Britischer Richter erhält Klage von Johnny Depp aufrecht

  • Ein britischer Richter lehnte den Antrag der Zeitung “The Sun” auf Abweisung einer Verleumdungsklage von Johnny Depp ab.
  • In einem “Sun”-Artikel von 2018 hatte es geheißen, Depp habe seine Ex-Frau Amber Heard misshandelt.
  • Durch das Urteil ist zu erwarten, dass Depp und Heard und ihre Anwaltsteams nächste Woche vor dem High Court in London gegeneinander antreten.
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Ein britischer Richter hat einen Antrag der Boulevardzeitung “The Sun” auf die Abweisung einer Klage von Schauspieler Johnny Depp abgelehnt. Richter Andrew Nicol teilte am Donnerstag mit, er sei der Ansicht, dass es “nicht gerecht” wäre, die Klage abzuwehren. Depp hat wegen eines Artikels von 2018 auf Verleumdung geklagt, in dem es hieß, er habe seine Ex-Frau Amber Heard misshandelt und sei ihr gewalttätig gegenüber gewesen. Depp bestreitet die Vorwürfe.

Depp und Heard sollen persönlich aussagen

Durch das Urteil ist zu erwarten, dass Depp und Heard und ihre Anwaltsteams nächste Woche vor dem High Court in London gegeneinander antreten. Der 57-jährige Depp und die 34-jährige Heard hatten im Februar 2015 geheiratet. Sie ließen sich 2017 scheiden. Depp und Heard sollen persönlich aussagen. Der Prozess soll drei Wochen dauern. Zu den Zeugen gehören voraussichtlich Depps Ex-Partnerinnen Vanessa Paradis und Winona Ryder, die beide in Erklärungen Unterstützung für Depp festgehalten haben.

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Prozessauftakt: Johnny Depp will sich nicht "Frauenschläger" nennen lassen
0:58 min
Der US-Schauspieler hat die britische Zeitung "The Sun" verklagt, weil sie geschrieben hatte, dass er seine Exfrau Amber Heard geschlagen haben soll.  © Reuters

Depp hat den Verleger der Boulevardzeitung, News Group Newspapers, und den Exekutivredakteur Dan Wootton verklagt. Die Anwälte der Zeitung wollten, dass die Klage abgewiesen wird, weil Depp Textnachrichten nicht offengelegt hatte, die er mit einer Assistenz ausgetauscht haben soll. Diese sollen belegen, dass Depp versucht hatte, Rauschgift zu kaufen, als er sich 2015 mit Heard in Australien befand. Richter Nicol urteilte, Depp habe gegen eine Gerichtsanordnung verstoßen. Doch erteilte er ihm eine "Befreiung von Strafmaßnahmen". Deshalb kann die Klage fortgesetzt werden.

Der Richter erspart Heard Beweisoffenlegungen

Nicol lehnte einen Antrag von Depp ab, mit dem Heard dazu gezwungen werden sollte, Beweise offenzulegen. Dazu gehörten Kommunikationen mit Schauspieler James Franco und Space-X-Gründer Elon Musk, mit denen Heard angeblich Affären hatte, als sie mit Depp zusammen war. Wenn Heard Depp betrogen hätte, hätte dies keine Bedeutung für die Frage, "ob Herr Depp Frau Heard angegriffen hat", entschied Nicol.

RND/AP

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