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Fall Gil Ofarim: Weitere Hinweise auf Diskriminierungen in dem Leipziger Hotel

  • Musiker Gil Ofarim wirft Mitarbeitern eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor und will nun auch selbst Anzeige erstatten.
  • Währenddessen berichtet das Sächsische Antidiskriminierungsbüro von ähnlichen Problemen mit dem Hotel in der Vergangenheit.
  • Details darf die Beratungsstelle wegen ihrer Verpflichtung zur Verschwiegenheit nicht bekannt geben.
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Leipzig. Nach den Antisemitismusvorwürfen gegen die Mitarbeiter eines Leipziger Hotels durch den Musiker Gil Ofarim mehren sich die Hinweise darauf, dass es nicht der erste diskriminierende Vorfall in dem Haus gewesen sein könnte, wie die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) berichtet. Demnach berichtete das Sächsische Antidiskriminierungsbüro der Zeitung von ähnlichen Problemen in der Vergangenheit.

„Antisemitismus und Rassismus, ob auf der Arbeit oder im Dienstleistungsbereich, gehören leider zum Alltag vieler Menschen in Leipzig. Uns sind auch im Zusammenhang mit dem Hotel Westin in der Vergangenheit bereits Diskriminierungen angezeigt worden“, sagt Burcu Akdoğan-Werner vom Antidiskriminierungsbüro der LVZ. Weil die Beratungsstelle zur Verschwiegenheit verpflichtet sei, könnten allerdings keine Details zu den Vorfällen bekannt gegeben werden. Konkrete Diskriminierungsvorwürfe gegen das Hotel waren allerdings bereits nach Ofarims Berichten durch einen Musikmanager öffentlich geworden, der angab, dort homophob beleidigt worden zu sein.

Gil Ofarim will selbst Strafanzeige stellen

Am Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass Gil Ofarim nun auch selbst Strafanzeige stellen und aussagen will. „Gil hat sich selbst als Zeuge angeboten und hat hierzu Dienstag einen Termin in München, wie es jetzt ausschaut. Dort wird er nicht nur als Zeuge aussagen, sondern auch selbst und persönlich Anzeige erstatten wegen aller in Betracht kommender Delikte“, sagte Ofarims Managerin Yvonne Probst dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Laut LVZ ermittelt die Polizei in Leipzig weiter in dem Fall und sucht laut Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz Zeugen und Beweismittel. Zudem werde ein Video aus der Hotellobby ausgewertet, das allerdings keinen Ton habe und somit nur schwer beweisen könne, was Gil Ofarim den Westin-Angestellten vorwirft.

Ofarim soll aufgefordert worden sein, seine Davidsternkette einzupacken

Ofarim hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Instagram-Video berichtet, beim Einchecken von Mitarbeitern nicht berücksichtigt worden zu sein. Er erzählte, wie er sich in eine Schlange eingereiht habe. Immer wieder seien Personen vorgezogen worden.

Als er nach 15 Minuten an der Reihe gewesen sei, habe er gefragt, was das solle. Der Mitarbeiter habe geantwortet: „Um die Schlange zu entzerren“, dabei habe Ofarim ja selbst darin gestanden. Daraufhin habe „irgendeiner aus der Ecke“ gerufen, dass er seinen Davidstern, den er an einer Kette trug, einpacken solle. Auch der Hotelmitarbeiter habe gesagt: „Packen Sie Ihren Stern ein.“

RND/hsc

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