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Die Geissens feiern zehnjähriges TV-Jubiläum: „Wir haben uns nicht verbiegen lassen“

  • Vor zehn Jahren startete die Dokusoap „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“ bei RTL II.
  • Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sprechen Carmen und Robert Geiss über provokante Szenen und das Drehen in Zeiten von Corona.
  • „Wir haben uns nicht verbiegen lassen und haben uns nicht skripten lassen. Wir machen immer alles so, wie wir das wollen“, sagt Robert Geiss.
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Sie gehören zu den erfolgreichsten Prominenten im Dokusoap-Fernsehen: Carmen und Robert Geiss. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sprechen beide über ihr zehnjähriges TV-Jubiläum und ihre Pläne für die Zukunft.

Carmen und Robert, hätten Sie im Jahr 2011 gedacht, dass Ihre Dokusoap „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“ zehn Jahre lang laufen würde?

Robert: Nein, da hätten wir im Traum nicht mit gerechnet. Es gab zunächst sechs Folgen, und dann wollten wir schauen, wie das Ganze ankommt. Vielleicht wäre es nur ein ganz kurzer Auftritt im Fernsehen geworden, und danach wäre das Thema schon wieder erledigt. Aber es hat toll funktioniert, und ich glaube, das liegt daran, dass wir in all den Jahren sehr authentisch waren und viele Fans aktivieren konnten.

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Carmen: Die Fans waren uns in all den Jahren treu, und es hat toll funktioniert.

Worin besteht der größte Unterschied zwischen den ersten Folgen und der neuen Staffel, die am 4. Januar startet?

Robert: Der größte Unterschied ist, dass unsere Kinder heute auch einen großen Beitrag in die Sendung bringen. Damals, als sie sechs, sieben Jahre alt waren, war der Anteil viel weniger. Da hat sich in dieser Hinsicht also gravierend etwas verändert. Ansonsten ist vieles gleich geblieben. Ab und zu haben sich mal die Kameras verändert, in die wir hineingucken. Früher waren sie größer, heute sind sie etwas kleiner.

Carmen: Wir sind immer noch so geblieben, wie wir waren.

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Robert: Wir haben uns nicht verbiegen lassen und haben uns nicht skripten lassen. Wir machen immer alles so, wie wir das wollen.

Carmen: Wir nehmen kein Blatt vor den Mund und reden so, wie uns der Schnabel gewachsen ist.

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Robert: Dafür bekommen wir ab und zu auch mal auf die Nuss. (lacht)

Apropos, was glauben Sie, bei wem von Ihnen öfter mal Szenen herausgeschnitten werden mussten, weil sie vielleicht zu provokant waren?

Carmen: Ich sitze im Schnitt. (lacht)

Robert: Manchmal muss man Szenen von Carmen rausschneiden, manchmal von mir. Aber ich glaube, dass Carmen weniger zensiert werden muss als ich. (lacht)

Carmen: Seit drei Jahren bin ich bei der sogenannten Abnahme der Folgen bei unserer Produktion Geiss TV in Köln dabei. Seitdem geht es mit den Geissens auch quotentechnisch wieder steil bergauf.

Gab es in all den Jahren auch mal einen Punkt, an dem Sie gesagt haben, dass Sie keine Lust mehr auf den ganzen Medientrubel haben?

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Robert: Am Anfang war es komplizierter und schwieriger, mit den ganzen Meinungen umzugehen, wenn man mal wieder einen auf den Deckel bekommen hat. Aber mittlerweile wird man da auch ein bisschen abgebrühter und weiß, wie es gemeint ist. So einen Shitstorm nimmt man nicht mehr so 100-prozentig persönlich wie am Anfang. Ich bin einer, der auf Instagram relativ wenig Kommentare liest, weil ich weiß, dass es immer Leute gibt, die gegen etwas sind. Wenn man in den Urlaub fährt, ist es nicht gut. Wenn man arbeitet, ist es aber auch nicht gut. Wenn man in Zeiten von Corona aus dem Haus geht, ist das überhaupt nicht mehr gut. Aber wenn man nur noch zu Hause bleibt, stört sie das auch. Man weiß gar nicht mehr, was man tun soll, weil sowieso alles verkehrt ist. Aber man muss sagen, dass Carmen Hasskommentare am Arsch vorbeigehen … (lacht)

Carmen: Um einen Shitstorm zu erhalten, müssen sich die Leute ja für einen interessieren.

Warum gab es im Herbst nicht – wie ursprünglich geplant – neue Folgen?

Robert: Die Folgen, die jetzt ab Januar laufen, sind bewusst nicht im Oktober ausgestrahlt worden. Wegen dieser ganzen Corona-Pandemie haben wir uns entschieden, keine kleine Staffel zu machen, sondern lieber eine große im Januar. Deshalb fangen wir pünktlich zu unserem zehnjährigen Jubiläum am 4. Januar wieder an. Das sind 26 Folgen, die bis in den April rein ausgestrahlt werden. Logischerweise mussten wir das Ganze anfangen, ein Jahr im Voraus zu produzieren. Die ersten Folgen sind vom Januar, Februar 2020. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Lockdown. Da war Corona gerade noch in den Kinderschuhen. Wir haben angefangen, in Dubai zu drehen, als noch überhaupt nichts von Corona zu merken war. Danach ging es weiter nach Miami, wo Corona anfangs auch noch nicht spruchreif war. Da haben wir erst langsam mitbekommen, dass sich da in Europa etwas anbahnt, weil ein Virus von China rüberkommt. Bei unserer Rückkehr nach Frankreich Anfang März sind wir komplett in den Lockdown gekommen. Erst Ende Mai ging das Ganze in Frankreich langsam wieder auf, bis dahin haben wir im Lockdown gehangen. Wir hatten ja einen knallharten Break in dem Ganzen und durften so gut wie gar nicht raus. Wir durften das Grundstück nicht verlassen. Aber bei 8000 Quadratmetern war das eher das kleinere Problem. Da konnte man trotzdem joggen gehen. Aber der Helikopter ist auch nicht geflogen. (lacht)

Ab wann ging es mit den Dreharbeiten weiter?

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Robert: Mit dem Tag, am 3. Juni, als alles wieder aufging, haben wir uns sofort auf die Reise gemacht, weil wir uns schon längst in den Startlöchern befunden hatten. Aber dann war die große Frage: „Wo geht es jetzt hin?“ Wir haben uns dann dazu entschieden, nicht die Welt zu bereisen, sondern bestimmte Orte in Europa anzusteuern. Auch Orte, die normalerweise pro Tag 100.000 Menschen beherbergen.

Corona wird also öfter mal in den neuen Folgen thematisiert …

Robert: Corona ist leider Gottes im Moment überhaupt nicht wegzudenken. Auch bei uns in Monaco nicht, obwohl das ein oder andere Restaurant im Moment noch offen hat. Corona ist hier präsent und macht auch keine Ausnahme für die Geissens. Und wenn wir irgendwo hingekommen sind, haben wir uns natürlich immer an die dortigen Corona-Regeln gehalten. Der Vorteil, den wir im Sommer ganz klar hatten, war unser Boot. Dadurch waren wir autark und unabhängig unterwegs.

Aber von der Zeit im ersten Lockdown sieht man also nicht so viel?

Robert: Nein, wir haben von März bis Mai so gut wie nichts gedreht, weil wir kein Interesse daran hatten, den kompletten Lockdown zu verfilmen.

Carmen: Das wäre auch total langweilig geworden.

Robert: Das muss eine authentische Sache sein, aber wir sind natürlich dazu da, um die Leute zu unterhalten und ihnen die Welt zu zeigen. Da wollten wir nicht zeigen, wie die Geissens Monopoly spielen. Obwohl das auch mal ganz witzig sein könnte. (lacht)

Carmen: Viele Menschen beschweren sich, aber wer den Arsch von der Couch nicht hochbekommt, der kann auch nicht verlangen, um die Welt zu ziehen. Die Geissens sind anders. Und unsere Kinder zum Glück auch.

Robert: Am Ende des Tages lassen wir uns unsere Lebensfreude nicht durch ein Virus verderben. Wir halten uns an die Regeln, aber das, was bedenkenlos machbar ist, machen wir. Das tun wir ja nicht aus Vergnügen oder weil wir unbedingt Urlaub machen müssen oder an den Pool wollen. Wir haben einen eigenen Pool in Saint-Tropez, der 500 Meter entfernt ist. Wir verreisen, um in unserer Sendung das ein oder andere zu zeigen. Wir wissen, dass sich 26 Folgen pro Jahr nicht um die Ecke produzieren lassen.

Hatten Sie trotzdem mal mit dem Gedanken gespielt, zu zeigen, was Sie im Lockdown machen?

Robert: Das wäre langweilig. Das können die ganzen Influencer machen. Die haben es da einfacher, machen einfach den Computer an und produzieren da irgendwas, aber wir bei RTL II brauchen doch ein bisschen mehr als eine Kamera und einen Computer, den wir zu Hause aufbauen.

Carmen: Die Zeit ging unheimlich schnell vorbei, weil wir angefangen haben, unser Haus zu renovieren. Der Wintergarten wurde komplett abgerissen. Wir haben gemeinsam viele Familienspiele gemacht. Wir haben mittags und abends gekocht. Unsere Töchter haben in der Zeit megagut kochen gelernt. Die können sich mittlerweile selbst bekochen und machen tolle Gerichte.

Robert: Man darf eines aber nicht vergessen: Für uns war diese Umstellung in der Pandemie nicht so gravierend. Andere sehen ihre Frau am Tag sonst nur zwei Stunden, wir sehen uns die ganze Woche andauernd. Bei der Weltreise, die wir gemacht haben, waren wir 24 Stunden zusammen unterwegs. Wir wohnen zusammen und sind es nicht gewohnt, längere Zeit getrennt zu sein wie andere Leute. Wir haben Bekannte, die sind 21 Jahre lang verheiratet, aber sagen: „Wir haben uns nur drei Jahre gesehen.“

Mussten Sie in Monaco eigentlich Homeschooling machen?

Robert: Ich bin schon lange aus der Schule raus. Meine Ausbildung ist abgeschlossen, die von der Carmen auch. (lacht) Aber unsere Kinder mussten natürlich Homeschooling machen. Die beiden sind mittlerweile 16 und 17 Jahre alt. Da geht es Richtung Abitur. Jeder weiß, dass ich nur Hauptschule gemacht habe. Da kann ich nicht mehr mithalten. Ich kann ihnen nur Weisheiten mit auf den Weg geben, aber mehr geht leider nicht. (lacht) Aber das haben die Kinder gut auf die Reihe bekommen, weil sie gute Programme hatten, mit denen das funktioniert hat. Wir haben die Kinder auch vor dem PC sitzen sehen und haben auch ab und zu mal reingeschielt, ob es der Lehrer ist oder doch irgendwas auf Instagram. Aber es war immer der Lehrer, hat also wohl alles ganz gut funktioniert.

Könnten Sie sich vorstellen, sich auch noch die nächsten zehn Jahre von den Kameras begleiten zu lassen?

Carmen: Wir sind so glücklich, dass der Sender RTL II seit zehn Jahren schon hinter uns steht und uns so den Rücken freihält. Wir arbeiten mit einem tollen Team. Wenn der Sender uns die nächsten zehn Jahre sehen will, gerne.

Robert: Im Moment liebt der Sender uns noch, aber mal sehen, was im Januar, Februar, März passiert. Wenn die Einschaltquoten nach wie vor gut sind, werden wir weiter produzieren und noch viele Staffeln machen. Von uns aus können wir uns weitere zehn Jahre vorstellen. Dann wäre ich 66 Jahre alt, und da fängt das Leben bekanntlich erst an. Dann kauft sich der Robert eine Harley, und wenn das jemand sehen will, geht es noch mal zehn Jahre weiter. (lacht)


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