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„Sie haben sich gegenseitig zerfleischt“

Ist die Karriere von Amber Heard vorbei?

Amber Heard im Gerichtssaal im Fairfax County Circuit Courthouse.

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Hollywood-Star Johnny Depp nahm den Schuldspruch gegen seine Ex-Frau Amber Heard mit Erleichterung auf und dankte den Geschworenen überschwänglich: „Die Jury hat mir mein Leben zurückgegeben“, teilte er mit. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, Heard habe ihre Missbrauchsvorwürfe gegen Depp erfunden. Ein eindeutiger Sieg war es dennoch nicht, denn auch Heard war mit ihrer Verleumdungsklage gegen Depps Anwalt erfolgreich. Ob Depp mit seiner Klage wie von ihm erhofft seinen Ruf tatsächlich wieder herstellen kann, ist keinesfalls sicher.

Rechts- und Filmexperten sehen das Ansehen beider Ex-Partner nachhaltig beschädigt. Zu viele hässliche Details über ihre kurze Ehe kamen ans Licht, die von Millionen Menschen im Fernsehen live verfolgt und in den sozialen Medien ausgiebig diskutiert wurden. „Beide werden wieder arbeiten, aber ich denke, es wird eine Weile dauern, bis ein großes Studio sie als sicher genug ansieht, um auf sie zu setzen“, sagte der ehemalige Anwalt der Unterhaltungsbranche, Matthew Belloni, der für den Newsletter „Puck“ über Hollywood schreibt. „Der persönliche Ballast, der in diesem Prozess aufgedeckt wurde, war einfach zu eklig für ein Studio, als dass es sich damit befassen wollte.“

Der Fall fesselte die Zuschauer, spaltete das Publikum in Anhänger und Gegner des einen oder anderen Prozessbeteiligten. Das Verhalten der beiden Schauspieler vor Gericht, jedes Lächeln, die Wahl ihrer Kleidung, ihr Alkohol- und Drogenkonsum wurden seziert.

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„Sie haben sich gegenseitig zerfleischt“

Die Auswirkungen der sechswöchigen Schlammschlacht auf die Karrieren der beiden Schauspieler sind auch nach dem Urteil ungewiss. Depp, der dreimal für den Oscar als bester Schauspieler nominiert wurde, war bis vor wenigen Jahren einer der erfolgreichsten Stars in Hollywood, unter anderem in der Rolle des Kapitäns Jack Sparrow in den „Fluch der Karibik“-Reihe. Allerdings verlor er diese Rolle und wurde auch in der „Fantastic Beasts“-Reihe ersetzt.

Heards Schauspielkarriere verlief dagegen überschaubarer. Sie hat aktuell zwei Filme in der Pipeline, unter anderem die für nächstes Jahr geplante Fortsetzung des Blockbusters „Aquaman“.

Eric Rose, ein in Los Angeles ansässiger Experte für Kommunikation und Krisenmanagement, sieht die Reputation der Ex-Eheleute nachhaltig beschädigt. In dieser Hinsicht habe das Verfahren keinen Gewinner hervorgebracht, sagte er. „Sie haben sich gegenseitig zerfleischt.“ Es werde für Filmstudios nun schwieriger werden, Depp oder Heard anzuheuern, da die Studios Gefahr liefen, einen großen Teil ihres Publikums potenziell zu verprellen. Denn die Fans seien jetzt in Anhänger von Depp oder Heard gespalten.

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Experte: Depp wirkte glaubwürdiger

Brett Ward, ein Anwalt für Familienrecht in New York, sagte, Depp habe vor Gericht glaubwürdiger gewirkt, weil er den Konsum von Drogen und Alkohol eingeräumt und sich als manchmal schwieriger Mensch beschrieben habe. Depp habe jedoch auch riskiert, dass diese Aussagen in der Öffentlichkeit stärker in Erinnerung bleiben als seine Filmrollen. „Er sagt, er habe das für seine Kinder getan. Nachdem ich den ganzen Prozess verfolgt habe, glaube ich nicht, dass er seinen Kindern einen Dienst erwiesen hat, indem er all diese schmutzige Wäsche gewaschen hat“, sagte Ward in einem Interview.

Ob sich der Prozess für Depp gelohnt habe, werde wohl erst in fünf Jahren feststehen, falls er sich wieder in der ersten Reihe der Hollywood-Stars etablieren könne. „Und wenn er das nicht tut? Ich denke, er hat einen schrecklichen Fehler begangen, denn die meisten Leute werden sich nicht an seine beachtliche Hollywood-Karriere erinnern. Sie werden sich an diesen Prozess erinnern.“

RND/AP

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