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Dieter Bohlen watscht deutsche ESC-Jury ab: „Zu viele Quatscher, null Ahnung“

  • Der Hamburger Jendrik Sigwart landet beim diesjährigen Eurovision Song Contest mit drei Punkten auf dem vorletzten Platz.
  • Nun äußert sich Dieter Bohlen zum erneuten deutschen ESC-Debakel.
  • Er sieht den Fehler im öffentlich-rechtlichen System.
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Drei Punkte gab es für Deutschland beim 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam. Bei insgesamt 39 Teilnehmerländern sind maximal 4.332 zu vergeben. Jendrik Sigwart, der aus Hamburg stammende Starter für Deutschland, bewahrte trotz der krachenden Bruchlandung mit seinem flotten Song „I Don’t Feel Hate“ Haltung und erklärte noch am Samstagabend, mit seiner eigenen Leistung sei er „happy, ich hab mich wohlgefühlt“.

Vielsagend ist auch, was der junge, bis dato unbekannte Künstler nach seinem Auftritt gegenüber der „Bild“-Zeitung einräumte. „Ich habe schon vor zwei Monaten vermutet, dass ich nicht die Erwartungen der anderen erfüllen werde. Aber ganz ehrlich: Mein Ziel war es, zum ESC zu kommen.“ Dies habe er geschafft, indem er der deutschen Vorauswahl-Jury gezielt einen Song nach deren Gusto vorgelegt habe: „Ich wusste, dass ‚I Don’t Feel Hate‘ nicht mein bestes Lied ist, ich habe geilere, aber ich wusste auch, dass ich von den deutschen Jurys nur mit diesem Lied für den ESC ausgewählt werde. Bisschen hinterhältig, oder?“

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Dieter Bohlen: „Hits macht man wie in der Bootsfahrt“

Einer, der über dieses Procedere nur noch den Kopf schütteln kann, ist Deutschlands „Pop-Titan“: Wie Dieter Bohlen der „Bild“-Zeitung erklärte, seien die Gremienentscheidungen des federführenden NDR das Problem. Diese seien „nicht gut, um den besten Titel zu finden. So werden keine Hits produziert“, stellte Bohlen fest. Bereits am Sonntag hatte der 67-Jährige, der zuletzt als Juror bei „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) geschasst wurde, in seiner Instagram-Story über das Ergebnis gelästert und seinen Followern die Frage gestellt: „Was ist schlimmer: Drei Punkte beim Grand Prix oder drei Punkte in Flensburg?“

Laut Bohlen müsse Deutschland wieder auf einen tonangebenden Musikproduzenten setzen, um beim nächsten Eurovision Song Contest eine echte Chance zu haben. Das habe das Beispiel Stefan Raab gezeigt, der Lena Meyer-Landrut entdeckte und zum Sieg führte. Bohlen: „Er hat alles relativ alleine bestimmt und es hat funktioniert. Hits macht man wie in der Bootsfahrt: Da gibt es einen Kapitän, der bestimmt, in welche Richtung man fährt.“

Dieter Bohlen: „In der Ehe sind Kompromisse richtig, beim ESC nicht“

Die momentane Vorgehensweise der ARD sei hingegen nicht geeignet, um einen Hit zu landen. Es seien „zu viele Quatscher am Werk, die null Ahnung haben“, so der Ex-„DSDS“-Juror. Er selbst deutete auf Nachfrage an, sich unter Umständen bei der Suche nach dem nächsten deutschen ESC-Starter einbringen zu wollen - allerdings nur alleine. Für Bohlen ist klar: „In der Ehe sind Kompromisse richtig, beim ESC nicht.“

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Dass Bohlens Worte an verantwortlicher Stelle Gehör finden, deutet sich bislang indes nicht an. Auf „Bild“-Nachfrage gab der NDR zu verstehen: „Dieses Lied wurde von den beiden zuständigen Fachjurys aus 20 internationalen Musikexpertinnen und -experten, die bereits Jurorinnen bzw. Juroren beim ESC waren, sowie 100 Fans, die ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen haben, ausgewählt.“ Eine Änderung des Vorauswahlverfahrens sei nicht geplant.

RND/Teleschau

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