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Boris Becker über Rassismus: „Hätte deutlich mehr früher machen müssen“

  • Für Ex-Tennisstar Boris Becker hat die Bekämpfung von Rassismus oberste Priorität.
  • Im Podcast mit Moderator Johannes B. Kerner spricht er über Rassismus-Erlebnisse mit Partnerinnen und Kindern.
  • Laut dem 53-Jährigen wisse unsere weiße Gesellschaft nicht im Leisesten, was es heißt, wegen seiner Hautfarbe angegriffen zu werden.
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München. Tennis-Legende Boris Becker sieht Rassismus als wichtigstes Thema - im Jahresrückblick und für sich selbst. „Was da auf den Straßen auf der ganzen Welt los war, das ist für mich das wichtigste Thema 2020 und für den Rest meines Lebens“, sagte der ehemalige Tennisprofi über die Black-Lives-Matter-Bewegung. Am Dienstag veröffentlichte Amazon Music die dritte Folge des Podcasts „Boris Becker - Der fünfte Satz“, in dem der 53-Jährige mit Moderator Johannes B. Kerner spricht. Mit seinen Partnerinnen und Kindern habe er seit Jahren Rassismus miterlebt.

Gehandelt habe er aber lange nur im privaten Umfeld, sagte Becker. Doch auch dort habe er etwa rassistische Witze teils durchgehen lassen. Und erst jetzt äußere er sich öffentlich gegen Rassismus. „Ich hätte deutlich mehr früher machen müssen“, sagte der dreimalige Wimbledon-Gewinner.

Becker: Haben in weißer Gesellschaft keinen Schimmer

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„Es mussten nun mehrere Menschen vor den Augen der Öffentlichkeit sterben, dass dieses Thema – und ich hasse diesen Ausdruck – "salonfähig" wurde, was seit Hunderten von Jahren das größte Verbrechen überhaupt ist. Es hört dir keiner zu, es glaubt dir keiner!“, sagte der 53-Jährige. Über die Gründe, warum er selbst erst jetzt darüber spreche, könne er nur mutmaßen, vielleicht habe ihm früher der Mut gefehlt.

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Als Becker Anfang Juni ein Video postete, das ihn auf einer Demonstration gegen Rassismus in London zeigt, folgten in den Kommentaren zahlreiche Beleidigungen. Er reagierte mit einem Verweis auf seine Familie. „Ich bin davon betroffen, weil meine Familie davon betroffen ist“, wiederholte Becker nun. „Ich glaube, wir haben in unserer weißen Gesellschaft nicht den leisesten Schimmer, was es heißt, beurteilt, verurteilt, angegriffen zu werden, weil man von außen aus weiß oder schwarz aussieht.“

RND/dpa

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