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Corona-Leugner Hildmann spendet Geld – Empfänger kaufen Schutzmasken

  • Der prominente Corona-Leugner Attila Hildmann hat Geld an eine indische Tierschutzorganisation gespendet.
  • Die Helfer allerdings setzten das Geld etwas anders ein, als von Hildmann erhofft.
  • Es folgte ein Ausraster, der nun auf Twitter für Belustigung sorgt.
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Berlin. Seit Wochen versucht eine Gruppe prominenter Männer, ihre ganz eigene Wahrheit über die Corona-Pandemie zu finden. Ex-Radiomoderator Ken Jebsen, Soulsänger Xavier Naidoo und Vegankoch Attila Hildmann verbreiten in diversen Youtube-Videos und Telegram-Chats allerhand Verschwörungsmythen zur Krise, leugnen die Gefahren des Virus und haben unzählige Erklärungsansätze, wer wohl dahinterstecken möge – vor allem natürlich Bill Gates.

Der folgende Fall ist nur eine Randnotiz des Wahnsinns, doch sie ist ziemlich unterhaltsam: Vegankoch Attila Hildmann hat nämlich Geld an eine Organisation in Indien gespendet. Die Empfänger setzten das Geld allerdings nicht so ein, wie Hildmann es sich vielleicht gewünscht hätte – was wiederum für reichlich Ärger bei Hildmann sorgte. Doch von vorn.

Helfer kaufen Schutzmasken

Bei der indischen Organisation handelt es sich offenbar um Tierschützer im Manas Nationalpark. Sie gehen scheinbar gegen illegale Wilderer vor, um die dort lebenden Tiger zu schützen – mit Hundestaffeln, zu Boot und mit schweren Autos.

Wie Hildmanns Facebookseite zu entnehmen ist, unterstützt der Vegankoch das Vorhaben der Tierschützer seit längerem mit seiner Marke “Daisho” – ein veganer Energydrink, den es sogar in der “Tiger-Edition” gibt. Im April 2019 kündigte Hildmann auf seiner Seite an: Nach der Finanzierung von Equipment würde die Organisation künftig 8000 Euro jährlich von “Daisho” erhalten.

Nun grassiert allerdings nicht nur in Deutschland, sondern auch in Indien das Coronavirus. Ein guter Anlass für die Tierschützer, das Geld sinnvoll einzusetzen – und hier beginnt das Problem. Die Empfänger von Hildmanns Geld kauften nämlich davon ausgerechnet: Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Gegen das Coronavirus! Vom Geld eines strammen Corona-Leugners.

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Naidoo, Hildmann, Jebsen: 3 Verschwörungstheorien im Faktencheck
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Aktuell geistern diverse Verschwörungstheorien über die Corona-Pandemie. Wir haben uns drei davon genauer angeschaut.  © RND/Matthias Schwarzer

“Ich flipp aus!!!!”

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“Wir haben 500 Schutzmasken und Handdesinfektionsmittel übergeben, um Covid-19 einzudämmen. Danke noch mal Bruder für deine freundliche Hilfe”, schreibt einer der Helfer per Whatsapp an Hildmann. Der Vegankoch veröffentlichte die Privatnachricht umgehend in seinem Telegram-Kanal – inklusive seiner Antwort.

“Bitte kauft keine Masken mit meinem Geld, um diese Corona-Kriminalität gegen die Menschheit zu unterstützten”, antwortet Hildmann dem Helfer. “Beendet das! Kauft Equipment, um Tigern zu helfen. Wenn nicht, kann ich euch nicht weiter unterstützen. Corona ist eine Attacke aus China zusammen mit Europa und Merkel gegen unsere freie Welt”, schreibt Hildmann und beendet den Satz mit drei Ausrufezeichen.

An seine Follower richtet Hildmann ebenfalls eine Nachricht: “Ich flipp aus!!!!! Jetzt kaufen meine Tigerprojekt-Leute schon Masken von meinem Geld!!!!!”

Großes Kopfschütteln

Es folgt eine Telegram-Umfrage: “Das Geld von Daisho fürs indische Tigerprojekt sollte a) für medizinisch unsinnige Sklavenmasken ausgegeben werden oder b) für wichtiges Equipment wie Nachtsichtgeräte, Ferngläser, Fahrzeuge etc.”. (76 Prozent sind für Ferngläser und Fahrzeuge). Dann postet Hildmann noch mal zum Beweis eine frühere Unterhaltung: “Es ging um ganz andere Sachen wie Ferngläser letztens. Stattdessen haben sie Masken gekauft!!!! ICH KOTZE!!!!”

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Der Screenshot der bizarren Unterhaltung wird gerade auf Twitter herumgereicht. “Stell dir mal vor du leitest so’n Tigercamp irgendwo im Dschungel. Und du hast deinen Angestellten gerade lebensrettenden Mund-Nasen-Schutz gekauft und dann kriegste die Nachricht von Attila: China & Merkelverschwörung... oh man", kommentiert eine Nutzerin.

“Das ist unerträglich. Ich stell mir gerade vor, wie sie in Indien fassungslos auf diese Antwort starren”, schreibt ein anderer.

Helfer sind sichtlich irritiert

Tatsächlich ist die Geschichte hier noch nicht zu Ende, denn die Helfer aus Indien antworten Hildmann – und zwar sichtlich irritiert. “Ja, dieses Corona-Verbrechen vom kommunistischen China ist ein Verbrechen gegen unsere Menschheit”, schreibt der Helfer – ohne offenbar genau zu wissen, was Hildmann eigentlich meint. Er fährt fort: “Die Situation hier wird schlimmer und schlimmer. Ich weiß nicht, was passieren wird. Jeden Tag infizieren sich rund 5000 Menschen. Ich hoffe, dir geht es gut. Bleib sicher.”

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Hildmann antwortet auf die Nachricht schließlich nur noch mit “Thank you!” mit drei Emojis – darunter einem Tiger. Die Unterhaltung veröffentlicht er erneut auf Telegram. Ob er der Organisation tatsächlich die Finanzierung entzieht, lässt Hildmann offen.

Ebenso unklar ist derweil, was Hildmann denn überhaupt noch als vermeintliche “Wahrheit” zur Corona-Pandemie verkaufen will. Denn seine Meinung über das Virus scheint beinahe minütlich zu wechseln. Bezeichnete Hildmann anfangs noch Jens Spahn und Christian Drosten als “Lügner” und leugnete die Pandemie komplett, spricht er inzwischen in seiner Telegram-Gruppe auch von einem “Labor-Virus aus China”.

“Corona ist Satans Plan”

Ein Post Hildmanns schaffte es am Dienstag sogar auf Platz 1 der Twitter-Trends. Darin bezeichnet der Vegankoch Corona gar als Plan “Satans”. “Euer Ego soll in eine Cloud hochgeladen werden, die Leitung in euren Körper wird gelegt durch eine Impfung und die darin enthaltene Nanotechnologie stellt die Verbindung her zur Cloud”, schwurbelt Hildmann.

“Ihr sollt ungefragt unsterblich werden, damit ihr in dieser Materiellen Welt verfangen bleibt und niemals euren Selbstfrieden bekommen könnt, niemals zu Gott kommen könnt. Das ist Satans Plan!”

Mit seinen Theorien ist Hildmann inzwischen nur noch einsam auf weiter Flur: Hatte der Vegankoch zunächst massiven Zulauf, kamen zu einer seiner Demonstrationen Ende Mai nur noch knapp 150 Menschen.

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