Da sagt man dann natürlich nicht „Hallo Stéphanie“ oder „Hallo Miss Grimaldi“, sondern man sagt „Your Royal Highness“. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich, aber ganz grundsätzlich ist das auch beim Adel etwas lockerer geworden.

Abgesehen von der Etikette: Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit mit Royals darüber hinaus von der mit Prominenten?

Ach, ansonsten gibt es eigentlich keine Unterschiede. Ob wir nun mit Adligen ein Interview führen oder mit einem Sänger, einem Schauspieler oder sonst irgendjemand. Es wäre schwierig, wenn ich sagen würde: Ich mache mit Adeligen andere Interviews als mit anderen Menschen. Warum auch? Es sind schließlich auch nur Menschen!

In Deutschland erfreut sich gerade das britische Königshaus großer Beliebtheit. Woran liegt das?

Vielleicht daran, dass es ein Haus aus dem absoluten Hochadel ist, dessen Mitglieder aber trotz allem mit gelegentlichen Dramen zu kämpfen haben. Dramen, die sich jeder von uns auch bei sich zu Hause vorstellen kann. Vieles, was bei Hofe passiert, erscheint somit einfach menschlich. Das macht diese Faszination aus.

Darüber hinaus gibt es dann natürlich noch diese sehr starke Regentin mit ihren ganz unterschiedlichen Kindern und den Angeheirateten und ihren Dramen: Man denke nur an Fergie oder an Charles mit der fremdgehenden Camilla. Da gibt es einfach so viel Schmutz, der, wenn er öffentlich wird, einfach eine große Faszination auslöst.

Denken Sie, diese Faszination wird in Zukunft abnehmen?

Das weiß ich nicht, aber im Moment tun ja alle einiges dagegen, dass die Faszination erlischt. Es geht ja munter so weiter: Das Interview mit Harry und Meghan hat weltweit für unglaubliche Schlagzeilen gesorgt, und auch der Tod des fast 100-jährigen Prinz Philip hat Millionen von Menschen in allen Altersgruppen bewegt.

Wird auch Diana weiterhin zu dieser Faszination beitragen?

Sie ist nun seit fast 24 Jahren tot, und es ist ja nicht so, dass wir jeden Tag über Diana sprechen oder über sie berichten. Aber nun kommt dieser runde Geburtstag, und das zeigt, dass eben gerade an einem solchen Ereignis die Faszination wieder da ist.

Was dürfen die Zuschauer darüber hinaus von dem Thementag erwarten? Es gibt auch eine Live-Schalte nach London ...

Ja, da – so heißt es im Moment jedenfalls – werden William und Harry eine Statue enthüllen. Da werden wir natürlich hinschalten und auch darüber hinaus den ganzen Tag über mit London in Kontakt stehen. Also es ist einiges geplant, aber vor allem die Dokus ab 20.15 Uhr dürften interessant werden mit vielen Details, die man so noch nicht kannte.

Am späteren Abend werfen Sie in „Die Wahrheit über unsere Königshäuser – Insider packen aus“ einen Blick hinter die Kulissen weiterer europäischer Königshäuser. Welches davon ist Ihnen persönlich am sympathischsten?

Sympathie ist immer so eine Sache. Als Journalistin schaue ich natürlich auf der einen Seite: Wen finde ich nett und wer ist cool? Auf der anderen Seite achte ich aber eben auch darauf, wer die besten Geschichten liefert, denn das ist für uns das Interessanteste. Das ist im Moment natürlich das britische Königshaus. Aber nach wie vor finde ich auch die Holländer und Maxima toll.

Wenn Sie an die üblichen Privilegien und Pflichten denken: Wären Sie selbst gerne Teil eines Königshauses?

Auf keinen Fall! Ich liebe mein Leben so, wie es ist. Ich muss nicht im Palast wohnen. (lacht)

RND/Teleschau

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