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Britney Spears: ihr Leben im goldenen Käfig

  • Seit 2008 hat der Vater von Britney Spears die Vormundschaft für die Sängerin inne.
  • In einer Gerichtsanhörung erzählt sie nun, wie schlecht es ihr damit geht, und fordert das Ende der Vormundschaft.
  • Ein Blick auf den Aufstieg und Fall der Popikone.
Stefanie Ploch
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Anfang der 2000er steht sie auf den Weltbühnen, zählt zu den bekanntesten Sängerinnen dieser Zeit. Ihre Platten verkaufen sich Millionen Male. Mit Songs wie „Hit me Baby one more Time“, „Oops! ... I Did It Again“ oder „Toxic“ singt sich Britney Spears mit damals 17 Jahren zur Popikone. Sie ist die jüngste Sängerin, die einen Stern auf dem Walk of Fame bekommt.

Nach dem rasanten Aufstieg folgt der Fall: Angeblicher Drogenkonsum, ständige mediale Aufmerksamkeit und Paparazzi machen ihr zu schaffen. Spears wird fotografiert, wie sie sich in einem Friseursalon den Kopf kahl rasiert. Danach lässt sie sich tätowieren und geht mit einem Regenschirm auf Paparazzi los. Wenige Monate später wird sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, die Ärzte diagnostizieren eine bipolare Störung. Die Folge: Sie verliert das Sorgerecht für ihre beiden Söhne und das Recht, über ihr eigenes Leben zu bestimmen. Ihr Vater Jamie Spears übernimmt 2008 die Vormundschaft für sie, bestimmt seitdem über ihre Finanzen und ihr Privatleben.

Spears: „Ich bin es leid, allein zu sein“

Seit 2019 befindet sich Britney Spears in einem Rechtsstreit: Sie will ihren Vater nicht mehr als Vormund. Für dieses Vorhaben hat sie vor allem in den Sozialen Netzwerken viele Unterstützer gefunden. Die Bewegung #FreeBritney will die Sängerin dabei unterstützen, ihren Kampf zu gewinnen und deutet in Postings von Britney Spears Hilferufe und andere Botschaften hinein.

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Bei einer Gerichtsanhörung am Mittwoch verrät sie nun, wie es ihr unter der „Herrschaft“ ihres Vaters geht. Im Frühjahr diesen Jahres sagte sie, dass sie sich selbst zu Wort melden wolle. Bisher hatte sich Spears im Rechtsstreit um ihre Vormundschaft kaum öffentlich geäußert. „Ich fühle mich in die Ecke getrieben und allein. In bin es leid, allein zu sein“, sagt die Sängerin nun laut mehrerer US-Medien. Sie fühle sich von ihrer Familie und von Managern ausgenutzt. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen.

Versuch seit 2016, den Vater als Vormund abzusetzen

Spears berichtet demnach davon, dass sie nicht heiraten oder Kinder kriegen dürfe, sie zu Auftritten gezwungen werde und ihr Vater sich an den Einnahmen bereichere. Das Vermögen von Britney Spears wird auf 60 Millionen Dollar geschätzt. Sie sei unter der Vormundschaft wie eine Sklavin behandelt worden, so die Sängerin. Außerdem sei sie gezwungen worden, das Medikament Lithium zu nehmen, das zur Behandlung manischer Depressionen eingesetzt wird. Danach hätte sie sich immer schlecht gefühlt. Alle daran Beteiligten gehörten ins Gefängnis, so Spears.

Es ist nicht der erste Versuch der Sängerin, sich aus der Vormundschaft zu befreien. Laut Gerichtsakten, die der „New York Times“ vorliegen, soll sie bereits 2016 versucht haben, ihren Vater als Vormund abzusetzen. Ihr Vater habe „zu viel Kontrolle“, wird Spears bei der „New York Times“ aus einem Bericht des Gerichtsermittlers aus dem Jahr 2016 zitiert. „Zu, zu viel.“

Spears Mutter nennt Vater-Tochter-Beziehung „toxisch“

Die Beziehung zwischen Britney und ihrem Vater sei nie einfach gewesen, berichten verschiedene US-amerikanische Medien. Auch Britneys Mutter und die Ex-Frau von Jamie Spears, Lynne Spears, spricht in ihren Memoiren über die Zeit mit ihrem Ex-Mann als Jahre des „verbalen Missbrauchs, der Verlassenheit“ und des „unregelmäßigen Verhaltens“. Besonders schwierig sei auch sein Verhältnis zum Alkohol gewesen, schreibt sie. 2004 ging Jamie Spears deswegen in eine Entzugsklinik.

Die Mutter unterstützt das Vorhaben von Britney Spears. Über einen Anwalt bezeichnet sie bei einer öffentlichen Gerichtsanhörung im vergangenen November die Vater-Tochter-Beziehung als „toxisch“ und sagt, es sei „Zeit für einen Neuanfang“. Sie fügt hinzu, dass Jamie Spears seine Tochter als „Rennpferd, das wie eines behandelt werden muss“, bezeichnet habe.

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16.000 US-Dollar im Monat für den Vater von Britney Spears

Als es 2008 um die Vormundschaftsfrage von Britney Spears geht, betont die Sängerin laut der „New York Times“, dass sie nicht möchte, dass ihr Vater das Sagen über sie habe. Nach der Gerichtsakte soll ihr Vater aber als „eine geeignete und qualifizierte Person“ erachtet worden sein. Fortan entscheidet er über ihr Leben, überweist sich aus dem Vermögen seiner Tochter monatlich etwa 16.000 US-Dollar, zusätzlich 2.000 Dollar für die Miete von Büroräumen. Britney Spears hingegen, verrät sie einige Monate später, bekommt nur ein wöchentliches Taschengeld von 1.500 Dollar. Über ihr eigenes Geld darf sie nicht verfügen.

Anfang diesen Jahres sorgt dann eine Dokumentation der „New York Times“ für Aufregung. „Framing Britney Spears“ zeigt, wie problematisch die Vormundschaft der heute 39-Jährigen ist und wie ihr Leben als Teeniestar aussah. Spears selbst kommt darin nicht zu Wort. Die Filmemacher machen aber deutlich, dass sie die Sängerin angefragt haben. Vielleicht kam die Nachricht gar nicht bei der Sängerin an, schließlich regelt die Vormundschaft die Angelegenheiten der Sängerin. Spears selbst schreibt dazu, dass sie beschämt über die Darstellung gewesen sei.

Kurzzeitiger Rücktritt von Vormundschaftaufgabe

Spears Vater tritt im September 2019 aus „gesundheitlichen Gründen“ von der Vormundschaftaufgabe teilweise zurück – nur ihre Finanzen behält er dennoch im Blick. Im November 2020 äußert sich Britney vor Gericht, sie fürchte sich vor ihrem Vater und werde nie mehr auftreten, solange er ihr Vormund bleibe. Die Folge: Die Richterin entscheidet, dass eine Treuhandfirma fortan gemeinsam mit dem Vater die Vormundschaft über Britney Spears‘ Vermögen hat.

Doch das allein reicht der Sängerin nicht – sie will ihren Vater komplett aus der Vormundschaft. Die nächste Gerichtsanhörung ist für Mitte Juli angesetzt. Bei der jetzigen Anhörung sagt sie, dass sie nicht gewusst habe, dass sie einen Antrag zur Beendigung der Vormundschaft stellen könne. Ob sie das nun nachholt, ist bislang nicht bekannt.

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