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Die BBC und das Diana-Interview: Zwei verletzte Brüder klagen an

  • Abermals treibt das tragische Schicksal von Prinzessin Diana die Royals um.
  • Ihre Söhne verurteilen die Medien für deren Rolle bei dem Unglück.
  • Harry kritisiert auch wieder seine Familie, besonders seinen Vater Prinz Charles.
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London. Prinz William bricht in der Regel nicht aus dem engen Korsett der höfischen Etikette aus. Der künftige König hält sich vielmehr aus aktuellen Belangen heraus und persönliche Angelegenheiten unter Verschluss. Doch nun ging es um seine Mutter, Prinzessin Diana, und das legendäre BBC-Interview, das sich der Reporter Martin Bashir durch Lug und Trug erschlichen hatte, wie ein Untersuchungsbericht enthüllte. Der Herzog von Cambridge wirkte tief betroffen von den Ergebnissen. Und so sandte er am Abend dieses auf der Insel emotional aufgeladenen Donnerstags eine Videobotschaft, in der er drastische Worte wählte.

„In meinen Augen war es die betrügerische Art und Weise, wie das Interview entstanden ist, die beeinflusste, was meine Mutter sagte“, so der 38-Jährige. Es war vor allem der Satz „Nun, wir waren zu dritt in dieser Ehe – es war also ein bisschen überfüllt“ in Anspielung auf Prinz Charles’ langjährige Geliebte Camilla Parker Bowles, der berühmt wurde. Laut Prinz William habe das Interview maßgeblich dazu beigetragen, „die Beziehung meiner Eltern zu verschlechtern“, und es habe „unzählige andere verletzt“. Es erfülle ihn „mit unbeschreiblicher Trauer zu wissen, dass das Versagen der BBC erheblich zu ihrer Angst, Paranoia und Isolation beigetragen hat, an die ich mich aus den letzten Jahren mit ihr erinnere“.

Da sah die Welt noch in Ordnung aus: Diana und Charles im Jahr 1981 zu Besuch in Ascott © Quelle: imago/ZUMA/Keystone
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Wäre die Geschichte um Diana und das britische Königshaus anders verlaufen?

Die Briten kennen derzeit kein anderes Thema als den Skandal um die Entstehung des Gesprächs im Jahr 1995. Aus­ge­rech­net die BBC, jene renommierte Rundfunkanstalt, hatte auf allen Ebenen versagt, es versäumt, kritische Fragen zu stellen, und sogar versucht, das Fehlverhalten zu vertuschen. Dabei wurden bereits im Anschluss an das Interview Bedenken und Beschwerden laut, denen zufolge sich der damals relativ unbekannte Reporter unlauterer Methoden bedient hatte. Bashir ließ Kontoauszüge fälschen, die er der ohnehin argwöhnischen Diana und ihrem Bruder, Earl Spencer, vorlegte. Sie sollten den Verdacht belegen, dass Menschen aus dem Umfeld der Prinzessin bezahlt wurden, um Informationen über sie preiszugeben.

Wäre die Geschichte um Diana und das britische Königshaus anders verlaufen, hätte Bashir nicht trügerisch gehandelt? Angeblich wollte die Prinzessin auspacken. Aber hätte sie es trotzdem und vor allem auf diese Weise getan?

Prinz Harry: Rundumschlag gegen die britischen Medien

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Während Prinz Harry schon häufig von der traumatischen Erfahrung der Trauerarbeit gesprochen hat, hielt sich Prinz William in der Öffentlichkeit eher zurück. Diese Woche aber zeigte sich, dass die Scheidung der Eltern und mehr noch der Tod der Mutter die beiden Brüder bis heute schwer beschäftigen. „Die Folgen einer Kultur der Ausbeutung und unethischer Praktiken haben sie letztendlich das Leben gekostet“, schrieb Harry in seinem Statement am Donnerstag. „Unsere Mutter hat dadurch ihr Leben verloren, und nichts hat sich geändert.“

Anders als William holte der Herzog von Sussex abermals mit einem Generalschlag gegen die britischen Medien aus, mit denen er seit vielen Jahren auf Kriegsfuß steht, verstärkt noch durch die Berichterstattung über seine Frau Meghan, die er, freundlich ausgedrückt, als unfair betrachtet. Regelmäßig warnt er davor, dass sich die Geschichte wiederhole. Diana war 1997 bei einem Autounfall in Paris auf der Flucht vor Paparazzi und Paparazzas mit ihrem damaligen Freund Dodi al-Fayed gestorben. Wie Harry erhob auch Dianas Bruder Earl Spencer, der die jüngste Prüfung angestoßen hatte, die Anschul­di­gung, das Skandal­interview habe zum Tod der Prinzessin beigetragen. „Sie wusste nicht, wem sie vertrauen sollte, und als sie zwei Jahre später starb, war sie letztlich ohne irgendeine Form wirklichen Schutzes.“

Charles hat laut Harry sein Leiden in Kauf genommen

In einem neuen Interview im Rahmen der Dokuserie „The me you Can’t See“ („Das Ich, das du nicht siehst“) mit der US-Talkmasterin Oprah Winfrey auf Apple TV+ erzählte Harry von der Unfähigkeit, seiner Mutter zu helfen, die „jeden Tag“ von Fotografinnen und Fotografen bedrängt worden sei. Und: Er höre noch das Klappern der Hufe, als er vor den Augen der Welt hinter dem Sarg der Mutter herging. „Es war, als hätte ich meinen Körper verlassen.“ Gesäumt war der Trauerzug von Tausenden schluchzenden Menschen, die um Diana trauerten. „Ich dachte nur: Das ist meine Mum, ihr habt sie nicht einmal kennengelernt“, erinnert sich der heute 36-Jährige, der in dem Interview auch von Alkohol, Partys und Drogen berichtet – und abermals seinen Vater, Prinz Charles, „brutal attackiert“, wie die „Daily Mail“ schreibt. Er werfe eine weitere „Atom­bombe“ auf das Königshaus.

Charles hat laut Harry sein Leiden in Kauf genommen und immer nur zum Sohn gesagt: „,Nun, das war für mich so, also wird es für dich so sein.‘“ Aber nur, weil sein Vater gelitten habe, „heißt das nicht, dass auch seine Kinder leiden müssen – eigentlich ganz im Gegenteil“, so Harry. Das erneut brisante Interview offenbare, dass mittlerweile „eine riesige Kluft zwischen der königlichen Familie und den Sussexes“ bestehe, meinte ein Kommentator. Die Britinnen und Briten reagieren derweil beinahe schon genervt auf die fast wöchentlich aus Kalifornien kommenden Angriffe von Harry und Meghan auf die Royals und die Presse. Die Biografin des Herzogs von Sussex, Angela Levin, etwa nannte seinen Auftritt „künstlich und peinlich“.

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