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Felicitas Woll: „Durch meine Adern fließt Wikingerblut“

  • Felicitas Woll ist am Montag in der ZDF-Tragikomödie „Weihnachtstöchter“ zu sehen.
  • Im RND-Interview spricht sie über ihren Weihnachtsfilm, skandinavische Rituale und Heiligabend mit den Kindern.
  • Außerdem verrät die 40-Jährige, welche Leidenschaft sie in der Corona-Krise entdeckt hat.
Martin Weber
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Drei zerstrittene Schwestern im Weihnachtsstress: Ausgerechnet zum Fest sollen Regina (Gesine Cukrowski), Katarina (Elena Uhlig) und Diana (Felicitas Woll) das Erbe ihres gerade gestorbenen Vaters aufteilen. Das sorgt in der stimmungsvollen Tragikomödie „Weihnachtstöchter“ (14. Dezember, ZDF) nicht nur im Familienkreis für Ärger, sondern auch bei den Angestellten von Vaters Großbäckerei, die um ihren Job fürchten. Felicitas Woll kam 1980 im hessischen Homberg zur Welt und machte eine Ausbildung zur Krankenschwester, als Teenager wurde sie von einem Schauspieleragenten zufällig in einer Diskothek entdeckt. Die ARD-Serie „Berlin, Berlin“ und das Historiendrama „Dresden“ verhalfen ihr zum Durchbruch, seit 2013 ist Felicitas Woll in der ZDF-Filmreihe „Taunuskrimi“ als Kommissarin zu sehen. Vor Kurzem feierte sie im Kinofilm „Berlin, Berlin – Der Film“ ein Comeback als freche Kultfigur Lolle. Franziska Woll lebt mit ihren beiden Kindern auf dem Land in Nordhessen.

Frau Woll, im Spielfilm „Weihnachtstöchter“ sind Sie die ganze Zeit mit Schlabberpulli oder Strickjacke zu sehen. War es sehr kalt bei den Dreharbeiten?

Zu einem Weihnachtsfilm wie diesem gehören ja kuschelige Pullover und sonstige warme Garderobe. Es war aber auch tatsächlich kalt bei den Dreharbeiten, deshalb hat das Outfit ganz gut gepasst. Wir haben den Film letztes Jahr in der Vorweihnachtszeit gedreht, und es ist auch ganz gut, wenn man so was nicht im Sommer dreht. Nicht nur wegen der Außenaufnahmen, sondern auch weil man dann selber ein besseres Gefühl für Weihnachten hat.

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„Weihnachtstöchter“ ist keiner der üblichen Weihnachtsfilme, wie würden Sie ihn beschreiben?

Als den etwas anderen Weihnachtsfilm vielleicht, der seine Ecken und Kanten hat und auch mit der ein oder anderen Überraschung um die Ecke kommt. Er zeigt, wie manche Menschen in Familien miteinander umgehen, und das auch und gerade zur Weihnachtszeit, denn das ist ja die Zeit, wo man sich begegnet. Oft versuchen dann alle ganz krampfhaft, eine harmonische Stimmung herzustellen – und genau das geht dann in die Hose. Im Film kommt dann noch eine Erbstreitigkeit dazu, das bringt noch mehr negative Dynamik in die ganze Sache.

Aufs obligatorische Happy End verzichtet aber auch dieser Weihnachtsfilm nicht.

Stimmt, aber das muss auch so sein, die Zuschauer sollen schon mit einem guten Gefühl ins Bett gehen. Der Film zeigt, dass Menschen bei allen dunklen Seiten und allen Differenzen immer auch die Chance haben, wieder zusammenzurücken – und das ist doch gerade an Weihnachten eine gute Botschaft.

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Sie spielen eine von drei Schwestern, die sich wegen des Erbes ihres verstorbenen Vaters in die Wolle kriegen. Sie selber haben sechs Geschwister, da sind Ihnen Streitigkeiten sicher nicht fremd, oder?

Das waren bei uns aber mehr so kleine Streitereien, die sich in der Kindheit abgespielt haben. Es ist ja völlig normal, dass es unter Geschwistern auch mal Streit gibt, und so war das auch bei uns. Aber so essenzielle Auseinandersetzungen wie im Film, bei denen es ans Eingemachte geht, haben wir nie gehabt.

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Katarina (Elena Uhlig, v. l. n. r.), Regina (Gesine Cukrowski) und Diana (Felicitas Woll) schauen andächtig zum Porträt des gemeinsamen Vaters hoch – eine Szene aus „Weihnachtstöchter“. © Quelle: Christian Lüdeke/ZDF/dpa

Ging es bei Ihnen in der Großfamilie früher turbulent zu an Weihnachten?

Oh ja, turbulent in einem schönen Sinne. Anders als die meisten anderen Familien haben wir aber das Julfest gefeiert, also die skandinavische Variante von Weihnachten.

Teilen Sie diese familiäre Vorliebe für Skandinavisches?

Och, ein wenig Wikingerblut fließt auch durch meine Adern, das habe ich immer gespürt. (lacht) Ich fand diese Kultur mit den Zwergen und den Elfen schon als Kind sehr reizvoll, und das geht mir immer noch so.

Sie leben mit Ihren beiden Kindern auf dem Land in Nordhessen. Wie läuft ein Weihnachtsfest bei Ihnen ab?

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Wir haben keine festen Rituale oder so. Ich finde es immer schön, wenn es im Haus gemütlich ist und jeder seinen Bereich hat, um den er sich kümmert – der eine kocht, der andere schmückt den Baum. Hauptsache, es ist schön kuschelig, und es geht bei uns auch nicht darum, möglichst viele Geschenke unter den Baum zu stellen. Ich glaube nicht, dass es gut für Kinder ist, wenn sie mit Geschenken überschüttet werden, das ist der falsche Weg.

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Was ist Ihr liebstes Weihnachtsessen?

Gans mit Rotkohl und Klößen liebe ich schon sehr. Ist aber kein Muss an Weihnachten. (lacht)

Und wie sieht’s mit Plätzchen und Stollen aus? Im Film spielt ja eine Bäckerei eine große Rolle.

Ich bin eigentlich nicht so die Süße, aber zu Weihnachten nasche ich schon gern alles, was es da so gibt. Auf Stollen mit Rosinen kann ich verzichten, mir hat’s mehr der mit Marzipan angetan. Also ich bin eigentlich für viel zu haben, mir vergeht nur manchmal die Lust darauf, wenn die Leckereien schon im August im Supermarkt liegen.

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Freuen Sie sich dieses Jahr auch aufs Fest oder ist Ihnen das wegen Corona verleidet?

Ich freue mich auch dieses Jahr, weil Weihnachten ja sowieso ein Fest ist, das man mit der Familie zu Hause verbringt. Wir machen es uns schön gemütlich.

Wie sind Sie bislang durch die Krise gekommen?

Es war schon schwierig, einige Dreharbeiten mussten auf nächstes Frühjahr verschoben werden. Es geht mir wie vielen Kollegen auch: Ich bin auf den Job angewiesen, gerade als Mutter von zwei Kindern. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder besser wird, und glaube auch fest daran. Ein Gutes hatte die Krise wenigstens.

Und das wäre?

Ich habe entdeckt, dass ich ganz gut kochen kann. Bisher glaubte ich immer, ich könnte nicht kochen, aber in den vergangenen Monaten habe ich gemerkt, dass ich es doch kann. Früher hat mir oft die Zeit dafür gefehlt, aber jetzt habe ich eine richtige Kochleidenschaft entwickelt.

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