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„Diskrete Verhandlungen“: Juan Carlos zahlt 4 Millionen Euro Steuern nach

  • Der frühere spanische König Juan Carlos hat Steuerschulden beglichen.
  • Sein Anwalt Javier Sánchez-Junco teilte mit, die Schuld habe mit Zahlungen zu tun, die eine Stiftung für den früheren Monarchen für „mehrere Reisekosten und andere Dienstleistungen“ übernommen habe.
  • Juan Carlos zahlte demnach knapp 4,4 Millionen Euro an die spanischen Steuerbehörden.
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Madrid. Juan Carlos de Borbón y Borbón lebt gern wie ein König – auch wenn sein Gehalt dafür nicht reicht. Um die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu schließen, sprangen in der Vergangenheit reiche Gönner ein, zum Beispiel ein entfernter Verwandter namens Álvaro de Orleans, der ihm Flüge im Privatjet spendierte. Viele Flüge müssen es gewesen sein. Um die 8 Millionen Euro soll Orleans‘ Stiftung Zagatka (mit Sitz in Liechtenstein – wo sonst?) für Ausflüge des spanischen Exmonarchen im Privatjet hingelegt haben. So etwas ist eine Sachleistung, die versteuert werden muss. Was Juan Carlos bisher nicht tat. Nun aber doch.

Am Freitag hat die Tageszeitung „El País“ mit der Exklusivmeldung über die königliche Steuernachzahlung in Höhe von rund 4 Millionen Euro aufgemacht, und viele andere Medien ließen sich die Nachricht sofort von „Kennern“ bestätigen. Im Laufe des Tages bestätigte der Anwalt von Juan Carlos, Javier Sánchez-Junco, in einer kurzen Mitteilung, dass Juan Carlos den spanischen Steuerbehörden einen Betrag von knapp 4,4 Millionen Euro bezahlt hat, der Verzugszinsen und andere Zuschläge beinhalte.

Die Netzzeitung „El Confidencial“ brachte auch gleich noch eine Theorie, wie es zu der überraschenden Nachzahlung gekommen sein könnte: Sie sei das Ergebnis „diskreter Verhandlungen“ zwischen Regierung und Königshaus, um eine halbwegs respektable Rückkehr des Exmonarchen nach Spanien zu ermöglichen. Seit August ist Juan Carlos in Abu Dhabi untergekommen und soll sich dort nicht recht zu Hause fühlen.

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Korruption oder miese Steuermoral

Der 83-jährige frühere König wird es aber schwer haben, die Herzen der Spanier zurückzugewinnen. Sein Sohn und Nachfolger, Felipe VI., hat noch einmal an eine der großen Leistungen seines Vaters erinnert: die „Festigkeit und Autorität“, mit denen er sich vor vierzig Jahren, am 23. Februar 1981, dem Putschversuch rechter Militärs entgegenstellte und damit den „Triumph der Demokratie“ ermöglichte. Das ist vielen jungen und manchen älteren Spaniern aber reichlich egal. Für sie ist Juan Carlos vor allem ein Lebemann unter Korruptionsverdacht – auch wenn sich bisher noch keine einzige Verdächtigung gegen ihn bestätigt hat.

Was dem alten König statt Korruption vorgehalten werden kann, ist eine miese Steuermoral. Er fand es normal, sich beschenken zu lassen und dafür keine Steuern zu bezahlen. Offenbar war er von Leuten umgeben, die ihn in dieser Überzeugung bestärkten.

Es war ein langsamer Prozess, der Juan Carlos aus seiner Blase hervorholte, in der für Könige andere Regeln gelten als für das Volk. Schließlich dürfte ihn die Möglichkeit eines Strafprozesses beeindruckt haben: Ein abgedankter König kann im Gegensatz zu einem amtierenden König in Spanien vor Gericht gestellt werden.

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Juan Carlos zahlte schon im Dezember 680.000 Euro Steuern nach

4 Millionen Euro Steuerschulden sind keine Kleinigkeit. Ab 120.000 Euro hinterzogener Steuern im Jahr beginnt in Spanien die Strafbarkeit. Wer seine Steuerschuld allerdings begleicht, ehe ihn das Finanzamt dazu aufgefordert hat, kommt straffrei davon.

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Juan Carlos hatte schon im Dezember knapp 680.000 Euro Steuern nachgezahlt, damals wegen der Ausgaben über eine Kreditkarte, die ihm ein mexikanischer Geschäftsmann überlassen hatte. Es ist bemerkenswert, wie viele Gönner der alte König im Laufe seines Lebens gefunden hat.

Der großzügigste war der mittlerweile verstorbene saudische König Abdullah, der seinem spanischen Königskollegen 2008 runde 100 Millionen US-Dollar überwies (die Juan Carlos später seiner deutschen Freundin Corinna zu Sayn-Wittgenstein weiterverschenkte). Den Königskritikern fällt es schwer, sich vorzustellen, dass für solche Geschenke keine Gegenleistung nötig war. In Genf ermittelt ein Staatsanwalt, hat aber in knapp drei Jahren noch nichts Verwertbares gegen Juan Carlos herausgefunden.

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